"Das hat etwas geholfen" - Andy Murray erinnert sich an Klatsche gegen Federer

Qualifiziert für die ATP Finals hat sich Gael Monfils in diesem Jahr nicht, dabei ist er dennoch: Via Twitch in einem täglichen Talkformat mit Andy Murray. Folge 1 dreht sich im den verrückten Stil von Daniil Medvedev, Nadals Rekord für die Ewigkeit und Murrays Klatsche gegen Roger Federer.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 16.11.2020, 15:15 Uhr

© Screenshot / Twitch

Ungewohnt seriös sah er aus, der gute alte Spaßvogel Gael Monfils, bei seinem ersten Twitch-Talk mit Andy Murray im Vorfeld der ATP Finals. Dem übrigens täglich weitere Folgen... nun ja... folgen sollen./

Rund anderthalb Stunden plauderten die beiden bei der Premiere, und recht schnell kam man auf Daniil Medvedev zu sprechen, auch nach seinem Durchbruch 2019 einer der Spieler, über den es mehr zu reden gibt als über andere. Murrays Einschätzung: „Er ist sehr intelligent auf dem Platz, wechselt seine Strategie während eines Matches. Was nicht bei vielen Spielern der Fall ist. Er denkt viel nach, wenn er auf dem Platz steht." Außerdem bewege er sich super für seine Größte, fügte Monfils an. "Das sieht manchmal lustig aus, wenn er rennt, aber er kriegt jeden Ball.“

Das Aussehen im Tennis, ohnehin so ein Ding. "Jeder schaut ja Roger gerne zu, wegen seines Styles auf dem Platz. Aber Daniil ist so effektiv, in dem, was er spielt. Auch beim Return, er returniert von so weit hinten, aber hat so lange Arme, dass er in der Lage ist, wahnsinnig gut zu verteidigen. Es sieht nicht immer hübsch aus, aber er weiß, wie man gewinnt. Und darum geht‘s. Du willst nicht schön aussehen beim Spielen und verlieren. Es ist besser schlecht auszusehen und zu gewinnen." Eine Sache, der Monfils, der Tenniskünstler, dem der spektakuläre Schlag gerne lieber ist als der effektive, zustimmte. "Damit kenne ich mich aus", erklärte er und lachte laut.

Nadals Paris-Rekord - einer für die Ewigkeit?

Enormen Respekt erntete auch Rafael Nadal für seine Leistungen bei den French Open. 13 Mal hat der Spanier nun bereits in Roland Garros gewonnen, in diesem Jahr erneut ohne Satzverlust. Dass dieser Rekord je gebrochen wird? Murray sieht es nicht. "Wir haben auf dem Level für viele Jahre gespielt. Und die French Open sind ein so schwieriges Turnier zu gewonnen. Physisch, mental… Ich sehe einfach nicht, dass das passiert." Zumindest, so Murray, so lange er noch am Leben sei. "Vielleicht kommt jemand in 100 Jahren oder so. Aber ich glaube nicht dran."

Auch wie "easy" Nadal über so viele Jahre gesiegt habe oder es so habe aussehen lassen. Er, Murray, habe zwei Mal das zweifelhafte Vergnügen gehabt, beide Male in drei Sätzen verloren, "das eine Mal hat er mich gekillt. Das andere Mal war es knapper, wenn man das bei drei Sätzen behaupten kann." Monfils kennt das Gefühl, "so ein schottischer Typ hat mich im Viertelfinale mal gekillt. Sein Name fällt mir grade nicht ein. Andy irgendwas…"  Er habe indes oft gegen Federer verloren, aber nie gegen Nadal gespielt. "Und ich fühle mich gut bei dem Gedanken."

Murray und die "peinliche" Federer-Klatsche

An die ATP Finals hat Murray unterschiedliche Erinnerungen. Da war zum einen der Finalssieg gegen Djokovic in 2016, aber auch eine bittere Niederlage gegen Federer in 2014. 0:6, 1:6 hieß es da am Ende, und es sei „peinlich“ gewesen, so Murray. Jose Mourinho sei ihm auf dem Weg zur Umkleide begegnet und habe ihn einfach umarmt, „das hat etwas geholfen“. Denn viele Leute würde in solchen Fällen etwas sagen, und meist sei es das Falsche.

Auf dem Rückweg habe er alles infrage gestellt, sein Tennis, sein Team. „Manchmal, nach solchen Niederlagen, denkt man, man muss so vieles ändern. Dabei war es letztlich so, dass Roger großartig gespielt hat und ich nicht.“ Letztlich müsse man einfach weitermachen. Bei den folgenden Australian Open habe er dann das Finale erreicht. "Es ist ein komischer Sport, dieses Tennis."

Monfils über Nadal: "... sonst kommt ein 0:6, 0:6 sehr schnell"

Auch Monfils hat freilich schon die Erfahrung einer "Klatsche" gemacht. In Madrid habe er gegen gegen Nadal mit 0:6, 0:1 zurückgelegen. Und gefühlt: „Das nächste Spiel muss ich nun machen. Weil gegen Rafa kann es dann schnell gehen.“ Auch gegen Federer habe es mal ein 0:6 gesetzt, aber gegen Nadal, "da ist jeder Punkt solch ein Kampf. Ein Spiegewinn kann ihn da etwas bremsen. Sonst kommt ein 0:6, 0:6 verdammt schnell.“

Klatsche hin oder her: Wie schnell sich die Dinge drehen könnten im Tennis, habe man ja in diesem Jahr in Rom gesehen, verwies Murray auf das 0:6, 0:6 von Sofia Kenin gegen Victoria Azarenka. Kurz später hat sie das Finale in Roland Garros erreicht. In dem Moment, wenn man eine harte Niederlage einstecken muss, „kann das Selbstvertrauen sehr schnell weg sein", so der Schotte. "Aber wenn man hart arbeitet, können sich die Dinge sehr schnell wieder ändern.“

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16.11.2020, 15:26 Uhr
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