Australian Open: Herz über Ergebnis - Sönmez wird zur Heldin von Melbourne
Zeynep Sönmez hilft bei den Australian Open einem kollabierten Ballmädchen – und gewinnt danach auch noch ihr Match.
von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet:
18.01.2026, 15:09 Uhr

Es war einer dieser Momente, in denen Tennis plötzlich zur Nebensache wird: Bei den Australian Open sorgte Zeynep Sönmez nicht nur sportlich für Schlagzeilen, sondern vor allem menschlich. In ihrem Erstrundenmatch gegen Ekaterina Alexandrova brach im zweiten Satz ein Ballmädchen neben dem Schiedsrichterstuhl plötzlich zusammen – und Sönmez reagierte instinktiv, schnell und vorbildlich.
Bei Temperaturen von knapp 30 Grad, in der Sonne gefühlt deutlich mehr, geriet die Jugendliche ins Taumeln und fiel zu Boden. Sekunden später war Sönmez zur Stelle, unterbrach die Partie und stützte das Ballmädchen. Gemeinsam mit dem Stuhlschiedsrichter sorgte sie dafür, dass das Mädchen nicht weitermachte – obwohl diese das zunächst wollte. Genau solche Szenen zeigen, wie gnadenlos die Bedingungen in Melbourne sein können.
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Sönmez gewinnt auch Match
Auf dem Weg in den Schatten versagten dem Ballmädchen erneut die Beine, Sönmez fing sie ab und setzte sie auf einen Stuhl. Erst danach übernahmen medizinische Helfer. Später durfte die Jugendliche nach ärztlicher Untersuchung nach Hause – Glück im Unglück also. Besonders bitter: Gespielt wurde auf einem der bekanntesten Hitzeplätze im Melbourne Park, wo die Sonne erbarmungslos herunterknallt.
Nach der längeren Unterbrechung ging das Match weiter – und auch hier behielt Sönmez die Nerven. Zwar verlor sie den zweiten Satz, am Ende setzte sich die Qualifikantin aber mit 7:5, 4:6, 6:4 durch und feierte ihren ersten Einzug in die zweite Runde bei den Australian Open. Sportlich ein Meilenstein, keine Frage.
Doch unterm Strich war das Ergebnis fast egal. In sozialen Medien wurde Sönmez für ihr Verhalten gefeiert, Fans lobten ihre Ruhe und Empathie. Boulevard? Ja, ein bisserl. Aber auch völlig verdient. Denn an diesem Tag gewann Zeynep Sönmez nicht nur ein Tennismatch – sondern sehr viele Herzen. Und sowas sieht man doch auch gerne.
Das Damen-Einzel-Tableau in Melbourne
