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Chris Evert - „Warum sollte Rafael Nadal eine Verletzung riskieren?“

Wer spielt bei den US Open - und wer bereitet sich stattdessen lieber auf die Sandplatzsaison vor? Tennis-Legende Chris Evert hat in ihre Glaskugel geschaut.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 21.07.2020, 10:56 Uhr

Chris Evert hatte im Pokalhochhalten ziemlich viel Routine
© Getty Images
Chris Evert hatte im Pokalhochhalten ziemlich viel Routine

Ein Absage der US Open würde Chris Evert nicht nur als Tennisfan und ehemalige Siegerin treffen (Evert holte insgesamt sechs Titel bim größten US-amerikanischen Tennis-Event), sondern auch in ihrer Funktion als Kommentatorin bzw. Expertin für den übertragenden TV-Sender ESPN. Der wiederum der Hauptgrund dafür ist, dass überhaupt in Erwägung gezogen wird, dass in knapp sechs Wochen ein Grand-Slam-Turnier ohne Zuschauer im größten Tennisstadion der Welt ausgetragen wird.

Ohne die Einnahmen aus den TV-Rechten würde die USTA nicht den enormen Aufwand in Sachen Hygiene-Konzept betreiben, könnten nicht immerhin 95 Prozent des Preisgeldes von 2019 auch in diesem Jahr ausgeschüttet werden. Die Frage ist allerdings: Für wen ist die Aussicht auf einen saftigen Scheck attraktiv genug, um die Mühen einer Reise nach New York City in Zeiten von Corona auf sich zu nehmen. Aus Sicht von Chris Evert würde das für einen Mann keinen Sinn ergeben: den Titelverteidiger.

Nadal in Paris besser aufgehoben?

„Ich sehe nicht, warum Rafael Nadal eine Verletzung riskieren sollte, indem er nach New York kommt. Wenn er doch gleichzeitig schon auf Sand trainieren könnte“, so Evert gegenüber dem Portal ubitennis. Diese Möglichkeit war für den Matador natürlich auch in den vergangenen Jahren gegeben - da standen aber nicht unmittelbar nach den US Open drei große Asche-Highlights an: 2020 sind die im Frühjahr abgesagten Events in Madrid, Rom und vor allem die French Open ab Mitte September in den Turnierkalender eingefügt worden.

Nadal hatte im vergangenen Jahr im Endspiel der US Open Daniil Medvedev in fünf Sätzen besiegt, bei einem weiteren Triumph bei einem der Majors würde er Roger Federer mit 20 Titeln einholen. Die Chancen darauf sind in Paris, wo vor einer begrenzten Anzahl an Zuschauern gespielt werden soll, wohl größer. Auch am Bois de Boulogne ist Rafael Nadal der Titelverteidiger.

Djokovic auf Rekordjagd

Anders sieht Chris Evert die Gemengelage in Sachen Novak Djokovic, der eigentlich als erster der absoluten Spitzenspieler sein Unbehagen über die geplanten Maßnahmen zum Ausdruck gebracht hatte. „Bei Novak Djokovic wäre ich mir nicht so sicher. Wenn er den Slam-Rekord will und sieht, dass Roger Federer, Nadal und andere nicht dabei sind - wäre es dann nicht in seinem Interesse zu versuchen, in Flushing Meadows zu gewinnen?“

Der serbische Branchenprimus hält nach seinem Finalerfolg gegen Dominic Thiem bei den Australian Open Anfang 2020 bei 17 Major-Titeln. In New York schied Djokovic 2019 im Achtelfinale gegen Stan Wawrinka aus.

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21.07.2020, 13:10 Uhr
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