Australian Open: Absage - Matteo Berrettini und das nächste bittere Kapitel
Matteo Berrettini verpasst verletzungsbedingt die Australian Open. Erinnerungen an frühere Rückschläge werden wach.
von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet:
17.01.2026, 18:09 Uhr

Unterm Strich ist es eine Geschichte, die man von Matteo Berrettini leider nur allzu gut kennt. Kurz vor dem Start der Australian Open musste der Römer seine Teilnahme verletzungsbedingt absagen. Eigentlich war für Montag ein Erstrunden-Duell mit Alex De Minaur angesetzt, doch stattdessen ging es für Berrettini frühzeitig zurück nach Hause. „Es tut mir sehr leid, dass ich zurückziehen muss“, erklärte der ehemalige Weltranglisten-Sechste und betonte, wie sehr er das Spielen in Melbourne und die Unterstützung der Fans schätze.
Die Absage trifft einen Pechvogel, dessen Karriere seit Jahren immer wieder von körperlichen Rückschlägen ausgebremst wird. Die letzte längere Zwangspause liegt noch nicht allzu lange zurück: Ende der Saison 2023 nämlich, als körperliche Probleme mit einer Knöchel- und Bauchmuskelverletzung auftraten. Seitdem kämpft der ehemalige Weltranglisten-Sechste mit immer neuen Anläufen, ohne konstant belastbar zu sein – der Absturz auf Rang 56 war die Folge.
Jede Verletzung wiegt doppelt
Dabei hat Berrettini auf der ganz großen Bühne längst bewiesen, was in ihm steckt. Sein größter Erfolg bleibt der Finaleinzug in Wimbledon 2021, dazu kommen mehrere starke Auftritte bei Majors. In Melbourne erreichte er 2022 sein bislang bestes Ergebnis, als er bis ins Viertelfinale vorstieß und dort erst Rafael Nadal unterlag.
So ehrlich muss man sein: Für Berrettini ist es nicht mehr nur eine Frage des Talents, sondern der körperlichen Haltbarkeit. Jeder Neustart wird schwerer, jede Verletzung wiegt doppelt. Dass er dennoch nicht aufgibt, spricht für seinen Charakter – doch das nächste Drama in Melbourne zeigt einmal mehr, wie gnadenlos der Körper dem einstigen Wimbledon-Finalisten dazwischenfunkt.
