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Australian Open: Eigene Luft-Qualitäts-Politik zur Sicherheit der Spieler

Nach den langanhaltenden Diskussionen über die gesundheitlichen Folgen der Luftverhältnisse in Melbourne hat der Veranstalter nun eine eigene Luft-Qualitäts-Politik veröffentlicht. Diese soll sicherstellen, dass nur dann Spiele stattfinden dürfen, wenn die Luftverhältnisse keinen negativen Einfluss auf die SpielerInnen haben.

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 19.01.2020, 09:59 Uhr

Die Veranstalter der Australian Open haben eine eigene Luft-Qualitäts-Politik vorgestellt, die die Sicherheit der SpielerInnen gewährleisten soll
Die Veranstalter der Australian Open haben eine eigene Luft-Qualitäts-Politik vorgestellt, die die Sicherheit der SpielerInnen gewährleisten soll

„Es gibt eine Menge Spekulationen darüber, ob die Australian Open überhaupt stattfinden werden, oder möglicherweise später beginnen. Ich sage: Die Australian Open finden auf jeden Fall statt“, erklärte Turnierdirektor Craig Tiley bei einem Pressetermin. Denn spätestens als am Dienstag die Slowenin Dalila Jakupovic bei ihrem ersten Qualifikationsmatch zusammenbrach und den Court nur mit Hilfe verlassen konnte, waren einige Stimmen laut geworden, dass unter diesen Bedingungen doch kein Grand Slam Turnier stattfinden könne.

Besonders stark kritisiert wurde, dass die Veranstalter auch nach dem Vorfall am Dienstag noch behaupteten, die Verhältnisse in Melbourne wären an diesem Tag auf jeden Fall „spielbar“ gewesen. Obwohl am gleichen Tag von der Stadtverwaltung Melbournes die Empfehlung ausging, die Einwohner der Stadt sollten aufgrund der schlechten Luftverhältnisse am besten bei geschlossenen Fenstern und Türen in ihren Häusern bleiben.

Eigener Richtwert für die Australian Open

Um den Kritiker nun etwas Wind aus den Segeln zu nehmen, berief Tiley also diesen Pressetermin ein, wo er zu verstehen gab: „Luftqualität ist aufgrund der vielen Faktoren enorm komplex und verwirrend und wird weiter verkompliziert, wenn Sie das von einer App ablesen. Unterschiedliche Apps werden ihnen verschiedene Werte liefern. Es geht hier darum, der Expertise der Analysten zu vertrauen, die das jeden Tag machen. Die Sicherheit, das Wohlbefinden und die Gesundheit der SpielerInnen, Fans und Angestellten haben für uns Priorität.“

Damit die Entscheidungen für Fans und SpielerInnen nachvollziehbarer werden, hat Tennis Australia nun seine eigene Luft-Qualitäts-Politik vorgestellt. Statt der bekannten Skala, die mit Feinstaubwerten in der Luft arbeitet, berechnet Tennis Australia laut Sportschau.de ihren eigenen Wert, der „PM2“ (particulate matter rating) gennant wird. Laut Mitarbeitern von Tennis Australia, sei dieser Wert genauer. In diesen neuen Richtlinien gibt es nun fünf Kategorien, liegt der Wert in einer der ersten drei, so ist das Spielen ohne Gefährdung möglich. Liegt der Wert in der vierten Kategorie – also zwischen 97 und 200 – so kann zwar weitergespielt werden, das Spielgeschehen wird jedoch von ansässigen Experten überwacht und gegebenenfalls abgebrochen. Liegt der Wert über 200, so wird sofort abgebrochen.

Spieler mit geteilten Meinungen über das Expertenteam  

Für diese Berechnungen sei ein Team von Experten unterschiedlicher Institutionen zuständig, unter anderem auch vom Enviroment Protection Authority des Bundesstaats Victoria – welches für die Empfehlung verantwortlich war, die Melbourner sollten am Dienstag doch besser in ihren Häusern bleiben. Für die SpielerInnen gibt es in dieser Causa kaum andere Optionen, als den Experten zu vertrauen. Über deren bisherige Arbeit gehen die Meinungen bei den SpielerInnen aber auseinander. Während Angelique Kerber davon überzeugt ist, dass die Experten es gut hinbekommen würden, meint der Argentinier Diego Schwartzman, die Spieler müssen noch mehr spüren, dass sich die Veranstalter richtig um sie kümmern.

Für die Spieler wäre aber ohnehin zu hoffen, dass sich die Luftverhältnisse dahingehend verbessern, dass die vierte Kategorie in der neuen Luftqualitäts-Politik überhaupt nie erreicht wird. Bis Montag bleibt noch Zeit für eine Verbesserung, dann geht´s nämlich mit der ersten Runde der Australian Open los. Mit dem Aufeinandertreffen von Jan-Lennard Struff und Novak Djokovic wartet da bereits der erste richtig große Leckerbissen auf die Zuseher – und das unter hoffentlich guten Luftverhältnissen. 

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von Michael Rothschädl

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19.01.2020, 11:51 Uhr
zuletzt bearbeitet: 19.01.2020, 09:59 Uhr