Djokovics geheimes Projekt? So formt(e) er Jakub Mensik
Jakub Mensik steht sensationell im Halbfinale der French Open. Dabei nennt er ausgerechnet Novak Djokovic als einen der wichtigsten Wegbereiter seines Aufstiegs.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
04.06.2026, 08:35 Uhr

2021 war Jakub Mensik erst sechzehn Jahre alt und außerhalb von Insiderkreisen kaum bekannt. Sein Profidebüt lag noch Monate in der Zukunft, als kein Geringerer als Novak Djokovic den Tschechen zu einem Trainingscamp nach Belgrad einlud. Für Mensik war das ein Schlüsselmoment seiner Karriere. Während viele Talente um Aufmerksamkeit kämpfen, erhielt er plötzlich die Unterstützung des erfolgreichsten Spielers der Tennisgeschichte.
Mentor statt Konkurrent
Aus den gemeinsamen Trainingseinheiten entwickelte sich über die Jahre ein enges Verhältnis. Mensik betont immer wieder, wie dankbar er für Djokovics Vertrauen sei. Besonders beeindruckt ihn die mentale Stärke des Serben. Vor allem dessen Überzeugung auf dem Platz und dessen Umgang mit Drucksituationen seien Lektionen, die er bis heute in sich aufsauge.
Halbfinale in Paris
Dass er einmal zu den letzten vier Spielern eines Grand-Slam-Turniers gehören würde, hätte Mensik damals selbst nicht für möglich gehalten. Nun steht der Tscheche nach seinem Coup gegen Joao Fonseca erstmals in einem Major-Halbfinale. Der Weg dorthin war steil, aber die frühe Förderung durch Djokovic gab ihm das Gefühl, dass er auf höchstem Niveau bestehen könne, so der Tscheche nach seinem Halbfinaleinzug.
Die Ironie von Miami: Der Schüler stoppt den Meister
Die wohl kurioseste Episode dieser Beziehung ereignete sich 2025. Im Finale von Miami besiegte Mensik seinen Lehrer Djokovic mit 7:6, 7:6 und verhinderte damit den historischen 100. ATP-Titel des Serben. Ausgerechnet der Spieler, den Djokovic einst förderte, wurde so zum Stolperstein auf dem Weg zur nächsten Rekordmarke.
Jetzt jagt Mensik den nächsten großen Coup. Gegen Alexander Zverev wird er sich im Halbfinale allerdings mächtig strecken müssen.
