Die besten Davis-Cup-Doppel

tennisnet.com stellt die erfolgreichsten Doppelpaarungen von acht siegreichen Davis-Cup-Nationen vor.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 14.11.2013, 08:18 Uhr

Von Christian Albrecht Barschel

13 Nationen haben bislang den Davis Cup gewonnen. Eine entscheidende Rolle auf dem Weg zum Davis-Cup-Triumph spielt häufig das Doppel, das traditionell am Samstag ausgetragen wird und häufig die Weichen für den Erfolg stellt oder eine Partie bereits beendet.tennisnet.comstellt die erfolgreichsten Doppel von acht siegreichen Nationen vor.

USA:

Mit 32 Titeln sind die USA der Rekordsieger im Davis Cup. Doch die glorreichen Zeiten der USA im ältesten jährlich ausgetragenen Mannschaftswettbewerb sind vorbei. In den letzten 18 Jahren konnten die US-Amerikaner nur zweimal den Davis Cup gewinnen. Über die vielen Jahrzehnte stellten die US-Boys immer wieder starke und eingespielte Doppel, die den Weg zu den Titeln ebneten. 2007, beim letzten Davis-Cup-Titel, hattenBob Bryan und Mike Bryanmaßgeblichen Anteil am Triumph. Die Bryan-Zwillinge, das erfolgreichste Doppel in der Geschichte, hat im Davis Cup ein 20:4-Bilanz. In diesem Jahr schwächelten die Bryans. Sie verloren beide Doppel jeweils in fünf Sätzen. Weitere Erfolgsgespanne der USA warenKen Flach und Robert Seguso(10:2-Bilanz),Rick Leach und Jim Pugh(6:0-Bilanz) undPeter Fleming und John McEnroe. „John McEnroe und irgendjemand!“. So antwortete Fleming auf die Frage, wer denn das beste Doppel sei. Fleming und McEnroe waren 1979, 1981, 1982 an den Triumphen der USA beteiligt. Nur eines ihrer 15 Doppelmatches verloren die US-Amerikaner – ausgerechnet das letzte gemeinsame Doppel im Finale 1984 in Schweden. Das erfolgreichste Duo in der Davis-Cup-Geschichte der USA bildeten jedochRobert „Bob“ Lutz und Stan Smith. Im Einsatz für ihr Heimatland waren Lutz/Smith fast unschlagbar. In 14 Spielen verließ das Duo 13-mal als Sieger den Platz und führte die USA zu fünf Davis-Cup-Titeln.

Australien:

Für Australien gilt das Gleiche wie bei den USA: Die glorreichen Zeiten im Davis Cup sind vorbei. Die Australier gewannen 28-mal den Davis Cup, zuletzt 2003. Das erfolgreichste Davis-Cup-Doppel der „Aussies“ warenTodd Woodbridge und Mark Woodforde. Die „Woodies“ führten Australien 1999 zum Titel. Bei 14 gemeinsamen Auftritten gingen nur zwei Spiele verloren, allerdings auch das Doppel im Davis-Cup-Finale 1993 in Deutschland.

Frankreich:

Neunmal hat Frankreich den Davis Cup gewonnen.Guy Forget und Henri Lecontebildeten nicht nur das erfolgreichste Doppel der „Grande Nation“, sondern auch eines der besten Davis-Cup-Doppel der Geschichte. Elfmal traten Forget und Leconte gemeinsam im Doppel an, elfmal verließen die beiden als Sieger den Platz. Die beiden Franzosen feierten ihren größten Sieg im Davis-Cup-Finale 1991, als sie als Zwei-Mann-Team nach 59 Jahren Titeldürre die „hässlichste Salatschüssel der Welt“ wieder nach Frankreich holten. Im Finale gegen die USA besiegten Forget/Leconte das Top-Doppel Ken Flach und Robert Seguso und brachten Frankreich auf die Siegerstraße.

Schweden:

Von den Glanzzeiten der früheren Jahre kann man in Schweden derzeit nur noch träumen. Schweden hat sich im Herrentennis von der führenden Nation in ein Entwicklungsland entwickelt. Da bleibt nur der Blick in die erfolgreiche Davis-Cup-Historie des Landes. Die Skandinavier standen zwischen 1975 und 1998 zwölfmal im Davis-Cup-Endspiel und gewannen sieben davon. Zwei Doppel der Schweden stechen hervor.Joakim Nyström und Mats Wilanderspielten zwar nur drei gemeinsame Doppel, es waren aber auch sehr entscheidende. Nyström/Wilander gewannen alle drei Doppel und holten bei den Titeln 1985 und 1987 in den Endspielen den wichtigen Doppelpunkt. Das andere schwedische Erfolgsdoppel im Davis Cup warenJonas Björkman und Nicklas Kulti. Das Duo war bei zwölf Auftritten zehnmal siegreich. Zwischen 1996 und 1998 bildeten Björkman/Kulti das schwedische Doppel in den Endspielen. 1997 und 1998 setzten sich die beiden durch und hatten maßgeblichen Anteil an den letzten beiden Davis-Cup-Titeln von Schweden.

