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Titel-Traum: Marach will die letzten Reserven mobilisieren

Der Titel-Traum lebt: Der Steirer Oliver Marach möchte am Samstag im Doppel-Finale von Melbourne seine letzten Reserven mobilisieren.

von Ulrike Weinrich
zuletzt bearbeitet: 26.01.2018, 18:22 Uhr

Oliver Marach (vorne) und Mate Pavic sind in dieser Saison noch ungeschlagen

Von Ulrike Weinrich aus Melbourne

Es schlugen in den vergangenen Tagen zwei Herzen in der Brust von Oliver Marach. Natürlich wünscht der 37-Jährige seinem Doppel-Partner Mate Pavic auch bei anderen Aktivitäten als dem gemeinsamen Schlagabtausch nur das Allerbeste. Doch die Tatsache, dass der Kroate bei den Australian Open zudem im Mixed von Sieg zu Sieg eilt, könnte Marachs Mission Down Under erschweren.

Der Routinier weiß, dass er auf der Höhe sein muss, wenn sich das Duo am Samstagabend im Melbourne Park im Finale gegen die Kolumbianer Juan Sebastian Cabal/Robert Farah (Nr. 11) seinen ersten Grand-Slam-Titel holen möchte. "Natürlich haben die letzten Wochen geschlaucht. Aber wir wissen: Wir können jeden schlagen", sagte Marach vor dem zweiten Major-Endspiel des Gespanns nach Wimbledon 2017. Im Rasen-Mekka an der Church Road hatten sie sich im vergangenen Sommer den Ausnahmekönnern Lukasz Kubot/Marcelo Melo (Polen/Brasilien) beugen müssen. Nach dramatischem Verlauf - mit 11:13 im fünften Satz.

"Ich spiele auf Reserve. Der Körper ist einfach übersäuert"

In dieser Saison sind Marach/Pavic noch ungeschlagen, nachdem sie vor den Aussie Open bereits die Turniere in Doha sowie Auckland gewonnen haben. "Wir haben das Selbstvertrauen von den ersten Wochen des Jahres, das macht bei den wichtigen Punkten viel aus", sagte der Grazer mit Wohnsitz Panama. Die Kehrseite der Medaille: "Ich spiele auf Reserve. Ich habe jetzt zwar keine Verletzungen, aber der Körper ist nach den vielen Spielen einfach übersäuert." Nach einem Jubler im Semifinale gegen Jan-Lennard Struff/Ben Mclachlan (Warstein/Japan) war Marach sogar kurz schwindelig geworden.

Pavic ist zwar 13 Jahre jünger als Marach, doch der Linkshänder aus Split musste am Donnerstag nach dem Doppel-Halbfinale auch noch im Mixed ran. Genauso wie am Freitag, als er mit der Kanadierin Gabriela Dabrowski ebenfalls das Endspiel erreichte. Eagl wie, "ich würde es lieben, wenn wir nach den Erfolgen in Doha und Auckland dam Samstag das Triple schaffen", betonte Marach, die Nummer 17 der Doppel-Weltrangliste.

Marach will nach Untersuchungen Davis Cup spielen

Marach könnte nach Jürgen Melzer (Wimbledon 2010, US Open 2011) und Julian Knowle (US Open 2007) der insgesamt dritte Österreicher werden, der im Herren-Doppel einen Grand-Slam-Titel holt. Für den Coup beim Happy Slam wartet ein Scheck von knapp 453.000 Euro auf die Sieger-Kombi.

Ungeachtet des Final-Ausgangs und der körperlichen Verfassung will Marach unbedingt im Davis-Cup-Duell für die Alpenrepublik gegen Weißrussland (2./3. Februar) in St. Pölten spielen. "Das ist mir sehr wichtig. Ich werde dort aber erst am Mittwoch ins Training einsteigen", kündigte Marach an. Mit Kapitän Stefan Koubek ist das abgestimmt. Zuerst will sich der Melbourne-Finalist nach der Heimreise vom Arzt beziehungsweise Physio durchchecken lassen.

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