Australian Open: Unterhand mit Ansage - Corentin Moutet bleibt sich in Melbourne treu
Corentin Moutet sorgt bei den Australian Open erneut für Diskussionen – und verteidigt seine Spielweise offensiv.
von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet:
19.01.2026, 11:36 Uhr

Der Matchball kam nicht überraschend, die Ausführung dafür umso mehr. Corentin Moutet entschied sein Erstrundenmatch bei den Australian Open mit einem Unterhand-Aufschlag – und kassierte dafür Pfiffe vom Publikum. Sportlich brachte ihm das ein glattes Drei-Satz-Ergebnis und den Einzug in Runde zwei, atmosphärisch sorgte es einmal mehr für Diskussionen rund um den Franzosen.
Dabei ist das kein neues Kapitel. Moutet greift immer wieder bewusst zum Unterhand-Serve – auch auf großen Bühnen. Schon bei früheren ATP-Turnieren, unter anderem gegen Novak Djokovic und Diego Schwartzman, setzte er dieses Stilmittel ein. Für den 25-Jährigen ist das kein Gag, sondern Teil seines taktischen Arsenals. „Ich habe das gemacht, weil ich dachte, dass ich damit den Punkt gewinnen kann“, erklärte Moutet nach dem Spiel nüchtern. „Ich habe den Punkt gewonnen – mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.“
Der Franzose polarisiert seit Jahren
Vorwürfe der Respektlosigkeit wies er klar zurück. Er habe zahlreiche Optionen beim Aufschlag, sagte Moutet, und entscheide situativ. „Ich könnte normal servieren, ich könnte etwas anderes machen. In diesem Moment war das für mich die beste Lösung“, erklärte er. Unterm Strich sei Tennis ein Spiel der Entscheidungen – und diese habe er getroffen, ohne Hintergedanken.
Dass Teile des Publikums anders reagierten, nahm Moutet zur Kenntnis, ohne großes Drama daraus zu machen. Klar: Der Franzose polarisiert seit Jahren mit seinem Stil, seiner Körpersprache und seinen taktischen Kniffen. Doch regelwidrig ist daran nunmal nichts. Was vom Tage übrig bleibt? Ein Zweitrunden-Duell mit dem US-amerikanischen Qualifikanten Michael Zheng.
Das Herren-Einzel-Tableau in Melbourne
