Neun Monate es schon wieder her, als ein 13jähriger Salzburger für das ganz große Highlight im österreichischen Hobbytennis-Sport gesorgt hat. Raphael Dutzler, Amateur-Tennisspieler aus Saalfelden im Pinzgau gewann am 26. Juli des Vorjahres im vollbesetzten Kitzbüheler Tennisstadion am Kapserfeld, den Titel bei Europas größtem und beliebtesten Amateur-Tennis-Event, dem Generali Race to Kitzbühel. Mit dem 10:3 Finalerfolg über seinen Salzburger Landsmann Toni Klein, gingen aber auch der Gewinn des fürstlichen Preisgeldes von 10.000,– Euro und ein – um kein Geld der Welt käuflich erwerbbares – Erlebnis der Extraklasse einher. Am Wochenende startet das Generali Race to Kitzbühel in eine neue Saison, und das mit einem kleinen Jubiläum. Zum 10. Mal seit 2017 zieht Österreichs bedeutendstes Event für Amateurspieler, die Hobbyisten der kleinen gelben Filzkugel in ihren Bann. Für uns die Gelegenheit, beim Vorjahressieger nachzufragen, wie es ihm seit dem größten sportlichen Triumph seines Lebens so geht. Und ob er vielleicht auch Tipps bei der Hand hat, für alle Hobbyspieler, die sich bei der heurigen Jubiläums-Ausgabe des Generali Race to Kitzbühel den Traum vom Match am ausverkauften Kitzbüheler Centercourt und vom 10.000 Euro Siegerscheck erfüllen wollen. Ein Interview geführt von C.L
Wir trefffen den großen Star und Titelverteidiger der 2025er-Ausgabe des Generali Race to Kitzbühel Raphael Dutzler daheim in Saalfelden zum Interview. In der Eigentumswohnung der Familie Dutzler sitzt der Teenager am Küchentisch, und geht dort genauso leidenschaftlich und offensiv an die Beantwortung der Fragen des HTT-Veranstalters heran, wie auch an seine Matches und Gegner im Juli letzten Jahres.
Red.: Hallo Raphael! Vielen Dank vorab, dass Du Dich dem großen Interview anlässlich des Startschusses zum 10. Generali Race to Kitzbühel stellst. Dein großer Triumph beim Generali Race to Kitzbühel liegt jetzt 9 Monate zurück. Wie frisch sind die Erinnerungen an den speziellen Samstag im Finale noch, denkst Du manchmal zurrück an dieses Erlebnis im Stadion und hat sich für Dich irgendetwas in Deinem Leben verändert?
Raphael Dutzler: Die Erinnerungen sind noch immer sehr frisch, obwohl das Turnier schon 9 Monate zurückliegt. Ich denke noch jeden Tag daran. Ich wurde speziell zu Beginn sehr oft auf meinen Sieg beim Generali Race to Kitzbühel angesprochen und auch erkannt. Und das sogar von mir völlig unbekannten Personen. Dieses Turnier hat in der Tennisszene scheinbar einen riesen großen Stellenwert.
Red.: Ab wann hast Du in den Tagen von Kitzbühel mit dem Finalturnier im Lärchenhof oder dem freien Tag vor dem Finale oder eben erst am Samstag vor dem Endspiel damit begonnen zu spekulieren, dass Du vielleicht dieses Event gewinnen könntest?
Raphael Dutzler: Ich habe mich in keiner Phase ernsthaft mit dem Turniersieg beschäftigt. Es können in einem Match-Tiebreak so viele Dinge passieren. Man braucht auch das nötige Glück dazu. Erst als ich im Matchtiebreak im Finale 7:1 geführt habe, wurde mir klar, das könnte was mit dem Sieg werden. Davor war das völlig unvorstellbar für mich.
Red.: Wie war eigentlich der freie Tag vor dem Finale? Wieviel Prozent an Gedanken an das Finale und Tennis haben diesen Tag ausgemacht? Wie nervös warst Du, wie hast Du dich abgelenkt?
