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Australian Open: Novak Djokovic darf 2023 in Melbourne spielen

Ein Jahr nach dem öffentlichen Einreisedrama von Melbourne bekommt Novak Djokovic laut Medienberichten sein Visum für Australien.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 15.11.2022, 14:53 Uhr

Novak Djokovic darf 2023 an den Australian Open teilnehmen
© Getty Images
Novak Djokovic darf 2023 an den Australian Open teilnehmen

Noch am Montagabend hatte sich Novak Djokovic ahnungslos gegeben, wenige Stunden später vermeldeten australische Medien die für den Serben erlösende Nachricht: Ein Jahr nach dem öffentlichen Einreisedrama in Melbourne bekommt der Tennisstar sein Visum und darf bei den Australian Open (ab 16. Januar) um seinen zehnten Titel spielen. Der Bann scheint aufgehoben zu sein.

Hinter den Kulissen hatten Djokovics Anwälte mit der australischen Regierung verhandelt, es gebe aber noch "nichts Offizielles. Wir warten", hatte Djokovic nach seinem Auftaktsieg bei den ATP Finals in Turin gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas (6:4, 7:6) gesagt.

Einreise nach Australien ohne Impfung möglich

Eine offizielle Mitteilung ließ zunächst auch am Dienstag auf sich warten, die Berichte des Guardian Australia oder des TV-Senders ABC waren jedoch eindeutig: Djokovic darf einreisen, das mehrjährige Verbot, das er sich zu Beginn des Jahres eingehandelt hatte, als er versuchte, ohne Impfung einzureisen, wird annulliert.

Rückblende: Im Januar 2022 war es vor den Australian Open zum Eklat gekommen, plötzlich war nicht mehr Rafael Nadal Djokovics größter Gegner, sondern das australische Bundesgericht. Die juristische Auseinandersetzung dauerte zehn Tage, in denen Djokovic in einem Abschiebe-Hotel in Zwangsquarantäne ausharrte. Vor seinem Fenster versammelten sich seine Fans und forderten seine "Freilassung".

Djokovic vom Gerichtsstreit belastet

Die australische Regierung um Einwanderungsminister Alex Hawke jedoch blieb hart, sie befürchtete Unruhen im Land, falls Djokovic, der "von manchen als Vertreter der Impfgegner-Bewegung wahrgenommen wurde" (Hawke), eine Ausnahmegenehmigung bekomme. Für Djokovic (35) war es eine der schmerzhaftesten Niederlagen seiner Karriere, auch bei den US Open in New York fehlte er wegen der Impf-Weigerung.

Der Gerichtsstreit in Melbourne habe ihn "mehr mental und emotional als körperlich stark belastet", gab Djokovic später zu. Er brauchte eine Weile, um sich komplett zu erholen und die Erlebnisse, "in positive Energie umzuwandeln". Erst beim Sandplatz-Masters in Rom holte er den ersten Titel der Saison, in Wimbledon lief er im Juli zur Bestform auf und gewann sein 21. Grand-Slam-Turnier. Damit fehlt ihm nur noch ein Titel zu Rekordhalter Nadal.

Opposition kritisiert anstehende Entscheidung

Sollte Djokovic tatsächlich sein Visum bekommen, darf er sich auch bei der neuen australischen Regierung um Premierminister Anthony Albanese bedanken. Die verfolgt einen anderen Kurs als die Vorgänger der konservativen Koalition. Einreisen nach Australien sind mittlerweile wieder ohne Impfnachweis möglich, der neue Einwanderungsminister Andrew Giles soll Djokovics Bann aufheben.

Kritik gab es zuletzt aus der Opposition. "Es wäre ein Schlag ins Gesicht für alle Leute in Australien, die richtig gehandelt und sich impfen gelassen haben, wenn Novak Djokovic plötzlich erlaubt wird, zurück ins Land zu kommen, nur weil er ein hochrangiger Tennisspieler mit vielen Millionen Dollar ist", sagte Karen Andrews im ABC-Radio. Die 62-Jährige war Innenministerin, als Djokovic im Januar ausgewiesen worden war.

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Dienstag
15.11.2022, 14:47 Uhr
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