Daniil Medvedev: Dasselbe Sinner-Problem wie Alexander Zverev
Mit dem Halbfinaleinzug in Rom hat Daniil Medvedev seine ansteigende Formkuve untermauert. Das Duell gegen Jannik Sinner war ein Indiz dafür, dass der Weg stimmt. Auch wenn ein Problem mit dem Südtiroler bestehen bleibt.
von Daniel Hofmann
zuletzt bearbeitet:
18.05.2026, 11:34 Uhr

Als Daniil Medvedev am Samstag den Campo Centrale gegen Jannik Sinner als unterlegener Spieler verließ, war der ehemalige Weltranglistenerste zumindest ein bisschen auch ein Sieger. Denn der Russe lieferte dem Weltranglistenersten im regenreichen Duell einen harten Fight über drei Sätze. Schon das ist alleine etwas, was aktuell nur ganz wenige Profis gegen den Südtiroler erreichen.
Medvedev unterstrich mit der Vorstellung gegen Sinner den Eindruck, dass die sportliche Tendenz deutlich nach oben zeigt. Das Jahr 2026 begann der US-Open-Sieger von 2021 außerhalb der Top Ten, im Herbst des letzten Jahres stand der 30-Jährige zwischenzeitlich sogar auf Rang 18. Mit der Endspiel-Teilnahme bei den Australian Open begann in diesem Jahr der erneute Aufstieg.
Medvedev scheiterte und bezwang dann Carlos Alcaraz
Denn die Finalniederlage gegen Carlos Alcaraz in Melbourne war nicht nur ein Indiz für die ansteigende Formkurve. Einige Woche später siegte Medvedev wiederum im Halbfinale von Indian Wells gegen den Spanier und demonstrierte damit, dass der Routinier immer noch bereit ist sein Spiel weiterzuentwickeln. Ähnlich wie auch Alexander Zverev, hat Medvedev an einigen Schrauben gedreht, um gegen die Topelite konkurrenzfähig zu sein.
Der Vergleich mit Zverev ist auch in Bezug auf Jannik Sinner angebracht. Medvedev unterlag in den letzten elf Matches gegen den Südtiroler zehn Mal. Wie auch sein deutscher Wegbegleiter, beißt sich Medvedev am Weltranglistenersten die berühmten Zähne aus. Im Halbfinale von Rom zeigte Medvedev jedoch, dass es Wege und Mittel gibt, um Sinner ins Wanken zu bringen. Fest steht jedoch auch, dass am Ende der Branchenprimus selbst einen schlechteren Tag erwischen muss, um an Ende auch wirklich zu fallen.
In dieser Woche klettert Medvedev in der ATP-Weltrangliste um zwei Ränge auf den siebten Platz. Es geht also Schritt für Schritt weiter nach oben. Sollte die gute Form den Sommer überdauern, dürfte Medvedev vor allem für den US-Hardcourt-Swing zu den Favoriten gehören. Das Sinner-Problem bleibt höchstwahrscheinlich bestehen.
