Die Rückkehr des Königs: Rafael Nadal will es noch einmal wissen

Nach fast einjähriger Verletzungspause kehrt Rafael Nadal im neuen Jahr auf die Tour zurück. Kann die spanische Tennislegende im Herbst der Karriere wirklich nochmal die ganz großen Titel angreifen?

von SID
zuletzt bearbeitet: 26.12.2023, 13:30 Uhr

Rafael Nadal feiert in Brisbane sein Comeback
© Getty Images
Rafael Nadal feiert in Brisbane sein Comeback

Rafael Nadal hat viel gelitten. Die fiesen Schmerzen am Hüftbeuger, das Quälen in der Reha, das Ackern auf dem Trainingsplatz. Aus Tagen wurden Wochen, aus Wochen letztlich Monate. "Ich habe in vielen Momenten gedacht, dass es keinen Sinn ergibt, weiterzumachen", sagt Nadal - und tat es doch.

Knapp ein Jahr nach der schweren Verletzung fiebert der 22-malige Grand-Slam-Sieger endlich seinem Comeback auf der Tennistour entgegen. In Brisbane (31. Dezember bis 7. Januar) will Nadal wieder unter Wettkampfbedingungen aufschlagen. Und anschließend auch bei den Australian Open das erste Grand Slam des Jahres bestreiten - ausgerechnet an dem Ort, an dem im Januar das Leiden begann.

Nadal: "Der Schmerz geht nie wieder weg"

Unter Schmerzen kämpfte der Spanier damals in der zweiten Runde gegen den US-Amerikaner Mackenzie McDonald. Der Hüftbeuger ließ ihn im Stich. Nadal krümmte sich, er taumelte über den Platz und verlor glatt in drei Sätzen. Es folgte eine Operation an seinem Geburtstag sowie eine Pause, die deutlich länger dauerte als zunächst erwartet. Und die bis heute nachwirkt.

"Der Schmerz geht nie wieder weg", sagte Nadal kürzlich in den Sozialen Netzwerken, und auch Novak Djokovic, der ihn mit inzwischen 24 Major-Titeln als Grand-Slam-Rekordsieger abgelöst hat, werde er wohl nicht mehr einholen. Was die Frage aufwirft, warum der 37-Jährige, der in der Vergangenheit auch schon unter heftigen Fußproblemen litt, sich das alles eigentlich noch antut.

"Ich würde es gerne anders beenden, nicht in einem Presseraum", erklärte Nadal. Er habe gekämpft, "um diese Vision am Leben zu halten", und nun sei es "endlich Zeit". Zeit für die Rückkehr des Sandplatzkönigs auf die große Bühne. Immer wieder zeigte er sich in der Rafael Nadal Academy zuletzt bei Trainingsmatches - auch mit der deutschen Nummer zwei Jan-Lennard Struff. Doch kann es auch eine triumphale Rückkehr werden?

Zunächst einmal vermutlich nicht. Nadal selbst bremste vorsorglich die Euphorie. "Ich erwarte von mir selbst, dass ich nichts erwarte", sagte er leicht kryptisch und sprach von "unerforschtem Terrain" sowie einem "schwierigen" Start. Die australischen Hartplätze sollen zunächst nur als Standortbestimmung dienen auf dem Weg zu höheren Zielen.

Spätestens im Frühsommer aber dürfte Nadal wieder sein Topniveau anpeilen. Die Verlockungen der neuen Saison sind einfach zu groß, um nicht noch einmal voll anzugreifen. Bei Nadals absoluten Lieblingsturnier, den French Open, will er sich im Juni den historischen Titel Nummer 15 krallen - ehe an gleicher Stelle im Stade Roland Garros die Tenniswettbewerbe der Olympischen Spiele von Paris anstehen.

Nadal lässt sich Hintertür offen

Es winkt das zweite Einzelgold nach Peking 2008 und - möglicherweise an der Seite seines designierten Nachfolgers Carlos Alcaraz (20) - der zweite Doppeltriumph nach Rio 2016. Und auch wenn es nicht mehr für einen großen Titel reicht: Nadal träumt von einer sportlich bedeutsamen Abschiedstour auf den großen Courts der Tenniswelt. Anders als sein verletzungsgebeutelter Ex-Rivale Roger Federer, für den es am Karriereende nur noch zu ein paar hochemotionalen Matches beim Laver Cup reichte.

Ende 2024 dürfte dann schließlich auch bei Nadal endgültig Schluss sein. Das glaubt der Spanier selbst - und hält sich doch ein Hintertürchen offen, falls es besser läuft als erwartet. "Warum sollte ich mir ein Limit setzen?", fragte er kürzlich. Ein Rafael Nadal lässt sich sein Karriereende nicht aufzwingen, erst recht nicht von seinem alternden Körper.

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Dienstag
26.12.2023, 15:25 Uhr
zuletzt bearbeitet: 26.12.2023, 13:30 Uhr

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