Australian Open: Spielen die Damen in 2027 über fünf Sätze?

Australian-Open-Turnierchef Craig Tiley spielt offenbar mit dem Gedanken, die Matches bei den Frauen im kommenden Jahr über Best-of-Three spielen zu lassen. 

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 02.02.2026, 11:33 Uhr

Craig Tiley, Elena Rybakina
© Getty Images
Craig Tiley, Elena Rybakina

Sollen auch die Frauen bei den Majorturnieren über drei Gewinnsätze spielen? Ein altbekanntes Thema (ebenso wie die Gedankenspiele, bei den Herren auf zwei Gewinnsätze zu reduzieren). 

Australian-Open-Turnierchef Craig Tiley hat es nun wieder hervorgekramt. Nach den dramatischen Halbfinals bei den Herren (Alcaraz vs Zverev, Djokovic vs Sinner) labelte Tiley die Australian Open 2026 als das “womöglich größte und beste Turnier überhaupt”. Er lobhudelte auch das Damenendspiel (Rybakina vs Sabalenka) als “unglaublich”. Tileys Gedankenkarussell endete mit der Überlegung, auch bei den Frauen die Viertel- und Halbfinals sowie das Endspiel über drei Gewinnsätze laufen zu lassen. 

“Das ist etwas, das wir auf die Tagesordnung setzen und mit den Spielerinnen besprechen sollten. Denn es gab einige Matches in den letzten Runden, die faszinierend gewesen wären, wenn sie über drei Gewinnsätze gegangen wären”, so Tiley. "Ich weiß nicht, ob die Spielerinnen das wollen würden, aber wir müssen das in Betracht ziehen.“

Falls man zum Schluss gelange, dass dieser Gedanke sinnig sei, würde man es schon in 2027 angehen. “Es gibt keine Regelung, die das ausschließt”, sagte Tiley weiter. Aber man müsse das Thema tiefgreifend mit den Spielerinnen besprechen. 

Erfahrungen mit Best-of-Five bei den Damen gibt es durchaus: Zwischen 1984 und 1998 wurden die Endspiele der WTA Finals über drei Gewinnsätze ausgetragen. 

Aryna Sabalenka bevorzugt zwei Gewinnsätze

Ob Tileys Idee bei den Spielerinnen auf Zustimmung stößt? Fraglich. Aryna Sabalenka hatte sich im Rahmen des Wimbledonturniers 2025 klar dagegen positioniert. Sie befürchtet einen Anstieg von Verletzungen und sagte im Rückblick auf das dramatische French-Open-Endspiel zwischen Carlos Alcaraz und Jannik Sinner: "Ich bin nicht eifersüchtig darauf, als Spielerin fünf Stunden auf dem Platz zu stehen. Ich habe keine Ahnung, wie lange die beiden gebracht haben, sich zu erholen nach diesem verrückten Spiel.”

Offen scheint ebenso, inwieweit Tiley das Thema ernst meint. Der Australier ist bekannt für markante Sprüche, um seine Australian Open auch übers Jahr hinweg im Gespräch zu halten. Ebenso fraglich ist, ob Tiley im kommenden Jahr überhaupt noch die Fäden in Melbourne in der Hand halten wird: Wie in Tenniskreisen gemunkelt wird, ist er als neuer Turnierchef der US Open im Gespräch. Wo das Thema Best-of-Five dann natürlich auch eines wäre.

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von Florian Goosmann

Montag
02.02.2026, 11:34 Uhr
zuletzt bearbeitet: 02.02.2026, 11:33 Uhr

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