Australian Open: Roger Federer sorgt wieder für Staunen in Melbourne

Roger Federer steht erneut in der Rod Laver Arena, spielt locker auf – und gewinnt sogar ein Tiebreak gegen Casper Ruud.

von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet: 16.01.2026, 15:57 Uhr

Roger Federer machte beim Training mit Casper Ruud eine gute Figur
© Getty Images

Zugegeben: Wenn Roger Federer in der Rod Laver Arena auftaucht, liegt automatisch Nostalgie in der Luft. Umso erstaunlicher war der Auftritt des 44-Jährigen in Melbourne, wo er bei einer Trainingseinheit gegen Casper Ruud zeigte, dass Eleganz, Timing und Ballgefühl auch nach dem Karriereende nicht einfach verschwinden. Höhepunkt: Federer entschied das Tiebreak für sich – sehr zur Überraschung der Zuschauer.

Dabei liegt Federers letzter ernsthafter Auftritt schon eine Weile zurück. Sein letztes Grand-Slam-Match bestritt er 2021 in Wimbledon, gezeichnet von Knieproblemen. Der offizielle Abschied folgte 2022 beim Laver Cup. Nun ist der Schweizer erstmals seit sechs Jahren wieder in Australien – gemeinsam mit Ehefrau Mirka, den vier Kindern und seinen Eltern. Bei den Australian Open, die er insgesamt sechs Mal gewann, ist Federer am Sonntag der Stargast der neu eingeführten Eröffnungsfeier.

Kein alltäglicher Luxus für den “Maestro”

Auf der faulen Haut liegt der Maestro aber auch im Ruhestand nicht. Am Freitag stand er mit Ruud für eine öffentliche Trainingseinheit auf dem Court, am Samstag folgt ein Promi-Doppel an der Seite von Andre Agassi, Lleyton Hewitt und Pat Rafter. Dass Federer bei seinen Auftritten mehr als nur mitspielt, musste auch Ruud anerkennen. Der Norweger sprach schmunzelnd von einer weiteren Tiebreak-Niederlage und beschrieb Federer als „so geschmeidig wie immer“.

Federer selbst nahm den Auftritt mit Humor. Normalerweise hätte er an dieser Stelle über Form und Erwartungen gesprochen, erklärte er – heute spiele das keine Rolle mehr. Es sei ein Privileg gewesen, wieder in der Rod Laver Arena zu stehen. Die Turnierleitung habe ihm für die Vorbereitung auf das Show-Doppel sogar den Center Court samt Publikum geöffnet – ein Luxus, den auch Federer nicht alltäglich nennt.

Ein Comeback im Ernst? Das Thema erledigte er gleich selbst. Als ihm im Interview augenzwinkernd eine Wildcard angeboten wurde, winkte Federer lachend ab. Seine Kniescheibe wackle, Körper und Kopf seien dafür nicht bereit. Unterm Strich blieb vor allem eines: ein kurzer, aber intensiver Nostalgie-Trip – und der Beweis, dass Roger Federer auch mit 44 noch mühelos für besondere Tennis-Momente sorgen kann.

Hier das Programm für den Sonntag bei den Australian Open 2026

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von Stefan Bergmann

Freitag
16.01.2026, 16:45 Uhr
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