Brad Stine: "Novak Djokovic hat noch immer die Aura der Unbesiegbarkeit"
Brad Stine, der aktuelle Coach von Tommy Paul, sieht Novak Djokovic und Rafael Nadal derzeit in unterschiedliche Richtungen unterwegs.
von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet:
08.04.2023, 22:44 Uhr

Novak Djokovic ist mit Rafael Nadal gleichgezogen. Und ausgerechnet die French Open, der Ort der großen Dominanz des Rafael Nadal, könnten nun zum Schauplatz werden, an dem einer der beiden Ausnahmekönner auf 23 Grand-Slam-Titel stellen könnte. Und damit im direkten Vergleich im Rennen um die meisten Major-Titel neuerlich Oberwasser erlangen.
Die derzeitige Verfassung könnte indes unterschiedlicher kaum sein. Djokovic blieb der ATP-Tour zuletzt vorrangig aufgrund fehlendem Impf-Attest fern, wird in Monte-Carlo aber wieder aufschlagen. Rafael Nadal hingegen fehlt im Fürstentum. Weil den Mallorquiner seit den Australian Open eine von zahlreichen Verletzungen in den vergangenen Monaten plagt.
Djokovic mit der Aura der Unbesiegbarkeit
Diese waren auch Grund dafür, warum es für den Mallorquiner in der Vergangenheit immer wieder schwierige Niederlagen auf dem Platz zu verdauen gab. Und diese wiederum legen für Brad Stine, den aktuellen Übungsleiter von Tommy Paul, nahe, dass sich die Wahrnehmung hinsichtlich des Spanier etwas gewandelt habe. "Nadal war in den letzten sechs oder acht Monaten viel verwundbarer. Nadal ist in dieser Phase seines Lebens anfällig für Niederlagen."
Ganz anders Novak Djokovic, der für Brad Stine nach wie vor "die Aura der Unbesiegbarkeit" in sich trage. Etwas, das Nadal durchaus abhandengekommen sei. "Rafa ist, wie wir schon sagten, ein bisschen in der Schwebe, wohin er gehen wird. Ich glaube, er hat gegen fünf Amerikaner in Folge verloren oder so (...). Also, es gibt eine Verletzbarkeit, die vorher nicht da war."
Diese Abwesenheit einer Verletzbarkeit sei auch ein maßgeblicher Unterschied zur Konkurrenz gewesen. Denn bei all den anderen, sei es Medvedev, Alcaraz oder Sinner, spüre er diese Verwundbarkeit durchaus. "Ich habe das Gefühl, dass jeder einzelne von ihnen verletzlich ist." Nur bei Novak Djokovic habe er dieses Gefühl nicht.
