Volley hinter dem eigenen Rücken – Altmeister Leander Paes am Zaubern
Leander Paes zeigte im Mixed-Doppel der Australian Open vor, dass die Reflexe immer noch vorhanden sind.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
30.01.2015, 22:09 Uhr

In Madras im April 1997 hatte er einst den ersten ATP-Doppeltitel in seiner Karriere gefeiert. Fast 18 Jahre später ist Leander Paes weiter ein Teil der absoluten Doppel-Weltspitze. Mit 41 Jahren steht der Inder dieser Tage sogar vor seinem nächsten großen Triumph, denn er hat mit Martina Hingis (Schweiz) durch ein 7:5, 6:4 über Pablo Cuevas (Uruguay) und Su-Wei Hsieh (Taiwan) das Mixed-Doppelfinale der Australian Open erreicht. Für ihn geht’s am Sonntag im Finale gegen Daniel Nestor (Kanada) und Kristina Mladenovic (Frankreich) um den siebten Mixed-Grand-Slam-Titel seiner Laufbahn, den dritten in Melbourne nach 2003 und 2010.
Im Herren-Doppel hält Paes schon bei acht „Major“-Pokalgewinnen. Kein Wunder, gilt er mit seiner enormen Spielübersicht, seinem großen Ballgefühl und taktischen Verständnis als einer der sicher besten Doppelspieler aller Zeiten. Nicht zu vergessen: seine oft nahezu unfassbaren Reflexe am Netz. Ein solcher hat sich für Paes/Hingis im Halbfinale am Freitag als besonders wertvoll erwiesen. Beim überaus heiklen Spielstand von 3:4 und 30:30 im ersten Satz glückte dem Altmeister nämlich ein schier unglaublicher Zauberball. Paes schien im Volley-Duell mit Hsieh bereits den Kürzeren zu ziehen und wurde auf dem Gegenfuß erwischt. Geistesgegenwärtig, und wohl auch mit einer Portion Glück, brachte er den Schläger jedoch hinter seinen eigenen Rücken – traf den Ball und holte in weiterer Folge mit einem Rückhand-Volley den Punkt. Es ist ohne Zweifel einer der bisher sensationellsten Punktgewinne der Australian Open 2015.
(Text: MaWa)
