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"Die Blume Tennis gießen" - Hervis setzt auf den weißen Sport

Hervis, in Österreich mit mehr als 100 Sportfachmärkten vertreten, setzt immer mehr auch auf den Tennissport. David Tews (Head of Marketing international), Online-Chef Stefan Ellmer und Chef-Einkäufer Zlatko Plakalo haben mit tennisnet.com über die Ausrichtung des Unternehmens gesprochen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 10.06.2021, 13:59 Uhr

David Tews - Head of Marketing international bei Hervis
© Hervis
David Tews - Head of Marketing international bei Hervis

tennisnet: Herr Tews, Herr Ellmer, Herr Plakalo. Wie hat sich der Sportmarkt in Österreich während der Pandemie verändert, wie aus Sicht von Hervis?

Durch die aktuelle Situation bedingt, aber auch durch die Erfolge von Dominic Thiem sind sehr viele Menschen in Österreich auf Tennis umgestiegen. Speziell aus dem Fußballbereich. Das merken wir vor allem über die Anfragen in den Top-Sortimenten. Darauf wollen wir unseren Fokus in der unmittelbaren Zukunft auch legen. Die Hobbysportler identifizieren sich sehr stark mit den Stars der Tennisszene, nicht nur im Racketbereich, sondern auch beim Outfit und den Schuhen.

tennisnet: Sehen Sie diese positive Entwicklung nur an die Person Dominic Thiem geknüpft?

Der Tennisboom wird länger halten. Natürlich braucht die Jugend Idole. Wenn man so coole Typen wie Dominic Thiem hat, dann sagen viele Menschen: „Das möchte ich auch.“ Aber am Ende des Tages sind die Vereine und deren Jugendabteilungen gefragt, den Boom am Laufen zu halten. Wer in Deutschland zur Zeit von Boris Becker und Steffi Graf aufgewachsen ist, weiß: Wir haben auch nicht aufgehört, Tennis zu spielen, als die beiden ihre Karriere beendet haben. Und gerade nach der Corona-Zeit ist Bewegung ein ganz großes Thema und wird es bleiben. Wir können hier einen Teil beitragen, unterstützen auch die Initiative „Beweg Dich“ von ServusTV. Da sehen wir auch eine gesellschaftliche Verantwortung.

tennisnet: Wie sieht die Durchdringung des österreichischen Marktes durch Hervis aus?

Aktuell ist Hervis mit 108 Stores über alle Bundesländer verteilt vertreten. Hervis hat in den After-Sale-Service investiert. Aktuell gibt es 60 Filialen, die einen Bespannungsservice für Tennisspieler anbieten. Unsere Mitarbeiter werden jährlich geschult, das Angebot soll noch ausgebaut werden.

tennisnet: Wie sieht es online aus?

Im Online-Bereich werden mit Partnern wie Babolat oft Sortiments-Erweiterungen in Angriff genommen, um die Top-Sortimente wie Schlägersets und Taschen abzubilden. Wir haben die Möglichkeit, das gesamte Filialnetzwerk von Hervis für den Vertrieb von Tennisprodukten zu nutzen. Wir bieten ein breites Portfolio an Marken und Produkten an.

tennisnet: Wenn an einem Sonntag Novak Djokovic und Rafael Nadal das Endspiel in Rom bestriten, möchten viele Fans am Montag deren Outfits bestellen. Woran scheitert dies manchmal?

Das liegt an den Herstellern. Diese verkaufen die Outfits der Stars zunächst nur sehr „gechannelt“. Das Sortiment von Hervis erfüllt definitiv die Bedürfnisse der Hobby- und der ambitionierten Amateur-Spieler. Unser Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr, sehr gut. Wir sind durch unser Click & Collect System regional so gut aufgestellt, dass jeder Tennisspieler sein Equipment bequem und einfach von zu Hause oder auch im Store bestellen kann und dieses auch in kurzer Zeit in einem Store seiner Wahl abholen kann.

tennisnet: Hervis und der Tennissport. Wie soll diese Beziehung in Zukunft aussehen?

Wir wollen die Botschaft platzieren, dass Hervis wieder für Tennis steht und eine Alternative im Markt ist. Sowohl im Service- wie auch im Produktbereich. Wir investieren in das Personal und auch Material, haben ein klares Committment zum Tennissport abgegeben. Hervis pflegt mit seiner Vereinskarte bereits Kontakte zu mehr als 4.000 Vereinen in Österreich - über verschiedene Sportarten. Dieses Engagement wollen wir noch weiter vertiefen.

tennisnet: Worauf liegt dabei Ihr Fokus?

Kooperationen werden von uns laufend geprüft. Sponsorings sind momentan kein Thema. Wir sind als Marke in Österreich sehr bekannt, sind medial sehr aktiv. Uns geht es eher darum, Gruppen aktiv zu unterstützen, das hat sich in anderen Sparten schon bewährt. Wie etwa bei den Pfadfindern, wo ein klassisches Sponsorat weder den Pfadfindern noch Hervis geholfen hätte. Mehr Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit sehen wir in der Unterstützung von Vereinen. Momentan bewegen wir uns da wirklich auf der Vereins- und nicht auf der Verbandsebene. Wir suchen eher die regionale Verbindung. Das ist auch die Aufgabe unserer Filialleiter: Die Förderung und Pflege der Beziehungen zu den regionalen Vereinen.

tennisnet: Welchen Stellenwert nimmt Tennis insgesamt bei Hervis ein?

Tennis ist im Gesamtsortiment von Hervis noch nicht der größte Player. Tennis ist aber eine Blume, die gegossen werden und wachsen soll. Im Moment spielen die Outdoor-Segmente wie Radsport und Laufen noch eine größere Rolle. Gerade auf dem österreichischen Markt sind die naturverbundenen Sortimente stärker nachgefragt. In der Corona-Zeit erlebt der Fahrradsport einen riesigen Aufschwung, der Markt ist fast leergefegt. E-Bikes sind fast schon heiße Ware. Wenn die Pandemie etwas Gutes gebracht hat, dann den Umstand, dass die Menschen sich mit ihrer unmittelbaren Umgebung auseinandersetzen mussten. Auch im sportlichen Bereich. In Österreich waren die Leute dann beim Laufen und Wandern. Dazu kommt das Thema Training im Winter - schließlich haben viele Leute mit einer App zuhause trainiert. Der Trend und die Nachfrage gehen aber auch in Richtung Tennis.

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