Raphael Dutzler: Ablenkung war glaube ich extrem wichtig. Am Tag vor dem Finale war ich extrem gut abgelenkt, da ich bei einem HTT Turnier von Claus beim TC Going mitgespielt habe, Es waren an diesem Tag auch zwei Freunde von mir dabei. So kam ich eigentlich nie zum Nachdenken über den nahenden Finaltag. Außerdem herrschte bei mir am Freitag davor soviel Vorfreude auf das Erlebnis, im Stadion spielen zu dürfen. Da war für nervös sein gar kein Platz in meinen Gedanken.
Red.: Erzähle uns über Deine Gefühle, als Du zum Finale ins volle Stadion marschiert bist, und Du von der Stadionsprecher-Legende Stefan Steinacher anmoderiert wurdest? Wie fühlt sich das für jemanden an, der sowas noch nie zuvor erlebt hat?
Raphael Dutzler: Ganz ehrlich, das Gefühl war unbeschreiblich, man kann es mit Worten nicht beschreiben. Da ging ein Traum für mich in Erfüllung.
Red.:Nach verwandeltem Matchball – welche Emotionen sind Dich da überkommen? Was fühlt oder denkt man in so einem speziellen Moment?
Raphael Dutzler: Es waren komischer Weise zwiespältige Gefühle. Zuerst die unbeschreibliche Freude, dieses riesige und für Hobbyspieler in Österreich so bedeutende Turnier gewonnen zu haben. Kurz darauf hatte ich aber auch ein wenig Mitgefühl für den Gegner. Es wird für den Toni Klein nicht leicht gewesen sein, dieses Match verloren zu haben. Aber er hat super fair reagiert.
Red.: Was hast Du eigentlich mit Deinem Gewinn von immerhin 10.000,— Euro gemacht? Wurde es der angekündigte Urlaub für die Familie, und oder ein erfüllter persönlicher Traum, oder hast Du gespart?
Raphael Dutzler: Gute Frage! 3.000 Euro habe ich meinem Gegner Toni Klein gegeben, das haben wir vor dem Finale vereinbart. Wir haben den Gewinn aufgeteilt, 7.000 Euro für den Gewinner und 3.000 Euro für den Verlierer. Den Rest habe ich gespart, und einen kleinen Teil hat mein Bruder Valentin für die Unterstützung (besonders beim Turnier im Lärchenhof bekommen. Das hat er sich verdient. (Amerkug der Red.: Das stimmt, ich war damals an Valentins Seite, und er hat mitgezittert und mitgelebt und war nachher völlig fertig). Unseren Familienurlaub wollte ich wirklich bezahlen, aber das war nicht im Sinne meiner Eltern, die haben dann bezahlt.
Red.: Als amtierender Generali Race to Kitzbühel Champion – hast Du vielleicht Tipps und Tricks parat, für jene Spieler, die heuer nach dem Sieg streben und davon träumen, im Stadion zu spielen und 10.000,— Euro zu gewinnen? Dir war ja damals das Match im Stadion wichtiger als die “Kohle”.
Raphael Dutzler: Es muss jeder Spieler sein eigenes Gefühl für dieses spezielle Turnier entwickeln. Mein Tipp: Mutig Tennis spielen wird belohnt. Und man muss sich bewusst sein, dass wirklich jeder Spieler egal welcher ITN-Spielstärke die Möglichkeit hat, dieses Turnier zu gewinnen. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück und ich bin natürlich selbst auch wieder dabei um meinen Titel zu verteidigen.
Red.: Lieber Raphael! Ich möchte Dir nochmals zu Deiner großartigen Leistung beim Generali Race to Kitzbühel 2025 gratulieren, und bedanke mich recht herzlich für Deine Zeit und für dieses Gespräch.
Übrigens: Nach dem Kick Off an diesem Wochenende im UTC La Ville in Wien, geht es schon in einer Woche von 1. bis 3. Mai in den Bundesländern weiter. Quali-Turniere in Annenheim (Kärnten) und am Wallersee (Salzburg) stehen an!