Der beeindruckende Aufstieg des Rafael Jodar
Rafael Jodar ist eine der Überraschungen auf der ATP-Tour 2026. Der Spanier steht seit dem gestrigen Montag erstmals unter den Top 100 der Weltrangliste.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
31.03.2026, 12:16 Uhr
Flashback ins Jahr 2024 zu den French Open: Da trafen sich Rafael Jodar und Joel Schwärzler im Junioren-Wettbewerb, gespielt wurde auf Court 9. Schwärzler wurde damals noch von Jürgen Melzer betreut. Und gewann das Match knapp, aber eigentlich ungefährdet. Weil der junge Österreicher einfach die besseren Tennisschläge im Repertoire hatte. Jodar auf der anderen Seite gab schon damals keinen Ball verloren. Und ist mittlerweile doch recht deutlich an seinem ehemaligen Bezwinger vorbei gezogen.
Denn mit der erfolgreichen Qualifikation für das ATP-Masters-1000-Turnier in Maimi plus nachfolgendem Erreichen der dritten Runde hat der 19-jährige Spanier 20 Plätze in den ATP-Charts gut gemacht. Und firmiert seit dieser Woche erstmals als Top-100-Spieler. Und das nicht einmal knapp: Jodar ist an Position 89 notiert, ein Startplatz im Hauptfeld von Roland-Garros ist so gut wie fix. Und diesmal ist vom Erwachsenen-Wettbewerb die Rede.
Der Weg dorthin war für einen Spanier allerdings untypisch. Denn Rafael Jodar hat noch vor einem Jahr für die University of Virginia College-Tennis gespielt. Im vergangenen Jahr konnte Jodar dann drei Challenger-Titel gewinnen, in der laufenden Saison kamen die ersten Matchsiege auf der „großen“ Tour dazu.
Landaluce noch dreistellig
Bemerkenswert dabei: Schon im Alter von sechs Jahren hat Rafael Jodar in Madrid mit einem gewissen Martin Landaluce trainiert. Eben der hat ja in Miami vor wenigen Tagen das Viertelfinale erreicht.
Dass Jodar das Potenzial zu einer guten bis sehr guten Tennis-Karriere haben könnte, hat sein späterer College-Coach Andres Pedroso schon 2023 erkannt. „Das hat nicht wie ein Junioren-Spieler ausgesehen“, erklärte Pedroso gegenüber der Website der ATP. „Die Art und Weise, wie er aufgetreten ist, sah nach einem Profi aus. Ich war von seiner Reife, seiner Professionalität, seiner Ernsthaftigkeit überwältigt.“
Wie weit es nach oben gehen kann, weiß man natürlich nie. Aber schon der Anzug unter die Top 100 zeigt schon mal, dass sich harte Arbeit in der Regel auszahlt. Auch für Kumpel Landaluce. Der allerdings muss sich noch ein bisschen gedulden: trotz der fantastischen Vorstellung in Miami und einem Gewinn von 45 Plätzen steht der 20-Jährige aktuell erst „nur“ auf Platz 106.
