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Australian Open 2018, 2. Runde: Dimitrov übersteht Fünf-Satz-Krimi gegen McDonald

Die erste Runde der Australian Open 2018 ist geschafft. An Tag drei hat Rafael Nadal gegen Leonardo Mayer souverän gewonnen, während Grigor Dimitrov mit einem Qualifikanten extrem hart zu kämpfen hatte. Bei den Damen wehrte Caroline Wozniacki zwei Matchbälle ab, um in die Runde der letzten 32 einzuziehen. Julia Görges unterlag Alize Cornet überraschend klar in zwei Sätzen.

von SPOX/tennisnet
zuletzt bearbeitet: 17.01.2018, 13:47 Uhr

Dimitrov musste in seiner zweiten Runde hart kämpfen

Australian Open 2018: Damen - 2. Runde (alle Matches)

Der erwartet harte Test für die Mitfavoritin aus der Ukraine, die zu Jahresbeginn in Brisbane triumphiert hatte. Mit dem Selbstvertrauen des herausragenden Jahres 2017 übernahm Svitolina allerdings immer mehr das Kommando, setzte vor allem auch mit ihrem Aufschlag Akzente: neun Asse sind deutlich mehr als die Norm für die 23-jährige Nummer vier der Welt. Auf die nun eine interessante Aufgabe wartet: In Runde drei kommt es zum Duell mit Marta Kostyuk, ihrer erst 15-jährigen Landsfrau, die sich nach überstandener Qualifikation und dem Auftakterfolg gegen Shuai Peng auch gegen Olga Rogowska aus Australien durchsetzte.

Wenn dieses Match der Dänin mal keinen Auftrieb gibt - was dann? 1:5 lag Wozniacki im dritten Satz in Rückstand, musste zwei Matchbälle abwehren - und gab daraufhin kein Game mehr ab. In der Entscheidung zeigte Wozniacki spät ihre Extraklasse - beim Breakball zum 1:3, bei dem Fett einen Überkopfball ihrer Gegnerin zum Punkt verwertete, flog noch Wozniackis Schläger. Ein seltenes Bild.

Cornet, die Nummer 42 im Ranking, erwies sich in der Margaret Court Arena als äußerst unbequeme Gegnerin. Cornet, die zuvor sämtliche fünf Duelle gegen die deutsche Nummer eins verloren hatte, zwang ihre Kontrahentin immer wieder zu Fehlern - und ließ nicht nach. Besonders die knallharte Vorhand von Görges hatte zudem eine ungewohnte Streuung. Nach 1:31 Stunden Stunden verwandelte Cornet ihren ersten Matchball zum Sieg.

Nach der Partie war Görges enttäuscht, aber analysierte die Niederlage treffend: "Ich habe heute mit sehr wenigen Mitteln zu haushalten gehabt, während sie ein grundsolides Match gespielt hat. Ich habe alles versucht, aber meine Aufschlagspiele nicht so dominant gestalten können", sagte sie: "Mein Tennis hat nicht gereicht, Alize war die bessere Spielerin."

Schock-Niederlage für die Schweizerin, die in Runde eins noch gegen Venus Williams gewonnen hatte. Kumkhum, die über die Qualifikation in das Hauptfeld gekommen war, benötigte lediglich 78 Minuten, um den Lauf von Bencic zu beenden. Die Thailänderin erarbeitete sich insgesamt 16 Breakbälle gegen Bencic, von denen sie sechs nutzte.

Das war wohl nichts: Mit Barthel ist die erste von vier deutschen Damen, die in die zweite Runde eingezogen sind, gescheitert. Die Estin Kontaveit schlug mit 30 Winnern zwölf mehr als ihre Gegnerin. Zudem unterliefen Barthel 27 unerzwungene Fehler, während Kontaveit derer nur 18 produzierte.

Das Märchen der 15 Jahre alten Kostjuk geht weiter: Die Junioren-Gewinnerin vom vergangenen Jahr setzte sich gegen Rogowska souverän durch, obwohl sie vor dem Turnier noch nie ein Match auf der WTA-Tour gewinnen konnte. Damit ist Kostjuk die jüngste Spielerin seit Martina Hingis seit 22 Jahren, die die dritte Runde der Australian Open erreicht.

