Chaos in Österreichs Padelszene: APU sperrt das Frauennationalteam

Der Padelsport wächst und wächst. International wie auch in Österreich gibt es allerdings Grabenkämpfe zwischen verschiedenen Verbänden. Leidtragende sind in Österreich die Padel-Spielerinnen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 16.08.2022, 08:42 Uhr

Der Länderkampf zwischen Österreich und Deutschland hat Nachwirkungen
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Der Länderkampf zwischen Österreich und Deutschland hat Nachwirkungen

Gestern und vorgestern fanden im La Ville in Wien die Österreichischen Pademeisterschaften statt, ausgerichtet vom Österreichischen Padel Verband (ÖPV). Antreten durften alle SpielerInnen, die sportlich dafür in Frage kommen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber: Vom 02. - 04.09. werden die österreichischen Meisterschaften der Austrian Padel Union (APU) ausgetragen. Während bei den Meisterschaften des ÖPV alle SpielerInnen willkommen sind, gab es nun seitens APU einen Knalleffekt: Das Frauennationalteam wurde von den Titelkämpfen ausgeschlossen! Damit sind sechs der Top 10-Frauen nicht spielberechtigt. Von den im letzten Jahr erfolgreichen Teams kann nur einziges starten.

Wie kam es zu dieser Sperre? Nach Jahren der internationalen Abwesenheit haben einige der Topspielerinnen beschlossen, die Qualifikation für die Padel-Weltmeisterschaften zu spielen. Österreich soll auch international im Padelsport der Frauen präsent sein. Da dies nur über den Weltpadelverband (FIP) möglich ist und der ÖPV Mitglied der FIP ist, muss dies durch den ÖPV organisiert werden. Um eine Standortbestimmung zu bekommen, hat der ÖPV in Zusammenarbeit mit den Nachbarverbänden einen Länderkampf Deutschland (Nr. 8 im FIP-Länderranking) – Österreich – Schweiz auf der Anlage des TC Blauweiß Feldkirch organisiert. Die österreichischen Frauen haben sich wacker geschlagen, auch wenn die beiden Spiele jeweils 1/2 verloren gegangen sind. Am zweiten Tag gab es noch ein Turnier an dem die drei stärksten Paare der drei Länder starten durften. Hier belegte das österreichische Top-Paar den hervorragenden dritten Platz.

Die Freude währte nur kurz, es folgte umgehend eine Sperre für die österreichischen Meisterschaften der APU. Sogar die im Länderkampf nicht eingesetzten Ersatzspielerinnen wurden gesperrt. Begründung: Man hat in einem - wenn auch inoffiziellen – Wettkampf den ÖPV vertreten. Dass eine internationale Teilnahme nur über eine FIP-Lizenz durch den ÖPV möglich ist, ist auch der APU bekannt. So haben die früheren Ranglistenersten und APU-Masterminds Christoph Krenn und David Alten noch im Sommer des Vorjahres auf ihr Ansuchen eine FIP-Lizenz über den ÖPV erhalten, um einige internationale Turniere spielen zu können.

Gezielte Aktion gegen eine kleine Gruppe?

In den Statuten der APU findet sich kein Passus, der Österreicherinnen verbietet, an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. Und, da die APU dies nicht bieten kann, muss man eine ÖPV-Lizenz lösen.

Spannend an der Sperre ist die Tatsache, dass diese eine gezielte Aktion gegen eine kleine Gruppe zu sein scheint. Andere bleiben von diesen Aktionen verschont. So haben Mitgliedervereine der APU Turniere der ÖPV SLAM TOUR ohne Konsequenzen veranstaltet, eine Vielzahl der Topspieler der APU spielen seit längerem die ÖPV-Turniere, ebenfalls ohne Konsequenzen.

Auch wurden dem TC BW Feldkirch von der APU die Turnierrechte entzogen. Man hat die Anlage für einen durch den ÖPV organisierten Länderkampf zur Verfügung gestellt. Auch dem TC Hard sollen diese Rechte entzogen werden, falls er das geplante FIP-Turnier im August veranstaltet.

Anstatt sich über Engagement und Einsatz sowie Weiterentwicklung im österreichischen Padelsport zu freuen, kommt es zu Handlungen, die für PadelspielerInnen schwer nachvollziehbar sind. Und die den Boom der in Österreich noch jungen Sportart womöglich abbremsen.

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Dienstag
16.08.2022, 10:36 Uhr
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