Auf dem Weg nach oben: Das ist Tom Gentzsch

Der nächste Schritt ist gemacht – und Tom Gentzsch geht ihn mit Überzeugung.

von Florian Heer
zuletzt bearbeitet: 12.02.2026, 20:48 Uhr

Tom Gentzsch arbeitet sich nach oben
© Sophia Lavrov
Tom Gentzsch arbeitet sich nach oben

Mit gerade einmal 22 Jahren hat der Duisburger Tom Gentzsch bereits sieben Titel auf der ITF World Tennis Tour gesammelt, vier davon in der vergangenen Saison, und sich bis auf Rang 251 der Weltrangliste vorgearbeitet. Zeichen eines Spielers, der klar nach oben will.

In der vergangenen Woche dann das erste Finale auf der Challenger Tour bei den Koblenz Tennis Open. Auch wenn er dort nach hartem Kampf in drei Sätzen und trotz zweier Matchbälle dem Russen Pavel Kotov unterlag, war diese Woche ein weiterer Meilenstein für den 22-jährigen Deutschen.

"Ja, auf jeden Fall”, gab Gentzsch über sein erstes Challenger-Finale zustimmend zu Protokoll. “Ich habe in dieser Saison bereits zwei Viertelfinals erreicht und stand letztes Jahr im Halbfinale in Genua. Ein Endspiel nun in Deutschland erreicht zu haben, ist natürlich etwas Besonderes. Es waren viele Leute da, dazu war meine Familie vor Ort.”

Vier Titel im Jahr 2025 – Highlight in Genua

Obwohl er für einen Großteil des breiten Tennispublikums noch unter dem Radar fliegt, war er doch für viele eingefleischte Fans einer der Spieler des vergangenen Jahres. Ein Grund: seine sichtbare Entwicklung auf dem Platz. "Der Start verlief nicht sehr vielversprechend, aber ich konnte mich mit Beginn der Sandplatzsaison spielerisch verbessern”, erklärt Gentzsch. 

Ein Schlüsselmoment war dabei das Halbfinale beim Challenger in Genua gegen Luciano Darderi. “Obwohl es das Ende einer Siegesserie war, war das Match ein absolutes Highlight. Es war ein tolle Atmosphäre in einem vollen Stadion. Ich habe gelernt, dass ich an bestimmten Tagen auch mit einem Top-30-Spieler mithalten kann. Dies macht mich zuversichtlich, auch den Schritt zu vollziehen. Ich bin heiß zu spielen und auch mehr Matches zu gewinnen.”

Sein Spielstil? Klar definiert, aber noch mit Entwicklungspotenzial. “Kurz und knapp gesagt: Offensiv, aber auch variabel. An der Schlagstabilität muss ich noch arbeiten. Da benötige ich noch mehr Konstanz. Aufschlag und Vorhand – alles, was nach vorne geht – zählt eher zu meinen Stärken”, sagt Gentzsch. Parallel dazu arbeitet der Rechtshänder intensiv an seiner Physis: “Ich arbeite auch gerade viel im Fitnessbereich, weil wenn man auf längerer Distanz mit solchen Jungs mithalten möchte, kommt es auf jede Kleinigkeit an.”

Home Base in Kamen 

Trainiert wird seit zwei Jahren am Bundesstützpunkt in Kamen. “Ich wohne in der Nähe von Düsseldorf und trainiere seit zwei Jahren am Bundesstützpunkt in Kamen mit Jan Velthuis vom DTB. Wir haben gute Fortschritte erzielen können und es läuft insgesamt auch sehr gut”, berichtet er.

Der Weg zum Tennis war quasi vorgezeichnet. “Mein Vater hat in der Regionalliga gespielt und ist noch beim TC Bredeney bei den Herren 50 aktiv. Meine Eltern haben mir somit den Weg zum Tennis geebnet. Den großen Ehrgeiz habe ich dann durch meinen großen Bruder entwickelt, da wir uns immer gebattelt haben.” Und auch die Vorbilder sind klar: “Mir gefiel besonders der Fighting-Spirit eines Rafael Nadals. Aber auch die Eleganz eines Roger Federer habe ich bewundert.”

Der rote Sand ist dabei sein Lieblingsbelag. “Ich spiele gerne auf Asche oder draußen auf Hartplätzen”, sagt Gentzsch, hat aber bei den Koblenz Tennis Open zum ersten Mal ein Finale bei einem Hallenturnier erreicht. 

Vom kalten Koblenz ins warme Teneriffa

Der nächste Härtetest folgt bereits in dieser Woche beim Tenerife Challenger 2. Der Übergang von der Halle zum sonnenreichen Outdoor-Event auf den Kanarischen Inseln ist Gentzsch bestens gelungen: In der ersten Runde bezwang er den jungen US-Amerikaner Benjamin Willwerth in drei Sätzen, gefolgt von einem Zweisatz-Erfolg gegen den an Nummer eins gesetzten Italiener Francesco Maestrelli am Donnerstag.

Und auch die Bedingungen an der Abama Tennis Academy in Guia de Isora liegen dem Deutschen sichtlich. “Die Anlage hier ist top. Die Plätze sind zwar etwas langsamer, aber es ist sehr angenehm hier zu spielen. Ich musste mich natürlich zunächst auf die neuen Bedingungen einstellen. Aber das ist mir ab dem zweiten Satz im ersten Match gut gelungen”, erklärt Gentzsch. Besonders angetan zeigt er sich vom Ambiente: “Der Center Court hat den Blick aufs Meer. Das Wetter ist gut. Es waren viele Leute da – auch deutsche Fans – und es hat Spaß gemacht, hier zu spielen. Teneriffa ist superschön. Es gibt kaum Wind, das Meer ist klar und es macht riesig Spaß.”

Tennis auch abseits des Platzes

Abseits des Courts dreht sich bei ihm vieles um den Sport, aber auch um die Familie. “Ich beschäftige mich tatsächlich viel mit Tennis und bin Fan von Fortuna Düsseldorf. Ansonsten treffe ich mich gerne mit Freunden. Ich habe vier Geschwister und da versuchen wir, die kurze gemeinsame Zeit zu Hause auch zu nutzen.”

Das erste Challenger-Finale in Koblenz war für Tom Gentzsch war ein weiterer kleiner Meilenstein auf dem Weg nach oben ist. Und spätestens mit dem gelungenen Start auf Teneriffa zeigt sich: Der 22-Jährige fühlt sich bereit für den nächsten Karriereschritt.

Das Einzel-Tableau auf Teneriffa 

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von Florian Heer

Freitag
13.02.2026, 09:00 Uhr
zuletzt bearbeitet: 12.02.2026, 20:48 Uhr

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