Davis Cup: Begeisterung und volle Arenen - Beste Werbung für den Tennissport
Alexander Zverev und auch Jurij Rodionov haben an diesem Wochenende in unterschiedlicher Form bewiesen, welch besondere Magie die Fans beim Davis Cup entfalten können. Es war mal wieder ein Beweis dafür, dass Heim- und Auswärtsspiele das Salz der Suppe sind.
von Daniel Hofmann
zuletzt bearbeitet:
20.09.2026, 23:40 Uhr

Dass der Davis Cup weltweit eine besondere Stellung bei den Tennisfans besitzt, hat das zurückliegende Wochenende mal wieder bewiesen. Ob 6000 Zuschauer beim deutschen Heimspiel von Alexander Zverev im westfälischen Halle, enthusiatische Fans in Südamerika oder die fast ausverkaufte 4000-Zuschauer fassende Arena in Wien. Überall wurden die Helden von ihren Anhängern gefeiert.
Für Alexander Zverev war die Teilnahme beim Heimspiel gegen Kroatien auch ein Schaulaufen. Der US-Open-Sieger wurde vor der Kulisse in der großen Arena von Halle für seinen jüngsten Erfolg in New York geehrt. Dazu feierte der Weltranglistenzweite am Samstag und Sonntag jeweils einen Zweisatzerfolg und war damit am Einzug der deutschen Auswahl in das Finalturnier in Bologna stark beteiligt.
Kohlmann lobt Zverev: “Nicht selbstverständlich”
Der Auftritt von Zverev an diesem Wochenende stellte heraus, welch besondere Wirkung der Davis Cup auch in der Beziehung zwischen Spieler und Fans ausmachen kann. Zverev geriet in der Vergangenheit immer wieder in Kritik, wenn der beste deutsche Spieler auf Teilnahmen im Davis Cup verzichtete. Michael Kohlmann betonte im Vorfeld dieses Wochenendes immer wieder, dass die Teilnahme Zverevs direkt nach den US Open “nicht als selbstverständlich” angesehen werden darf. Die Ränge zollten dem Topstar dafür Respekt.
Ganz anders war die Dynamik in Wien. Im Praterstadion bewiesen die vollen Tribünen, dass die Ränge in einem engen Duell den Unterschied machen können. Nach dem Doppelerfolg von Neil Oberleitner und Lucas Miedler stellte erstgenannter Spieler dies heraus: “Ein großer Grund dafür sind die Fans”. Und auch Jurij Rodionov, der anschließend den entscheidenen Matchpunkt besorgte, hatte nur Lob für die Fans übrig und unterstrich nach seinem Sieg gegen Zizou Bergs “all den Support der Fans” gebraucht zu haben.
Es ist eben etwas Besonderes für Tennisprofis, wenn plötzlich eine eigene breite Fanbase auf den Rängen unterstützt. Denn in der Einzelsportart Tennis sind die Tribünen bei den regulären Tourevents eher ruhig bis verhalten. Selbst bei eigenen Schützlingen aus der Heimat ist das meistens der Fall. Die Möglichkeit, die eigene Nation im Team zu vertreten, setzt auf beiden Seiten neue Kräfte frei.
Die Kraft der Fans ist keine feste Regel
Dafür bekannt sind in der Regel auch die Fans aus Südamerika, die als besonders leidenschaftlich gelten. Das spanische Team hat sich davon unbeeindruckt gezeigt und bereits nach drei Matches den Einzug in die Finals sicher gehabt. Es kann eben nicht immer klappen mit dem Support als Sieggaranten. Wäre ja aber auch langweilig. Beste Werbung für den Tennissport sind diese Bilder jedoch trotzdem.
Mit der Einführung einer zweiten Runde von Heim- und Auswärtsbegegnung bei den Qualifiers in der höchsten Weltgruppe des Davis Cups hat “World Tennis” als Dachverband und Organisator des Wettbewerbs einen richtigen Schritt gemacht. Jetzt muss in den kommenden Jahren nur noch eine Möglichkeit gefunden werden, wie bei den Finals die Stimmung hochgehalten werden kann. Dann wäre dieser Wettbewerb als Marketingmaschine noch ein ganzes Stück besser.
