Australian Open: Und erstens kommt es anders …
Daniil Medvedev hat 2026 schon mehr Matches bei Grand-Slam-Turnieren gewonnen als in der gesamten abgelaufenen Saison. Der gestrige Erfolg gegen Fabian Marozsan könnte aber zu einem hohen Preis gekommen sein.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
24.01.2026, 10:03 Uhr

Fabian Marozsan ist ein prächtiger Tennisspieler, der - auch jüngere Tennisfreunde werden sich daran erinnern - auch schon mal Carlos Alcaraz besiegt hat. Lustigerweise bei einem Turnier, das auch im Leben von Daniil Medvedev ein bisschen bedeutsam war: Rom 2023, da konnte der Russe tatsächlich bei einem 1000er reüssieren, ehe eine zweieinhalbjährige Titel-Flaute folgte. Die erst Ende 2025 in Almaty beendet wurde.
Jetzt scheint Medvedev wieder auf dem Weg nach oben zu sein, in dieser Saison hat er ja schon in Brisbane als Champion angeschrieben. Die Idee vor dem Treffen gegen Fabian Marozsan am gestrigen Freitag war nun sicherlich, gegen den zwar starken, aber eben auch nicht besonders konstanten Ungarn, eher weniger Energie liegen zu lassen. Um dann für ein mögliches Wiedersehen mit Learner Tien voll fit zu sein. Zumal der US-Amerikaner ja eine potenziell schweißtreibende Partie gegen Nuno Borges vor sich hatte.
Soweit die Theorie.
Tien mit viel weniger Mühe als Medvedev
Praktisch legte Daniil Medvedev einen kapitalen Fehlstart hin, buddelte sich selbst ein 0:2-Satz-Loch, aus dem er sich dann aber doch befreien konnte. Dafür benötigte Medvedev insgesamt 3:43 Stunden. Und die wird er spüren, wie Alex Peya, der in Melbourne als Coach von Neil Oberleitner vor Ort ist, im täglichen Tennisnet-Podcast anmerkte.
Learner Tien dagegen? Zwei Stunden und vier Minuten, nach einem sehr knappen zwei sehr deutliche Satzgewinne gegen Borges und das Achtelfinalticket war gebucht. Was ja auch eine schöne Bestätigung dafür ist, wie sehr sich Tien in den vergangenen zwölf Monaten gesteigert hat. Wobei er bei den Australian Open ja erstmals so richtig auf sich aufmerksam machen konnte - mit einem Erfolg gegen Daniil Medvedev.
Der allerdings war vor Jahresfrist ganz weit von seiner Topform entfernt. Und dass sich Medvedev auch nach längeren Matches zu regenerieren weiß, hat er in seiner nun auch schon ziemlich langen Karriere oft genug gezeigt. Man darf gespannt sein.
Hier das Einzel-Tableau in Melbourne
