Untersuchungsbericht: Spielmanipulationen auf unterer Ebene weitverbreitet

Im Profitennis gibt es vor allem im unterklassigen Bereich ein großes Problem mit Spiel- und Wettmanipulation. Dies geht aus einem Untersuchungsbericht hervor, der am Mittwoch in London veröffentlicht wurde. Demnach seien besonders Turniere unterhalb der ATP- und WTA-Tour betroffen, vor allem im Herrenbereich. Dort herrsche laut dem Bericht ein "ernsthaftes Integritätsproblem".

von tennisnet/SID
zuletzt bearbeitet: 25.04.2018, 21:38 Uhr

Manipulationsverdacht in Wimbledon und Roland Garros

Die unabhängige Untersuchungskommission IRP war im Januar 2016 eingesetzt worden, nachdem die BBC und Buzzfeed davon berichtet hatten, dass Topspieler, inklusive Grand-Slam-Sieger, in Spielmanipulationen verwickelt seien. Zudem sollen Beweise dafür unterdrückt worden sein.

Untersuchung kostete 23 Millionen Euro

Das Gremium, das unter anderem mit über 100 Spielern sowie Wettanbietern und externen Experten sprach, fand dafür aber keine Beweise. Weitverbreitete Probleme bei Grand Slams oder den höher dotierten ATP- und WTA-Events konnten nicht festgestellt werden. Nach Angaben der BBC kostete die Untersuchung knapp 23 Millionen Euro.

Das Gremium stellte allerdings fest, dass vorherige Untersuchungen durch die Verbände teilweise "ungenügend" und "ineffektiv" gewesen seien. Die derzeitigen Maßnahmen seien zudem nicht dazu geeignet, mit dem Ausmaß des Problems fertig zu werden.

Live-Ergebnisdienste von unterklassigen Turnieren sollen nicht mehr verkauft werden

Die Kommission veröffentlichte in ihrem Bericht auch Vorschläge, um Spiel- und Wettmanipulationen zu erschweren. Unter anderem sollen Live-Ergebnisdienste von unterklassigen Turnieren nicht mehr verkauft werden, um Internetwetten auf diese Spiele zu erschweren.

Zudem solle die Tennis Integrity Unit (TIU) komplett umstrukturiert und sowohl personell als auch finanziell besser ausgestattet werden. Das Gremium forderte zudem, dass Wettanbieter zukünftig nicht mehr als Sponsoren im Tennis auftreten dürften.

Nur 250 bis 350 Tennisprofis ist es möglich, kostendeckend zu spielen

In der Untersuchung wurden zudem einige Hauptgründe genannt, warum das Problem vor allem auf unterer Ebene auftrete. So sei es relativ einfach zu betrügen, da nur eine Person "agieren" müsse. Auch sei es lediglich 250 bis 350 von etwa 15.000 weltweit registrierten Tennisprofis möglich, kostendeckend auf der Tour zu spielen.

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von tennisnet/SID

Mittwoch
25.04.2018, 21:38 Uhr