Deutschland:

In Deutschland sind genauso wie in Schweden die „fetten Jahre“ im Davis Cup vorbei. Zwar ist das deutsche Team Dauergast in der Weltgruppe, aber in den letzten 15 Jahren reichte es nur zu einer Halbfinalteilnahme. Die drei Davis-Cup-Titel (1988, 1989 und 1993) unterstützten den deutschen Tennis-Boom.Boris Becker und Eric Jelenbildeten in den Achtzigern das deutsche Erfolgsdoppel und schlugen viele starke Paarungen, unter anderen Flach/Seguso, Sergio Casal/Emilio Sanchez und Stefan Edberg/Anders Järryd. Zum Ende ihrer gemeinsamen Partnerschaft gab es zwei überraschende Niederlagen in Folge, sodass Becker/Jelen eine Bilanz von 8:3 haben. Das zweite deutsche Erfolgsdoppel im Davis Cup warenPatrik Kühnen und Michael Stich. In der siegreichen Davis-Cup-Saison 1993 gewannen beide alle vier Doppel – im Endspiel siegten sie gegen die „Woodies“ – und blieben in ihren fünf gemeinsamen Auftritten ungeschlagen.

Tschechien:

Tschechien gewann bislang zweimal den Davis Cup. 1980 als damalige Tschechoslowakei und 2012. Das Zwei-Mann-Team umTomas BerdychundRadek Stepanekholte im Vorjahr im Alleingang den Titel. Die anderen Teammitglieder kamen nur dann zum Einsatz, als die Partien bereits entschieden waren. In diesem Jahr steht Tschechien vor der Titelverteidigung im Davis Cup. Im Endspiel in Serbien kommt es vor allem auf die Doppelstärke von Berdych und Stepanek an. Das tschechische Duo hat eine überragende Bilanz von 13:1-Siegen. Die einzige Niederlage kassierten die beiden ausgerechnet im Davis-Cup-Finale 2009 in Spanien gegen Feliciano Lopez und Fernando Verdasco. Im Vorjahresfinale ebneten Berdych und Stepanek mit ihrem Doppelsieg über die Spanier Marc Lopez und Marcel Granollers den Weg zum Davis-Cup-Triumph. Und auch im kommenden Endspiel gegen Serbien könnte das Doppel wieder das Zünglein an der Waage sein.

Kroatien:

Kroatien ist das bislang kleinste Land, das den Davis Cup gewinnen konnte. Dementsprechend groß war der Siegestaumel, als die Kroaten 2005 zum ersten Mal die „hässlichste Salatschüssel der Welt“ in die Höhe stemmen konnten.Ivan Ljubicic und Mario Ancicführten Kroatien in jenem Jahr als Zwei-Mann-Team zum Titel. Die beiden Kroaten gewannen in der Erfolgssaison alle vier Doppel und verloren in sieben Matches nur einmal – gegen die Deutschen Michael Kohlmann und Alexander Waske. Ljubicic harmonierte auch mitGoran Ivanisevicbesonders gut. Das Duo gewann alle sechs Matches.

Südafrika:

Heutzutage ist ein Davis-Cup-Finale zwischen Südafrika und Indien kaum vorzustellen. Doch 1974 war diese Paarung Realität. Allerdings gewann Südafrika das Endspiel, ohne dass überhaupt ein Punkt gespielt wurde. Da sich das indische Team weigerte, in Südafrika wegen der damaligen Apartheid-Politik der Regierung anzutreten, wurde Südafrika der Titel zugesprochen. Die Südafrikaner hatten damalsBob Hewitt und Frew McMillanim Team – eines der erfolgreichsten Doppel der Geschichte. Bis 1966 bildete der gebürtige Australier Hewitt mit seinen Landsmännern Fred Stolle und Ken Fletcher ein exzellentes Duo. Die Liebe brachte Hewitt und McMillan als Doppelpartner zusammen. Hewitt zog von Australien nach Johannesburg zu seiner zukünftigen Frau Dalaille und wurde südafrikanischer Staatsbürger. Schließlich bildete er mit McMillan 15 Jahre lang ein Doppel der Extraklasse. Das südafrikanische Duo gewann in der Open Era insgesamt 47 Turniere, darunter vier Grand Slams. Im Davis Cup verloren Hewitt/McMillan von 17 Doppeln nur eine einzige Partie. In den letzten Jahren machte Hewitt vermehrt Negativschlagzeilen. Wegen Missbrauchsvorwürfen von ehemaligen Tennisschülerinnen wurde Hewitt 2012 aus der Tennis Hall of Fame geworfen.(Foto: GEPA pictures)

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