Stan Wawrinka glaubt nicht an die Nummer 1

Der US-Open-Champ weiß um seine Stärken - aber auch um seine Schwächen.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 11.11.2016, 00:00 Uhr

ROME, ITALY - MAY 08: Stanislas Wawrinka of Switzerland faces the media during an interview on Day One of The Internazionali BNL d'Italia 2016 on May 08, 2016 in Rome, Italy. (Photo by Dennis Grombkowski/Getty Images)

Stan Wawrinka und Andy Murray haben beide drei Grand-Slam-Titel auf dem Konto - Wawrinka siegte bei den Australian Open 2014, bei den French Open 2015 und den US Open 2016; Murray gewann die US Open 2012, Wimbledon 2013 und 2016. Und dennoch liegt "Stan the man" im sonstigen Vergleich mit Murray deutlich zurück: Wawrinka holte einen Masters-Titel der höchsten Kategorie (und 15 Titel insgesamt); Murray gewann bislang 14 Masters-1000er-Turniere (und 43 Titel insgesamt) und stand zudem in acht weiteren Major-Finals (alleine fünf Mal bei den Australian Open). In der Weltrangliste steht der Schweizer zudem mit Rang drei auf seiner bislang höchsten Position; Murray, jahrelange Nummer zwei, ist seit Montag Weltranglistenerster.

Wawrinkas erstaunlich offene Worte

Wawrinka weist es auch infolgedessen von sich, in einen Vergleich mit Murray zu ziehen. "Andy ist ein spezieller Spieler, er ist ein Teil der ,Big Four'", sagte Wawrinka im Rahmen eines Events seines Schlägerherstellers. Man muss ein unglaublicher Spieler sein. Es ist nicht so, dass ich, nur weil er die Nummer eins geworden ist, denke, dass ich das auch werden könnte." Denn: "Ich bin 31 Jahre, die Nummer drei, ich stand in den letzten drei Jahren unter den Top vier, das ist schon etwas Spezielles. Ich weiß, dass ich jeden Spieler schlagen kann, das muss ich öfter tun, wenn ich daran glauben möchte. Aber davon bin ich sehr weit entfernt."

Die Zahl drei ist beiden neben ihren Major-Siegen auch bei den ATP Tour Finals gemein, die am Sonntag beginnen - Murray erreichte bei sieben Teilnahmen drei Mal das Halbfinale, Wawrinka bei drei Teilnahmen ebenso drei Mal. Ob in diesem Jahr der erste Titel folgt? Wawrinka jedenfalls ist beeindruckt von Murray spätjährlicher Form. "Ich denke, dass jeder Spieler am Ende des Jahres müde wird, aber wenn man sich die letzten Turniere anschaut - er hat Paris gewonnen, Wien, Shanghai, Peking... Er ist bereit, er ist in Topform, hat eine Menge Selbstvertrauen, wenn er ins Turnier startet. Er wird nur sehr schwer zu schlagen sein." Dass Murray sein Heimspiel in London gewinnen muss, um aus eigener Kraft als Nummer eins zu überwintern, traut Wawrinka ihm zu. "Er hat dem Druck bislang sehr gut standgehalten, er hat in diesem Jahr Wimbledon gewonnen und vor vier Jahren die Olympischen Spiele in London. Also weiß er, wie er damit umgehen muss."

von Florian Goosmann

Freitag
11.11.2016, 00:00 Uhr