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ATP, WTA, ITF - in Zukunft alle unter einem Dach?

Eine neue Tennis-Organisation die alle Touren vereint hätte mit Sicherheit großes Potential -  allerdings möglicherweise auch großes Gefahrenpotential.

von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet: 12.06.2021, 18:51 Uhr

ATP, WTA, ITF - in Zukunft alle unter einem Dach?
© Getty
ATP, WTA, ITF - in Zukunft alle unter einem Dach?

Manche träumen sicherlich schon länger davon, andere sind wiederum skeptisch, mit Sicherheit wurde aber noch nie so ernsthaft darüber nachgedacht: Laut des Nachrichtensenders „Sky News“ wird an Konzepten gewerkt, wie man eine neue Tennis-Organisation aus der Taufe heben könnte. Ziel derer wäre die Fusion der bisherigen Profi-Touren der Damen und der Herren. Aufgrund der COVID-19-Pandemie war die Zusammenarbeit der ATP, der WTA, den vier Grand-Slam-Turnieren und der ITF in letzter Zeit so intensiv, wie noch nie in der Geschichte des Tennissports. Komplexe Organisations- und Logistik-Herausforderungen während der vergangenen Monate hatten dies erfordert.   

Andrea Gaudenzi hatte der Zeitung „Reuters“ bereits im März davon erzählt, dass eine Arbeitsgruppe mit dem Namen „T7 working group“ damit beauftragt wurde mögliche Angleichungen in den Bereichen Turnierkalender, Sponsoring und TV-Rechte auszuloten. „Die ATP und die WTA suchen ständig nach Wegen den Sport näher zusammen zu bringen, damit wir unseren Fans, den Spielern und den Turnieren ein noch besseres Erlebnis bieten können“, ließen die Touren in einem gemeinsamen Statement vernehmen.

Scheiterungswürdig wie die „Super League“ im Fussball?

Die Überlegungen und Verhandlungen befinden sich freilich noch in einer sehr frühen Phase. Ein Unternehmen hat jedoch schon klares Interesse bekundet. Das Privat-Beteiligungs-Unternehmen CVC möchte mit einer Minderheitsbeteiligung von 600 Millionen US-Dollar an Bord des neu geplanten „Luxusfrachters“ aufspringen. CVC ist auch Besitzer der Formula One Group, die für die Vermarktung und Rechteabwicklung der größten Motorsport-Serie der Welt verantwortlich zeichnet. Erfahrung ist somit in dieser Richtung klar vorhanden.

Dennoch stellen sich viele Fragen, die mit Sicherheit nicht leicht zu beantworten sein werden: Welche Auswirkungen hätten die neuen Strukturen auf die Future- und Challenger-Ebene? Wie viel Geld wird in Zukunft in die Junioren-Tour gesteckt? Besteht nicht die Gefahr, dass dadurch noch mehr die Kapitalinteressen der einzelnen Interessengruppen in den Vordergrund treten. Eine elitäre Tour nach dem Vorbild der zu recht gescheiterten „Super League“ im Fussball braucht man wohl eher nicht. Sinnvolle Synergien wie zB die Angleichung der verschiedenen Ranglisten fänden hingegen mit Sicherheit größeren Zuspruch.   

CVC Capital Partners ist ein internationales Finanzunternehmen mit Sitz in Luxembourg. Es zählt zu den zehn größten Privat-Beteiligungs-Unternehmen weltweit. CVC hält Mehrheitsanteile an zahlreichen renommierten Unternehmen wie Breitling SA, Samsonite oder der Parfümerie Douglas. Im Sportbereich gehören die bereits erwähnte Formula One Group sowie die Wettanbieter Tipico und Sky Bet zum Portfolio.

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von Stefan Bergmann

Sonntag
13.06.2021, 08:05 Uhr
zuletzt bearbeitet: 12.06.2021, 18:51 Uhr