Der (vorerst) geplatzte Debüt-Traum des Roman Burruchaga
In einem dramatischen Endspiel musste sich Roman Burruchaga in Houston trotz dreier Matchbälle noch dem US-Amerikaner Tommy Paul geschlagen geben und verpasste damit seinen Premierentitel auf der ATP-Tour. Dennoch dürfte das Titel-Debüt nur um unbestimmte Zeit aufgeschoben sein.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
06.04.2026, 13:18 Uhr

Das Champions-Gen wurde Roman Burruchaga schon von Geburt an mitgegeben. Vater Jorge stand beim Fußball-WM-Finale 1986 in Mexico nicht nur im erfolgreichen argentinischen Team, sondern sorgte auch noch höchstpersönlich für den entscheidenden 3:2-Treffer gegen die deutsche Auswahl. Eine bestimmt weise Entscheidung war es vom Sprössling, seinem weltmeisterlichen Vater nicht mit dem runden Leder nachzueifern, um von Kindesbeinen an am Erfolg seines Vaters gemessen zu werden. Und so entschied sich der junge Roman Andres erst einmal für die rote Asche als Geläuf, um seinen sportlichen Ambitionen nachzugehen.
Erste Erfolge im Juniorenbereich
Und schon früh sollten sich die ersten Erfolge des heute 24-jährigen Burruchaga auf dem Tenniscourt einstellen. Bei den Junioren spielte er sich bis auf Position 18 in der Weltrangliste und repräsentierte sein Land auf Grand-Slam-Ebene zweimal im Hauptfeld. Zwar nicht im Blitztempo, da er zu Beginn seiner Karriere fast ausschließlich auf den südamerikanischen Sandplätzen zugange war, aber kontinuierlich ging es auch bei den Herren nach oben. So folgte im Frühjahr der erstmalige Einzug in die Top 100 des ATP-Rankings.
Kontinuierlicher Aufstieg bei den Herren
Gestartet auf Position 77, stand Burruchaga beim ATP-250-Turnier in Houston ganz kurz vor dem nächsten Schritt und hatte die Hand im Endspiel schon ganz dicht an der Premierentrophäe auf der ATP-Tour. So bestimmte der Bundesligaspieler des TC Großhesselohe im Entscheidungsdurchgang gegen Tommy Paul lange das Geschehen, ehe er sich nach drei vergebenen Matchbällen dem US-Amerikaner noch dramatisch beugen musste.
Dennoch darf sich der vierfache Challenger-Titelträger, der all seine Profiturniere bislang auf Sand einfahren konnte, bei der Auswahl seiner Leistungssportart erneut bestätigt fühlen. Im Gegensatz zum großen Coup beim Fußball, wo die WM nur alle vier Jahre stattfindet, kann Burruchaga beinahe im Wochentakt die nächste Chance ergreifen, um seinen ersten Titel auf der großen ATP-Tour einzufahren. Die richtigen Worte zum Trost für die Niederlage, die ihn trotzdem auf Rang 62 in der Weltrangliste hievt, dürfte Vater Jorge für seinen Sohnemann bestimmt aus eigener Erfahrung gefunden haben, schließlich musste sich der argentinische Volksheld 1990 in Italien im WM-Finale im Revanche-Match dem deutschen Team mit 0:1 beugen.
Hier das Einzel-Tableau aus Houston