Ostapenko wirkt weiterhin nicht so überzeugend, wie man das in der vergangenen Saison gesehen hat. Die amtierende French-Open-Titelträgerin lag im dritten Satz bereits 1:4 zurück, gab danach aber kein einziges Game mehr ab. Beim größtmöglichen Druck beim Stand von 4:4, 30-30 servierte sie zwei Asse, ehe Ostapenko wenig später ihren zweiten Matchball verwertete.

Nach den erfolgreichen vergangenen Monaten ist Bencic überraschend gescheitert. Die Schweizerin kam vor allem beim Service nicht an jenes Level heran, das sie in der ersten Runde gegen Venus Williams noch an den Tag gelegt hatte. Kumkhum, die insgesamt 30 Winner schlug, steht mit dem Triumph in der Mittagshitze erstmals in ihrer Karriere für die dritte Runde eines Grand-Slams.

Australien Open 2018: Herren - 2. Runde (alle Matches)

Eine weitere souveräne Vorstellung der Nummer eins der Welt: Nadal erarbeitete sich in den ersten beiden Sätzen jeweils früh ein Break, das er auch nicht mehr abgab. Im dritten Satz nahm der Spanier Mayer den Aufschlag zum 5:4 ab und servierte bereits auf das Match, doch der Argentinier kam noch einmal zurück und rettete sich in das Tiebreak, in dem Nadal schließlich das bessere Ende für sich hatte.

"Was für ein harter Tag für mich", sagte Dimitrov nach der Partie. Der Bulgare erwischte einen richtig schwachen Tag und hatte gegen McDonald, der noch nie in seiner Karriere auf der ATP-Tour einen Sieg feiern konnte, hart zu kämpfen. Dimitrov unterliefen auffallend viele Fehler, beklagte sich zwischenzeitlich über die Bespannung seiner Schläger, und musste den vierten Satz gar mit der Höchststrafe von 0:6 abgeben. Im Entscheidungssatz brachten beide Spieler ihren Aufschlag bis zum 7:6 durch, ehe die Nummer drei der Welt sich die erste Breakchance erspielte, die er zugleich zum Matchgewinn nutzte.

Keine Probleme für den US-Open-Sieger von 2014, dessen Sieg gegen Sousa zu keinem Zeitpunkt in Frage stand. Auch, weil sich der Portugiese längerfristig am Fuss behandeln lassen musste. Cilic ließ während der gesamten Partie, die er nach 1:45 Stunden beendete, keinen einzigen Breakball zu - und holte sich selbst fünfmal den Ausfchlag von Sousa.

Beinahe wäre Gilles Muller auf der falschen Seite der Geschichte gestanden - hatte Jaziri doch schon in Runde eins einen 0:2-Satzrückstand aufgeholt. Letztlich dauerte es 4:02 Stunden, bis der Veteran aus Luxemburg sich durchsetzen konnte, und das bei Temperaturen nahe der 30 Grad Celsius. Sagenhafte 346 Punkte spielten die beiden Kontrahenten aus, am Ende hatte Gilles Muller exakt zwei mehr gewonnen als Jaziri.

Kurzarbeit für den Halbfinalisten der US Open 2017: Carreno Busta profitierte von der Aufgabe von Simon, der das Jahr noch mit einem Turniersieg in Pune (Indien) begonnen hatte. Nach 44 Minuten war die Affäre vorüber, durchaus wichtig für den Spanier, der seit seinem Coup in New York City kaum Erfolgserlebnisse zu vermelden hatte.

Was für ein Kampf von Tsonga, was für eine Enttäuschung für Shapovalov: der junge Kanadier ging zweimal mit einem Satz in Führung, lag in der Entscheidung mit 3:0 vorne und servierte bei 5:3 zum Einzug in die dritte Runde. Dann aber zeigte Shapovalov Nerven - und Tsonga seine ganze Routine. Nach dem Rebreak zum 4:5 ließ der Franzose nichts mehr anbrennen, schloss das Match mit einer Serve-and-Volley-Kombination souverän ab.

Zum siebten Mal in seiner Karriere schlug Karlovic über 50 Asse in einem Match (53). Im Vergleich zum vergangenen Jahr, als er in der ersten Runde Horacio Zeballos mit 22:20 im fünften Satz schlug, war Karlovic diesmal richtig flott: Nach vier Stunden und 37 Minuten nutzte er seinen ersten Matchball zum Sieg. Insgesamt kam der Kroate 180 Mal ans Netz und wehrte zehn von elf Breakbällen ab.

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17.01.2018, 13:47 Uhr