Australian Open: Formstarker Zverev vor Woche der Wahrheit
Alexander Zverev zieht problemlos ins Viertelfinale der Australian Open ein. Seine Form wird von Tag zu Tag besser.
von SID
zuletzt bearbeitet:
25.01.2026, 12:50 Uhr

Alexander Zverev lächelte gelöst. Souverän das Viertelfinale erreicht, dem Angstgegner aus dem Weg gegangen - und dann auch noch Tennis-Legende Boris Becker überflügelt: Die Stimmung des Hamburgers war nach dem nächsten kleinen Schritt auf dem Weg zum ersehnten Grand-Slam-Titel bestens. "Glücklich" sei er, sagte Zverev, "mit dem Match, mit der Leistung. Viel mehr gibt es heute nicht zu sagen".
Das 6:2, 6:4 und 6:4 gegen den enttäuschenden Argentinier Francisco Cerúndolo war sein vierter starker Auftritt nacheinander, damit steht der Weltranglistendritte einmal mehr in der zweiten Woche der Australian Open. Dort aber wird die Luft zwangsläufig dünner. "Die Matches werden jetzt schwerer und schwerer", befand auch Zverev, der sich allerdings bereit fühlt.
In die Partie gegen den hochveranlagten Learner Tien, der Zverevs Nemesis Daniil Medvedev in drei Sätzen aus dem Turnier nahm, geht der 28-Jährige am Dienstag mit "massivem Respekt", wie er erklärte. Und auch wenn er erneut der Favorit ist: Es dürfte in der Tat ungleich komplizierter werden als gegen Cerúndolo.
In der Rod Laver Arena weht ein anderer Wind
Nicht zuletzt weil Zverev seiner liebgewonnenen John Cain Arena, in der er nun dreimal hintereinander ran durfte, den Rücken kehren muss. In der Rod Laver Arena weht auch im Wortsinn ein anderer Wind. Gegen Tien muss Zverev beweisen, dass er seine neu gewonnenen Stärken auch im größten Stadion der Anlage wieder abrufen kann. Ehe dann wohl die größtmögliche Herausforderung warten würde: ein Halbfinalduell mit dem Weltranglistenersten Carlos Alcaraz.
Gegen Cerúndolo hatte er zuvor mit der Vorhand geglänzt - mit dem Schlag, der ihm in der Vergangenheit am meisten Probleme bereitet hatte. Was Zverev direkt nach dem Match zu einer Mini-Kampfansage verleitete: "Ich habe die Hoffnung, dass ich die nächsten - hoffentlich - drei Matches noch besser spielen kann", sagte er.
Zverev zog durch den Erfolg zum fünften Mal in die Runde der besten acht in Melbourne ein. Ein Kunststück, das Boris Becker in seiner Karriere nur viermal gelang. Der Eurosport-Experte, der das Turnier zweimal gewonnen hat (1991 und 1996) konnte das verschmerzen, Becker lobte Zverev für seinen Auftritt: "Er hat heute hervorragend gespielt - vom ersten bis zum letzten Satz."
Ausgeglichene Bilanz gegen Tien
Zahlreiche lautstarke argentinische Fans hatten in den Pausen der Achtelfinalpartie für einen Hauch von Fußballatmosphäre gesorgt. "Tenemos que ganar" - "wir müssen gewinnen", schallte es von der Tribüne; doch Zverev hatte von Beginn an andere Pläne. Und konnte sich auf seine neue Stärke verlassen. Er spielte fast so viele Winner mit der Vor- wie mit der Rückhand und sicherte sich in den entscheidenden Momenten die Breaks. Zverev ließ sich von seinem Weg auch nicht mehr abbringen, als Cerúndolo sich im dritten Satz stabilisierte.
Gegen Tien geht er nun in sein drittes Duell. Im vergangenen Jahr waren Zverev und das US-Talent zweimal aufeinandergetroffen: In Acapulco gewann Tien auf Hartplatz, bei den French Open siegte Zverev auf Sand.
Die für Dienstag vorhergesagte Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 45 Grad könnte Zverev dabei sogar zum Vorteil gereichen. Die Chancen, dass das Spiel von Beginn an unter einem geschlossenen Dach und damit in einer klimatisierten Halle ausgetragen wird, sind hoch. Zverev spielt gerne bei berechenbaren Bedingungen.
Das Einzel-Tableau in Melbourne
