David Ferrer: "Ich bewundere die Reife der jungen Spieler"

Das Doppel-Challenger in Teneriffa war für Davis-Cup-Kapitän David Ferrer quasi Pflicht, um sich einen aktuellen Überblick über die Form der jungen spanischen Spieler zu verschaffen. Dabei nutzte Florian Heer die Gelegenheit, sich mit dem ehemaligen Weltranglisten-3. über die aktuelle Situation im spanischen Herren-Tennis auszutauschen.

von Florian Heer
zuletzt bearbeitet: 16.02.2026, 09:39 Uhr

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Beim Doppel-Challenger in Teneriffa nahm Davis-Cup-Kapitän David Ferrer Stellung zur aktuellen Spielersituation in Spanien.

Nach dem Finaleinzug im vergangenen Jahr in Bologna richtet David Ferrer den Blick auf kurz- und langfristige Ziele für Spaniens Davis-Cup-Team. Unter den vielen Matches seiner Spieler verfolgte der frühere Weltranglisten-Dritte auch das vierzehntägige Tenerife Challenger, bei dem der Champion der ersten Woche Daniel Merida ebenso im Fokus stand wie Pablo Llamas Ruiz und Alejandro Moro Canas, die es beim zweiten Turnier ins Halbfinale bzw. Endspiel geschafft haben.

Die beiden Hartplatzturniere - ausgetragen an der Abama Tennis Academy in Guía de Isora - eröffnen eine lange spanische Challenger-Saison. Gleichzeitig richtet Ferrer den Blick bereits auf das Davis-Cup-Auswärtsspiel im September gegen Chile – und er freut sich sichtbar über den jüngsten Triumph von Carlos Alcaraz bei den Australian Open.

Ferrer: „Zu meiner Zeit musste ich für Challenger nach Italien“

„Ich habe mehrere Partien beim Tenerife-Challenger gesehen. Als Davis-Cup-Kapitän verfolge ich natürlich alle spanischen Spieler, nicht nur die auf der großen Tour“, betont Ferrer. „Pablo Llamas trainiert an meiner Akademie, Daniel Merida in Alicante. Daniel hat letzte Woche gewonnen und stand danach wieder im Halbfinale. Er macht große Fortschritte und geht die richtigen Schritte in Richtung Davis Cup. Insgesamt liegen die Bedingungen im Februar in Teneriffa den Spielern.“

Über die Bedeutung der Challenger-Tour sagt Ferrer rückblickend: „Zu Beginn meiner Karriere war ich auch häufig auf der Challenger Tour unterwegs. Oft spielte ich in Italien und Frankreich, weil es in Spanien damals vielleicht nur zwei gab, in Barcelona und Pozoblanco. Heute sind es deutlich mehr. Sie bieten den Spielern eine Plattform, um sich zu entwickeln. In dieser Hinsicht leistet der Verband gute Arbeit.“

Für Moro Canas wäre eine Davis-Cup Nominierung jedenfalls ein echter Traum. „Einmal Spanien im Tennis repräsentieren zu dürfen ist vielleicht mein größtes Ziel überhaupt. Wir haben so viele großartige Spieler. Mein Land zumindest einmal vertreten zu dürfen wäre aber wunderbar. Ich werde die ganze Saison alles dafür geben“, verriet die Nummer 276 der Welt am Rande des Tenerife Challengers.

Ferrer: „Landaluce und Jodar darf man nicht mit Alcaraz vergleichen“

Nach dem Freilos im Februar greift Spanien im September gegen Chile wieder ins Davis Cup Geschehen ein. Für Nominierungen sei es noch zu früh, doch Ferrer äußert sich auch positiv über die Talente Rafael Jodar und Martin Landaluce: „Sie überraschen mich schon jetzt mit ihrer Reife. Ihr Weg ist ein anderer als der von Alcaraz – Carlos ist wie Rafael Nadal: Solche Spieler gibt es nur selten. Jodar und Landaluce können die Top 20 erreichen, das ist großartig für unsere Zukunft, aber Vergleiche sind fehl am Platz.“

Mit einer breiten Basis an Spielern in den Top 200 wächst auch die Verantwortung: „Zu meiner Zeit hatte Spanien nicht so viele Spieler zur Auswahl. Jetzt gibt es mehrere Optionen. In Chile wird in der Höhe gespielt, das wird hart – aber endgültige Entscheidungen treffe ich später. Diese sind sportlich, nicht persönlich.“

Ferrer über Alcaraz’ Triumph in Melbourne

Dass Alcaraz den Titel bei den Australian Open nach der Trennung von seinem langjährigen Coach Juan Carlos Ferrero gewann, beeindruckt den Kapitän besonders: „Eine so lange Zusammenarbeit zu beenden, ist nie einfach. Aber Carlos hat Reife gezeigt und sich weiterentwickelt. Außerdem ist da Samuel López – ich stimme Carlos zu, wenn er sagt, dass er einer der besten Trainer der Welt ist. Er hat mit Topspielern großartige Arbeit geleistet und kann auch mit Alcaraz erfolgreich sein.“

Wie großartig Alcaraz‘ Karriere schlussendlich ausfallen wird, will Ferrer nicht vorhersagen: „Wenn man fragt, wer vielleicht einmal die Anzahl an Erfolgen eines Novak Djokovic, Rafael Nadal oder Roger Federer erreichen könnte, dann sind es aus heutiger Sicht er und Jannik Sinner. Sie pushen sich gegenseitig. In Melbourne hat Carlos viel Selbstvertrauen getankt, aber wir wissen, wie stark Sinner in Indian Wells und Miami sein kann. Wer der Stärkere ist, lässt sich kaum sagen – und in den nächsten 10 bis 15 Jahren werden sicher noch weitere Talente auftauchen.“

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Montag
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