Bresnik zu Medvedev-Eklat: „Irgendwann ist der Autoritätsverlust zu hoch“

Daniil Medvedev hat seinen Coach Gilles Cervara im Finale von HalleWestfalen verbal so lange malträtiert, bis dieser das Stadion verlassen hat. Für Trainer-Legende Günter Bresnik kein Einzelfall. Aber auch kein längerfristiges Erfolgsmodell.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 20.06.2022, 19:52 Uhr

Günter Bresnik strahlt als Coach eine natürliche Autorität aus
© Getty Images
Günter Bresnik strahlt als Coach eine natürliche Autorität aus

Das Finalwochenende in HalleWestfalen war von starkem Tennis geprägt. Aber auch vom Disput von Daniil Medvedev mit seinem Coach Gilles Cervara. Schon im Halbfinale gegen Oscar Otte ließ Medvedev seinen Ärger in Richtung Box freien Lauf, Cervara ertrug dies stoisch. Im Endspiel gegen Hubert Hurkacz kamen dann Widerworte auf die Tiraden des Weltranglisten-Ersten, bis Cervara schließlich seine Tasche nahm und das Stadion verließ.

Keine Premiere wohlgemerkt. Denn einen ähnlichen Vorfall gab es auch schon bei den Australian Open 2021. Und genau darin sieht Trainer-Legende Günter Bresnik ein potenzielles Problem. „ So etwas kann einmal passieren. Wenn es aber zum Dauerzustand wird, dass der Trainer zum Kratzbaum des Spielers wird, dann ist irgendwann einmal der Autoritätsverlust zu hoch, als dass man noch sinnvoll miteinander arbeiten kann.“

Bresnik kennt die Vorgeschichte nicht

Bresnik sagt gegenüber tennisnet.com aber auch: „So etwas gibt es überall, bei mir und bei jedem anderen Trainer auch. Die Frage ist, was Medvedev gesagt hat, meistens gibt es dazu eine Vorgeschichte. Kann ja sein, dass es seit Tagen Reibereien gibt.“ Warum das so ist? „Probleme dieser Art treten meistens dort auf, wo der Altersunterschied zwischen Coach und Spieler sehr gering ist.“.

Wäre es also nur konsequent, wenn sich Cervara dieses Verhalten von Medvedev nicht länger bieten lassen und seine Sachen gleich ganz packen würde? „Solange man aber wirtschaftlich von jemandem abhängig ist, lassen sich die Leute halt Sachen bieten, die sie sich sonst nicht bieten lassen würden. Das macht es schwer“, erklärt Günter Bresnik.

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