Constantin Frantzen: "Ich habe wieder großen Spaß am Tennis"
Constantin Frantzen zählt zu den besten Doppelspielern der Welt. Wir haben uns mit ihm in Valencia zum Interview getroffen.
von Florian Heer aus Valencia
zuletzt bearbeitet:
15.05.2026, 10:48 Uhr

Nach den bekannten Duos Kevin Krawietz und Tim Pütz sowie Jakob Schnaitter und Mark Wallner ist Constantin Frantzen die Nummer fünf im deutschen Tennis und rangiert aktuell auf Position 44 der ATP-Weltrangliste.
Der 28-jährige Augsburger ist seit gut einem Jahr an der Seite des erfahrenen Niederländers Robin Haase auf dem Tennis-Circuit unterwegs. Und dies durchaus erfolgreich. Im vergangenen September gewann das Team im chinesischen Chengdu seinen ersten gemeinsamen Titel – gleichzeitig Frantzens erster Erfolg auf der ATP Tour. In Montpellier und Rio de Janeiro erreichten sie in diesem Jahr jeweils das Finale. Beim Masters in Indian Wells waren sie unter den besten acht Paarungen.
In dieser Woche greifen sie bei der Copa Faulconbridge an. Wir haben uns mit Constantin Frantzen in Valencia zum Interview getroffen.
tennisnet: Constantin, wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Robin Haase?
Wir spielen seit Kitzbühel im vergangenen Jahr zusammen. Das ist somit unsere erste komplette Saison. Robin ist ein sehr erfahrener Spieler. Da kann man einiges lernen, insbesondere die Ruhe, die er auf dem Platz ausstrahlt. Er ist aber auch außerhalb des Platzes ein mega-cooler Typ und es macht riesig Spaß mit ihm zu spielen. Ich freue mich auf die restliche Saison.
Kannst du uns nochmal skizzieren, wie eure Partnerschaft begonnen hat?
Als ich mich damals von Hendrik Jebens getrennt hatte, bestand bereits ein Kontakt zu Robin. Ich hatte mich dann allerdings für die etwas “jüngere Variante“ und Alexander Erler entschieden, der auch ein alter Schulfreund von mir ist. Leider hat es nicht ganz so funktioniert und wir haben uns relativ früh getrennt. Ich habe dann gesehen, dass Robin frei ist und habe mich bei ihm gemeldet. Es hat keine Stunde gedauert, bis er sich entschieden hat und dann ging alles sehr schnell. Wir haben von Anfang an gut zusammengearbeitet. Ich habe wieder großen Spaß am Tennis und wir konnten auch bereits gute Ergebnisse einfahren.
Habt ihr als Doppelspieler dann eine Art Telefonbuch, das man durchgeht, wenn man sich gerade auf Partnersuche befindet?
Ich hatte das Glück, dass ich fast immer lange Partnerschaften hatte. Mit Hendrik waren es zwei Jahre, mit Alex ein halbes und mit Robin wird es im Sommer auch bereits ein Jahr. Natürlich haben wir aber eine Art Doppelgruppe, wo die Top 120 der Weltrangliste dabei sind. Da kann man dann schnell jemanden finden – auch wenn man kurzfristig einen Partner für ein Turnier suchen sollte.
Deine letzten Doppelpartner waren – genauso wie Robin Haase aktuell - alle deutschsprachig. Ist das ein wichtiges Kriterium für dich?
Ich habe fünfeinhalb Jahre College-Tennis in den USA gespielt, da hatte ich viele Leute aus unterschiedlichen Nationalitäten an meiner Seite. Daher macht es für mich eigentlich keinen Unterschied, ob ich auf Deutsch oder Englisch mit meinem Doppelpartner kommuniziere. In letzter Zeit hat sich aber dieses Muster ergeben, dass es vorrangig deutschsprachige Spieler waren und sind. Es ist aber nichts, wonach ich explizit suche.
Hat Robin bereits Andeutungen gemacht, dass er seine Karriere langsam ausklingen lassen möchte?
Er hat zu Beginn unserer Zusammenarbeit sehr klar signalisiert, dass er noch zwei oder drei Jahre spielen möchte. Allerdings muss man sowohl die körperliche Verfassung als auch die familiäre Situation berücksichtigen. Ich hoffe aber, dass er noch einige Zeit spielen wird.
Wie läuft es bei euch abseits des Platzes, wenn ihr eine Turnierwoche gemeinsam verbringt?
Wir haben inzwischen eine Freundschaft entwickelt. Robin ist 39 und damit elf Jahre älter als ich. Die ersten vier Monate waren wir eigentlich nonstop unterwegs. Nach Acapulco hatten wir aber auch einige Tage, wo es etwas ruhiger verlief. Wir sind dann in Nordamerika geblieben und haben gemeinsam trainiert. Wenn wir zu Hause sind, macht aber auch jeder Mal sein eigenes Ding. Dies ergibt sich bereits durch die Distanz unserer Wohnorte. Ich wohne in Augsburg und er in den Niederlanden. Die Vorbereitung für die nächste Saison wollen wir allerdings gemeinsam angehen.
Warst du schon mal in Valencia?
Tatsächlich ist es mein erstes Mal hier. Mein Coach und Kumpel, Jimmy Bendeck, ist mit dabei. Er ist zwar Amerikaner, wurde aber in Valencia geboren. Er hat noch einen Teil seiner Familie hier, ist aber auch zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder in der Stadt. Er hat sehr von Valencia geschwärmt. Seine Mutter kommt mehrfach im Jahr hierher und kennt sich dementsprechend gut aus. Einige interessante Spots stehen auf jeden Fall auf der To-Do-Liste in dieser Woche.
Wie sehen die Zielsetzungen für diese Saison aus?
Wir wollen das Team Race unter den Top 13 beenden und in der Weltrangliste in den Top 30 stehen. Da war ich mit Platz 34 vor kurzem knapp dran. Ich bin aber insgesamt sehr zufrieden, wie die Saison verläuft. Es gilt immer weiterzumachen und die Reise zu genießen.
Vielen Dank und viel Erfolg.
Das Doppel-Tableau in Valencia
