Der neue Mann hinter Ana Ivanovic
Heinz Günthardt, der Ex-Trainer von Steffi Graf, betreut seit drei Monaten Ana Ivanovic.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
07.05.2010, 15:18 Uhr

Von Kathrin Lindemann
Ein Dream Team waren der Züricher und die Serbin nicht von Anfang an. Als Heinz Günthardt heuer im Februar die Zusammenarbeit mit Ivanovic begann, änderte sich erstmal nicht viel. Die 22-Jährige schied wie zuvor meist in der ersten Runde aus und machte viel zu viele unnötige Fehler. Aber in Rom blitzte auf einmal wieder kurz die "alte" Ana Ivanovic auf, die 2008 die French Open gewann und Weltranglisten-Erste war. Binnen 48 Stunden schlug sie mit Victoria Azarenka und Olympiasiegerin Elena Dementieva gleich zwei Top 10-Spielerinnen und zog in das Viertelfinale ein.
Heinz Günthardt ist von diesen Erfolgen eher weniger überrascht: "Ich fand, dass in den letzten Wochen überall Fortschritte zu erkennen waren. Man sieht im Training, dass sie in Form ist." Er weiß, dass sein Schützling bei den Siegen auch etwas Glück hatte - gegen Azarenka gewann sie den Matchball mit einem Netzroller - aber für die vom Pech verfolgte Serbin sind gerade solche Siege wichtig. Sie stärken ihr Selbstbewusstsein, das in den letzten Monaten stark gelitten hat.
Wunder erwartet der 51-jährige Züricher aber nicht. "Sie wird weiter Zeit brauchen, um sich zu stabilisieren. Das Turnier von Rom ändert nichts Fundamentales an unserer Arbeit, die ist langfristig ausgelegt. Der Vorteil bei Ana ist, dass sie noch überall Reserven hat." Der ehemalige Trainer von Steffi Graf weiß, dass es für eine junge, moralisch angeknackste Spielerin wichtig ist, ein stabiles und gutes Umfeld zu haben. Deshalb will er auch so oft es geht mit seinem Schützling zu den Turnieren reisen. Natürlich wird er auch bei den French Open an Ivanovics Seite sein. Wie weit sie da kommen kann, möchte Günthardt aber nicht sagen.
Heinz Günthardt scheint mit seiner bodenständigen Arbeit genau der Richtige für das Glamour-Girl zu sein. Er hat ihr Spielniveau stabilisiert und die verloren geglaubte Motivation neu belebt. Ob Ivanovic in Rom gewinnt oder nicht, spielt für sie und ihren Trainer keine Rolle. "Zuerst muss die Leistung stimmen, die Resultate sind nur die Folge der Leistung", sagt Günthardt über die Zukunft und fügt hinzu: "Aber es macht schon Spaß, ihr zuzuschauen und zu sehen, dass unsere Arbeit Früchte trägt."
