Boris Becker über Novak Djokovic Finalniederlage gegen Rafael Nadal: "Hat im Herz weh getan"

Das French-Open-Finale 2020 war eines der eindeutigeren Grand-Slam-Endspiele der jüngeren Vergangenheit, Rafael Nadal dominierte Novak Djokovic am Court Philippe-Chatrier in allen Belangen. Ein Umstand, der Boris Becker offensichtlich mitnimmt. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 19.10.2020, 23:38 Uhr

Boris Becker hat drei Jahre mit Novak Djokovic zusammengearbeitet
Boris Becker hat drei Jahre mit Novak Djokovic zusammengearbeitet

Wie nah sich Novak Djokovic und Boris Becker auch Jahre nach der Zusammenarbeit noch stehen, haben wohl die TV-Bilder auf Eurosport in den Minuten nach der Disqualifikation des Serben bei den US Open am eindrucksvollsten gezeigt. Becker, als Experte für den Sportsender tätig, stand sichtlich angefasst da, hatte bei der Analyse der vergangenen Augenblicke im Arthur Ashe Stadium gar feuchte Augen. 

Nun, bei den French Open, lief es für Djokovic zwar sportlich wesentlich besser. Der Branchenprimus konnte sich im Vergleich zum Vorjahr verbessern und erreichte das Endspiel in Roland Garros. In diesem sollte dem Serben aber Rafael Nadal gegenüberstehen. Jener Mann, der sich zuvor exakt zwölf Titel am Bois de Bolougne erspielen konnte. Es sollte ein Finale der klareren Sorte werden, Djokovic waren nach der Höchststrafe in Durchgang eins gerade einmal zwei Spielgewinne in den ersten beiden Sätzen vergönnt. 

Becker: "Waren Brüder im Herzen"

Ein Match, das nicht nur beim Serben Spuren hinterlassen hat. "Das hat im Herzen weh getan", gestand auch Boris Becker im Zuge einer Gesprächsrunde in Dessau. Trotz dem Ende der dreijährigen Zusammenarbeit sei der Respekt vor dem Weltranglisten-Ersten nach wie vor ungebrochen. "Es war eine ganz bemerkenswerte Zeit für mich und für ihn. Wir waren Brüder im Herzen", zitierte die FAZ den 52-Jährigen. 

Natürlich gebühre aber an dieser Stelle vor allem dem Sieger, Rafael Nadal, größter Respekt, so Becker. Bereits während der Übertragung hatte der Deutsche via Eurosport konstatiert, den Mallorquiner noch nie so gut spielen gesehen zu haben, dass Djokovic trotz der regelrechten Abfuhr im ersten Satz nicht einmal schlecht gespielt habe. "Er hat ein perfektes Match gespielt", erkannte auch Novak Djokovic selbst im Anschluss an das Endspiel die Leistung seines Gegenüber neidlos an. 

Gute Perspektiven für deutsches Herrentennis

Neben seinem Engagement als Experte im TV-Studio hat Boris Becker außerdem das deutsche Herrentennis unter seinen Fittichen. Und darf dabei laut eigenen Angaben auf eine glänzende Zukunft hoffen: "Wir können froh sein, dass wir Zverev und Co. haben, da wächst eine Generation." Der 23-jährige Zverev hatte in den drei Grand-Slam-Turnieren 2020 ein Achtelfinale, ein Halbfinale und auch ein Endspiel erreicht. 

In diesem Zusammenhang appelliert Becker, auch Erfolge - wie etwa einen Einzug unter die besten Vier bei einem Grand Slam - zu würdigen und nicht nur alleine auf die Titel zu sehen. "Wir müssen uns auch ein wenig gedulden", so der 52-Jährige. Momentan gehe es dem deutschen Herrentennis "ganz gut" - wenngleich "mehr" natürlich immer besser wäre. 

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