Coach van Harpen - „Im Moment gefällt mir Ash Barty am besten“

Eric van Harpen ist einer der dienstältesten Coaches auf der WTA-Tour. Im Interview mit tennis.com hat der Niederländer eine Bestandsaufnahme des aktuellen Frauentennis vorgenommen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.07.2020, 08:00 Uhr

Ashleigh Barty führt die WTA-Weltrangliste an
© Getty Images
Ashleigh Barty führt die WTA-Weltrangliste an

Gar nicht so einfach dieser Tage, die wahren Kräfteverhältnisse im Tennissport einzuschätzen. Bei den Frauen ist dies sogar noch schwieriger als in der männlichen Hemisphäre. Denn im Gegensatz zu Novak, Djokovic, Dominic Thiem oder Stefanos Tsitsipas haben sich die führenden Frauen selten bis gar nicht bei Schaukämpfen gezeigt, auch in Ermangelung attraktiver Angebote (mit Ausnahmen wie zuletzt in Berlin oder in Charleston, wo sich die ein Großteil US-amerikanische Elite getroffen hatte).

Wer es nicht mehr auf seinem Zettel hat: Klassenbeste in der WTA ist im Augenblick Ashleigh Barty, die 2019 neben den French Open auch das Saisonfinale in Shenzhen gewonnen hat. Und die auch in der persönlichen Rangliste von Eric van Harpen ganz oben steht, wie der erfahrene Trainer im Gespräch mit tennis.com festhielt. „Im Moment gefällt mir Ash Barty am besten“, so van Harpen, der aber auch in näherer Zukunft mit größeren Überraschungen bei Grand-Slam-Turnieren rechnet. Zu Beginn des Jahres hatte Sofia Kenin unerwartet die Australian Open für sich entschieden.

Viel Vertrauen in Martinez

Garbine Muguruza, Barty und Bianca Andreescu haben die Chance, fünf Slams zu gewinnen, aber Kenin und Andreescu, auch Naomi Osaka, sind sehr jung nach vorne gekommen. Es ist immer einfacher, nach oben zu kommen als dort zu bleiben. Die Gegnerinnen schlafen nicht, und die Spannungen werden zunehmen. Ich glaube, wir werden noch mehrere Überraschungssiegerinnen sehen.

Van Harpen hat mit Arantxa Sanchez-Vicario gearbeitet, mit Conchita Martinez, Maria Sharapova und auch auch Andrea Petkovic. Von seinem Ex-Schützling Martinez hält der Niederländer auch in deren Funktion als Coach viel. „Alle Genannten haben ein paar Gegnerinnen, gegen die sie nicht gerne spielen. Muguruza etwa hat eine 0:4-Bilanz gegen Petkovic. Aber Muguruza hat gute Aussichten, weil sie mit Conchita eine Trainerin hat, die das Spiel wirklich versteht.“

Sorge um Andreescu

Mit einer Spielerin aber geht Eric van Harpen wirklich hart ins Gericht. „Vor ein paar Jahren hätte ich gedacht, dass Sloane Stephens eine Kandidatin für die Nachfolge von Serena Williams wäre, aber das war sehr enttäuschend.“ Stephens hat 2017 bei den US Open ihr bislang einziges Major gewonnen.

Sorgen macht sich van Harpen auch um die aktuelle Titelträgerin von New York. „Es war beeindruckend, wie Andreescu die US Open gewonnen hat. Aber welche Art von Verletzung muss sie gehabt haben, dass sie so lange braucht, um wieder zurück zu kommen …“

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