Justine Henin

Die Belgierin gewann sieben Grand-Slam-Turniere, Olympiagold und war für 117 Wochen die Nummer eins.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 07.12.2012, 09:25 Uhr

Vom 1. bis 24. Dezember präsentierttennisnet.comeine redaktionelle Bestenliste und kürt die Top 12 der besten Damen und Herren aller Zeiten. In unseremtennisnet.com-Adventskalenderwerden wir bis Heiligabend abwechselnd ein Türchen bei den Damen und Herren öffnen. Wir wollen euch damit die tennisfreie Weihnachtszeit etwas versüßen. Getreu dem Motto „Ladies first“ haben die Damen immer den Vorrang. Die Herren ziehen dann nach.

Die besten Spielerinnen aller Zeiten – Platz 9: Justine Henin

Auf Platz 9 unserer Bestenliste steht die Spielerin mit der wohl besten einhändigen Rückhand in der Geschichte des Damentennis: Justin Henin. Die zierliche Belgierin gewann sieben Grand-Slam-Turniere (viermal French Open, zweimal US Open, einmal Australian Open), olympisches Gold, den Fed Cup mit Belgien und stand 117 Wochen an der Spitze der Weltrangliste. Henin gewann fast alles, was es zu gewinnen gibt. Nur der Triumph in Wimbledon blieb ihr trotz zweier Finalteilnahmen stets verwehrt. Am 14. Mai 2008 überraschte die Belgierin die Tenniswelt mit der Bekanntgabe, dass ihre Karriere mit sofortiger Wirkung beendet ist – und das als unangefochtene Nummer eins der Weltrangliste mit riesengroßem Vorsprung. Einen Rücktritt vom Rücktritt schloss Henin aus: „Wer mich kennt, weiß, dass es das definitive Ende ist.“

Doch Henin kehrte im Januar 2010 nach 20 Monaten auf die WTA-Tour zurück, vielleicht auch angespornt vom erfolgreichen Comeback ihrer Landsmännin Kim Clijsters. Die zweite Karriere der Belgierin war nur von kurzer Dauer. Ein Jahr nach ihrem Comeback beendete Henin ihre Karriere erneut, diesmal unfreiwillig. Schmerzen im Ellbogen verhinderten eine Fortsetzung der Karriere. Die kleine Belgierin war das Gegenstück zu der oft kraftvollen, eindimensionalen Spielweise der meisten Damen auf der Tour. Sie beherrschte jeden Schlag, agierte mit Spielwitz statt mit Powertennis und besaß die weltbeste einhändige Rückhand. Auch ihr Volleyspiel war im Vergleich zu ihren Kolleginnen ausgereift. Ihr Ballgefühl und ihre Spielintelligenz bleiben ebenso in Erinnerung wie ihre mentale Stärke. Während ihre Kolleginnen oft nur Tennis arbeiteten, spielte Henin das Spiel „Tennis“ nahezu perfekt. Eine Aufnahme in die Hall of Fame ist nur noch eine Frage der Zeit.

Steckbrief:

Justin Henin

Geburtstag: 1. Juni 1982 in Liege

Nationalität: Belgien

Größe: 167 cm

Profikarriere: 1999 bis 2011, Auszeit zwischen Mai 2008 bis Januar 2010

Spielhand: Rechts, einhändige Rückhand

Preisgeld: bislang 20.863.335 US-Dollar

Grand-Slam-Titel im Einzel: 7

Grand-Slam-Finals im Einzel: 12

Titel bei WTA Championships: 2

Turniersiege im Einzel: 43

Höchste Platzierung im Einzel: 1

Wochen als Nummer eins: 117

Turniersiege im Doppel: 2

Höchste Platzierung im Doppel: 23

Olympia: Gold im Einzel (2004 in Athen)

Fed-Cup-Titel: 1

Das sagt die Jury über Justin Henin:

Jörg Allmeroth (Tennis-Journalist seit mehr als 20 Jahren)

„Die kleine Belgierin galt als eine der größten Kämpferinnen in der Zeit ihrer Karriere. Sie sorgte zusammen mit Kim Clijsters für belgische Wunderjahre im Frauentennis. John McEnroe nannte ihre Rückhand die beste im gesamten Tennis, bei Frauen und Männern.“

Alexander Antonitsch (Ex-Profi und Herausgeber von tennisnet.com)

„Mein persönlicher Liebling, einfach technisch geniales Tennis. Sie konnte alle trotz körperlicher Nachteile phasenweise dominieren! Sie ist technisch wahrscheinlich sowieso die beste Tennisspielerin aller Zeiten.“

Christian Albrecht Barschel (Redaktionsleiter tennisnet.com Deutschland)

„Justine Henin ist eine komplette Spielerin gewesen, die jeden Schlag beherrschte. Diesen Spielertyp gibt es im Damentennis nur recht selten. Ähnlich wie bei Martina Hingis war ihr Spiel geprägt von Esprit und einer Menge Spielwitz. Es gehört viel Mut dazu, als glasklare und unangefochtene Nummer eins der Weltrangliste die Karriere zu beenden. Henin hätte ohne ihren freiwilligen Rückzug das Damentennis noch ein paar Jahre länger dominiert.“

Christopher Kas (Profi seit 2001, Doppelspezialist)

„Sie war drei Jahre hintereinander Nummer 1, Gold bei Olympia, 7 Grand-Slam-Siege. Sie ist bekannt durch ihre fantastische einhändige Rückhand, sehr beweglich, athletisch und bescheiden. Ich habe sie in Melbourne immer im Hotel der Qualifikanten getroffen. Sie hätte sich vermutlich das Hyatt leisten können.“

Manuel Wachta (Redaktionsleiter tennisnet.com Österreich)

„Sieben Grand-Slam-Titel zwischen 2003 und 2007 (nur Wimbledon fehlte trotz zweier Finalteilnahmen), insgesamt 43 WTA-Titel, Olympiasiegerin von 2004 und 117 Wochen als Nummer 1 der Welt. Doch Justine Henin ist mehr als ihre Erfolge. Die Belgierin galt als eine der komplettesten Spielerinnen der Tour mit der wohl schönsten Rückhand aller Zeiten. Eine erfrischende Abwechslung im monotonen Auf-den-Ball-Hämmern der heutigen Generation.“

So lief die Wertung ab:

Eine Jury aus fünf Personen bestimmte dietennisnet.com-Bestenlisteder Damen und Herren. Jedes Jurymitglied erstellte seine persönliche Top-15-Liste bei den Damen und Herren. Platz 1 in der jeweiligen Bestenliste erhielt 15 Punkte, Platz 15 bekam einen Punkt. Aus den fünf Bestenlisten der Jury errechnete sich dann eine gemeinsame Top-12-Bestenliste, die wir vom 1. bis 24. Dezember in unseremtennisnet.com-Adventskalenderpräsentieren. Jeden Tag wird abwechselnd ein Türchen bei den Damen und Herren geöffnet.

Foto: GEPA pictures

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