Ben Shelton: Vom Turniersieger zum Zweifelnden

Nach dem Championat in München ist bei Ben Shelton nicht mehr viel zusammen gelaufen. 

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 20.05.2026, 08:02 Uhr

Ben Shelton hat den Schwung aus München nicht mitnehmen können
© Getty Images
Ben Shelton hat den Schwung aus München nicht mitnehmen können

Ben Shelton hat seine Sandplatzsaison 2026 streng genommen schon in Houston begonnen, aus europäischer Sicht allerdings erst so richtig etwas später in München. Und das hat sich bekanntlich gut angelassen beim MTTC Iphitos: Shelton konnte den Titel und das Siegerauto mit in das Frühjahr nehmen. Und ist ein Sieg in der Höhenlage von München nicht auch gleich ein guter Gradmesser für ein erfolgreiches Antreten in der Höhenlage von Madrid? 

Von wegen. In der Caja Magica setze es zum Auftakt gleich eine Pleite gegen Dino Prizmic, in einem zugegeben sehr unterhaltsamen Match, das auch in die Richtung von Ben Shelton hätte gehen können. Ein paar tage später setzte es in Rom aber gleich die nächste Auftaktpleite, diesmal gegen Nikoloz Basilashvili, immerhin auch erst in drei Sätzen. 

So gesehen wird der knappe Erstrundenerfolg in Hamburg gegen Marcus Giron der einzige Matchsieg für Shelton auf europäischem Sand vor Beginn der French Open 2026 bleiben. Denn bekanntlich war gestern Abend gegen Daniel Altmaier am Rothenbaum Schluss. Das hat zunächst daran gelegen, dass Altmaier seine Taktik bis zum Ende durchziehen konnte. Der deutsche Davis-Cup-Spieler geht ja stets bestens vorbereitet in eine Partie. Und die Bedingungen in Hamburg haben eher ihm als Shelton in die Karten gespielt. 

Shelton fordert Alcaraz in Roland-Garros 2025

Und dennoch sollte der US-Amerikaner eigentlich die Waffen haben, um Matches wie dieses zu gewinnen. An mangelndem Kampfgeist liegt es sicherlich nicht, dass Shelton nun mit wenig Spielpraxis nach Paris kommt. Der hat ihn ja auch in München ausgezeichnet und letztlich zum Titel getragen. Aber ein paar spielerische Zweifel schwingen da vor dem zweiten Major der Saison 2026 schon mit. Viel hängt vom Aufschlag ab, der Rückhand-Slice greift nicht immer, Daniel Altmaier hat es zudem verstanden, die Netzangriffe von Shelton gut zu parieren. 

Andererseits sollte man nicht vergessen, dass Ben Shelton gerade zu den größten Anlässen sein bestes Tennis auspackt. Das war auch im vergangenen Jahr im Stade Roland-Garros so, als er dem späteren Champion Carlos Alcaraz alles abverlangte. Der Spanier wird bekanntlich noch länger fehlen, vielleicht ermöglicht das ja wieder einen tiefen Run von Shelton. 

Daniel Altmaier kommt ohnehin mit besten Erinnerungen nach Paris - hat er doch in den vergangenen Jahren neben anderen auch Jannik Sinner und Taylor Fritz eben dort geschlagen. Erst einmal geht es aber in Hamburg weiter: und da müssen sich heute erst Tommy Paul und Tomas Martin Etcheverry darum zu Ende streiten, wer gegen Altmaier antreten darf. 

Hier das Einzel-Tableau in Hamburg 
 

von Jens Huiber

Mittwoch
20.05.2026, 11:33 Uhr
zuletzt bearbeitet: 20.05.2026, 08:02 Uhr