Spielmanipulation und Doping – Jeder vierte Profi kennt einen Sünder

Das ergab eine anonyme Umfrage des US-Senders ESPN, der 31 Profispieler/innen mit heiklen Fragen konfrontierte.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 24.05.2016, 13:51 Uhr

LONDON, ENGLAND - JUNE 20: Spectators shelter from the rain as a dark rain cloud makes its way over centre court during the men's singles semi-final match between Andy Murray of Great Britain and Viktor Troicki of Serbia during day six of the Aegon ...

Der Deckmantel der Anonymität bringt oft Erstaunliches hervor. Während sich die ATP-/WTA-Profis vor der Kamera und in Print-Interviews gerne von ihrer diplomatischen Seite zeigen, verspricht eine anonyme Befragung deutlich mehr Brisanz. Diese Intention hatte auch der US-Sender ESPN, als er sich mit einem explosiven Fragenkatalog an 31 Profis wendete. Thematisiert wurden sportliche Aspekte – wieRoger FederersChancen auf einen weiteren Grand-Slam-Titel – aber auch pikante Fragen zu den „Schmuddelthemen“ Doping und Spielmanipulation.

Die Ergebnisse seht ihr hier – Diskussionspotential garantiert!

Wird Roger Federer einen weiteren Grand-Slam-Titel gewinnen?

Nein: 48,4 (alle Angaben in Prozent)
Ja: 51, 6

Knapp die Hälfte aller Befragten traut dem „Maestro“ also keinen weiteren „Major“-Titel zu. Erstaunlich: In der Öffentlichkeit ergibt sich ein anderes Bild – gefühlt glauben mehr als 70 Prozent der Profis in ihren Aussagen weiterhin an Federer.

Wer ist die größte Diva auf der Tour?

Maria Sharapova: 35,5
Eugenie Bouchard,Serena Williams, Victoria Azarenka alle 12,9
Caroline Wozniacki, Jelena Jankovic beide 9,7

Hast du jemals einen Gegner der Spielmanipulation verdächtigt?

Nein: 74,2
Ja: 25,8

Ja oder Nein: Ich kennen einen Tennisprofi der in seiner Karriere Dopingmittel genutzt hat.

Nein: 77,4
Ja: 22,3

Jeder vierte Befragte kennt also einen Dopingsünder. Wie sieht es unter den aktuellen Profis mit dem Missbrauch von chemischen Leistungsverstärkern aus? Weniger als 10 Prozent der Spieler/innen kamen mit Doping in Berührung, das sagen 71 Prozent. Zwischen 11 und 25 Prozent dopten, glauben 29 Prozent. Dass mehr als jeder Vierte zu illegalen Substanzen griff, will niemand bestätigen.

Wie lange sollte Maria Sharapova für ihren positiven Dopingbefund gesperrt werden?

Ein Jahr: 64,5
Mehrere Jahre: 29,0
Keine Sperre: 6,5

Zudem wurde gefragt, ob Tennisspieler zu oft oder zu selten auf Doping getestet würden. Es wird nicht genug überprüft, sagen 64,5 Prozent. Dagegen erklären 35,2 Prozent, dass die Dopingkontrolleure zu häufig vorstellig werden.

Wer ist der am meisten unterschätzte Profi momentan?

David Ferrer: 19,4
Dominic Thiem: 9,6
Angelique Kerber, Milos Raonic, Timea Bacsinszky, Garbine Muguruza, Johanna Konta, Karolina Pliskova alle 6,5

Am meisten überschätzt wird allerdingsGrigor Dimitrovund Maria Sharapova, behaupten 12,9 Prozent. Ob bei der Beurteilung, auch die private Bande des früheren Liebespaars eine Rolle spielte? Caroline Wozniacki, wird für 9,7 Prozent aller Befragten zu gut bewertet.

Hat Serena Williams die Aura der Unbesiegbarkeit verloren?

Nein: 67,7
Ja: 32,2

Und welches Ranking hätte die Branchenprima, wenn sie eine komplette Saison auf der ATP-Tour spielen würde? Williams rangiert sich zwischen Rank eins und 500 ein, meinen 19,4 Prozent. Die 34-Jährige ist gut genug für die Regionen zwischen Position 501 bis 1.000, sagen 48,4 Prozent. Dass sie außerhalb der Top 1000 auftaucht, denkt ein Drittel (32,3 Prozent).

Sollte Wimbledon weiterhin komplett in weißer Bekleidung gespielt werden, ja oder nein?

Ja, alles soll so bleiben wie bisher: 58,1
Nein, die Regelung soll aufgehoben werden: 41,9

von tennisnet.com

Dienstag
24.05.2016, 13:51 Uhr