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Tommy Haas träumt vom Comeback in Melbourne

Der dreifache Australian-Open-Halbfinalist will bei seinem favorisierten "Major" ein letztes Mal auf die Tour zurückkehren.

von Björn Walter
zuletzt bearbeitet: 04.10.2016, 00:00 Uhr

"Es ist erst dann vorbei, wenn es vorbei ist", tönte einst Sylvester Stallone im Boxer-Epos "Rocky". Mit dem Credo der US-Schauspiellegende dürfte sich auch Tommy Haas in den letzten Monaten immer wieder angetrieben haben. Der gebürtige Hamburger will trotz zahlreicher Verletzungen noch ein letztes Mal auf die Profibühne zurückkehren. Via Instagram machte Haas deutlich, was für ihn dabei das Wichtigste sei: "Ich versuche alles, um selbst zu bestimmen, wie ich aufhöre." Den passenden Ort für sein Comeback hat der frühere Weltranglisten-Zweite auch schon im Kopf. Zwar könne der 38-Jährige noch keinen konkreten Termin bekanntgeben. "Noch einmal die Australian Open zu spielen, wäre aber etwas ganz Besonderes für mich", sagte Haas bei Schlägertests für seine Ausrüsterfirma HEAD.

An den "Happy Slam" hat der 15-fache ATP-Titelträger besonders gute Erinnerungen. In den Jahren 1999, 2002 und 2007 erreichte er in Melbourne drei seiner vier Halbfinals auf Grand-Slam-Ebene. Lediglich in Wimbledon (2009) gelang Haas Vergleichbares. Im April musste sich der Wahl-Amerikaner seiner insgesamt neunten Operation unterziehen. Der nötig gewordene Eingriff am rechten Fuß war gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Saisonende für den Familienvater. Sein letztes Match auf der ATP-Tour hatte Haas, der seit 1996 Profi ist, Mitte Oktober 2015 in Wien bestritten. Dort war er zum Auftakt am Franzosen Jo-Wilfried Tsonga gescheitert. Dass er bei seiner Rückkehr auf das Protected Ranking zurückgreifen kann, sei hilfreich, sagte der frühere Davis-Cup-Spieler bereits im Frühjahr. Denn eine Weltranglisten-Platzierung hat der Tennis-Oldie aufgrund seiner langen Zwangspause nicht mehr.

"Auf die Schulter kommt es an"

Um die mentale Komponente mache er sich weniger Sorgen, vielmehr komme es darauf an, wie gut sein Körper auf die Belastungen reagieren wird: "Das Spiel wird immer physischer. Die Schulter muss dem Stand halten und kontinuierlich besser werden - darauf wird es ankommen." Die Schulter bereitet dem besten deutschen Tennisspieler seit Boris Becker immer wieder große Probleme. Im Juni 2014 hatte er sich seiner vierten Schulter-OP unterzogen und danach mehr als ein Jahr pausiert. Doch Haas plant längst zweigleisig. Für die Zeit nach der Karriere hat der Veteran bereits die ersten Weichen gestellt, ab dem kommenden Jahr wird er Turnierdirektor des ATP-Masters-1000-Hartplatzturniers in Indian Wells (USA, Kalifornien).

von Björn Walter

Dienstag
04.10.2016, 00:00 Uhr