Lleyton Hewitt – Ein nicht ganz gelungenes Karriereende

Nach dem emotionalem Abgang des Australiers trüben Spekulationen um seine Verstrickung in den Wettskandal die euphorische Rücktrittsstimmung.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 22.01.2016, 09:58 Uhr

ATP - Leyton Hewitt

Lleyton Hewitt s letzter Gang als Tennisprofi im Zweitrunden-Match gegen den Spanier David Ferrer war über weite Strecken an Emotionalität kaum zu überbieten. Phasenweise kochte die Rod Laver Arena über, feierte ihren Helden, den zweimaligen Grand-Slam-Gewinner, den jüngsten Weltranglisten-Ersten aller Zeiten. Doch der lange Zeit zuvor angekündigte Rücktritt des Mannes aus Adelaide bleibt nun nicht in Gänze ungetrübt. Denn der Name des 34-Jährigen soll im Zuge der Ermittlungen um Spielmanipulationen auf einer Liste mit 15 mutmaßlich Verdächtigen auftauchen. "Es ist ein Witz! Das ist einfach unmöglich. Ich weiß, dass mein Name nun genannt wird. Aber ich denke nicht, dass irgendjemand das glauben kann. Es ist völlig absurd", konterte Hewitt die Anschuldigungen.

Wie die Online-Ausgabe der Schweizer Zeitung "Blick" berichtete, sollen Datenexperten die Namen der verdächtigen Spieler entschlüsselt haben. BBC und das Online-Magazin Buzzfeed hatten just zum Start der Australian Open den Wettskandal publik gemacht. Seinen Namen in diesem Zusammenhang zu nennen, mache die ganze Sache zu einer absoluten Farce, gab sich Hewitt gewohnt kämpferisch. Bei ihm werde man nichts finden. "Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe. Und ich bin bin glücklich, dass ich meine lange Karriere nach meinen Bedingungen beenden konnte", erklärte der Vater dreier Kinder.

Der finale Ausraster

Der emotionsgeladene Ausklang der Tenniskarriere des Lleyton Hewitt in der Rod Laver Arena bleibt jedoch auch aus einem weiteren Grund nicht ganz ohne unangenehme Note. Denn der Weltranglisten-308. ließ seinem während der Zweitrundenpartie angestauten Frust auch noch auf dem größten Court der Anlage ungebremst freien Lauf. Leidtragender: Stuhlschiedsrichter Pascal Maria. Der nämlich musste sich beim letzten Seitenwechsel der Profikarriere des Ex-US-Open und -Wimbledon-Gewinners noch einmal ganz schön was anhören. Was war geschehen? Hewitt ersuchte, nach einigen für ihn überflüssigerweise angemahnten Fußfehlern, das Gehör des Schiedsrichters. Dieser jedoch sah keine Notwendigkeit einzuschreiten, was den Australier wohl auf die Palme brachte. Sein Ärger brach sich Bahn, er schimpfte Maria einen "Idioten". "Das ist der Grund, weshalb jeder in der Umkleide dich für einen selbstbezogenen Typen hält", setzte der scheidende Profi seine Schimpftirade fort. "Rustys" Finale war ein Abgang mit Widerhall - für seine Anhänger und andere Wegbegleiter. Bleibt zu hoffen, dass der fade Beigeschmack in Sachen Spielmanipulation keine dunklen Schatten auf Hewitts so glanzvollen Tage werfen möge.

von tennisnet.com

Freitag
22.01.2016, 09:58 Uhr