Darwin Blanch: „Wäre gerne bei den Next Gen Finals dabei“
Mit gerade einmal 18 Jahren zählt Darwin Blanch zu den spannendsten Nachwuchsspielern auf der Tour. Der Linkshänder aus Boca Raton steht aktuell auf seinem Karrierehoch von Weltranglistenplatz 244 und machte zuletzt mit starken Ergebnissen auf sich aufmerksam – darunter zwei Titel auf der ITF World Tennis Tour im vergangenen Jahr, ein Finaleinzug beim Knoxville Challenger sowie ein Halbfinale bei den Sarasota Open im vergangenen Monat.
von Florian Heer
zuletzt bearbeitet:
03.05.2026, 08:42 Uhr

Von Florian Heer aus Mauthausen
Der ehemalige Junioren-Weltranglisten-Vierte wuchs in einer echten Tennisfamilie mit seinen Geschwistern Ulises, Dali und Krystal auf, die allesamt ebenfalls Tennis spielen, und entwickelte sein Spiel auf mehreren Kontinenten – von Thailand über Argentinien und Spanien bis in die Vereinigten Staaten. Heute trainiert Blanch am USTA-Stützpunkt in Florida unter der Leitung des argentinischen ehemaligen Topspielers Juan Ignacio Chela.
Nach seinem Halbfinaleinzug beim ATP-Challenger-Turnier in Mauthausen haben wir mit ihm gesprochen.
Tennisnet: Darwin, wie würdest du deinen Spielstil beschreiben?
Darwin Blanch: Ich habe einen guten Aufschlag und eine starke Vorhand. Ich bin sehr energisch auf dem Platz – so möchte ich auch wahrgenommen werden.
Wie sieht deine aktuelle Trainingssituation aus?
Ich habe die Ferrero Tennis Academy in Alicante letztes Jahr verlassen und trainiere jetzt bei der USTA in Florida. Seit November arbeite ich mit meinem Coach Juan Ignacio Chela zusammen. Ich genieße die Zusammenarbeit sehr und lerne viel. Es ist wichtig für mich, mit jemandem zu arbeiten, der selbst auf Topniveau gespielt hat und versteht, was ich auf dem Platz fühle – vor allem emotional.
Du kommst aus einer großen Tennisfamilie. Wie verfolgt ihr euch gegenseitig auf der Tour?
Ehrlich gesagt ist es manchmal ein ziemliches Chaos (lacht). Es gibt Tage, da spielen wir alle gleichzeitig und meine Eltern wissen nicht, wem sie zuschauen sollen. Aber es macht Spaß. Wir schreiben viel miteinander, und es ist großartig, diese Unterstützung zu haben. Mein ältester Bruder Ulises hat die meiste Erfahrung und hilft mir oft mit Ratschlägen.
Du warst ein Top-Junior. Was sind die größten Herausforderungen beim Übergang zu den Profis?
Die größte Herausforderung ist es, das Niveau über ein ganzes Match konstant hochzuhalten. Wenn dein Level auf der Profitour nur für zehn Minuten abfällt, kann das Match schon entschieden sein.
Wie gefallen dir die Sandplätze in Europa?
Ich fühle mich auf Sand in Europa wohl, aber mein Lieblingsbelag ist immer noch Hartplatz. Trotzdem werden amerikanische Spieler auf Sand immer besser. Man sieht es ja beispielsweise an Ben Shelton, der in München den Titel gewonnen hat. Es ist nicht unser natürlicher Belag, aber wir entwickeln uns.
Wie verbringst du deine Zeit während eines Turniers?
Manchmal hat man nachmittags Zeit, dann gehe ich gerne in die Stadt, spaziere herum, gehe shoppen oder einen Kaffee trinken.
Was machst du gerne abseits des Courts?
Ich spiele gerne Videospiele, oft mit meinen Freunden – hauptsächlich FIFA. Ich bin ziemlich gut darin. Außerdem bin ich ein großer Fußballfan und unterstütze den FC Barcelona. Leider sind wir aus der Champions League ausgeschieden.
Welche Ziele hast du für die Zukunft?
Mein Ziel für dieses Jahr ist es, ein Challenger-Turnier zu gewinnen. Ich stand letztes Jahr schon im Finale und glaube, dass ich das Niveau habe, einen Titel zu holen. Außerdem würde ich mich gerne für die Next Gen ATP Finals qualifizieren – das wäre großartig.
Vielen Dank und viel Erfolg.
