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Do & Co – Madrid in rot-weiß-roter Hand

Sloane Stephens bezeichnet es als das beste Essen der Tour, Dominic Thiem fühlt sich nicht zuletzt deswegen so wohl in Madrid – das österreichische Catering-Unternehmen Do & Co sorgt in der spanischen Hauptstadt für das leibliche Wohl der Spieler. Tennisnet.com hat den „verrückten Österreichern“ einen Besuch abgestattet.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 09.05.2019, 00:58 Uhr

Do & Co
Die Do & Co-Zelte in Madrid

Die Sonne strahlt über der spanischen Hauptstadt, als mich Geschäftsführer Wilfried Hohenwarter in den Katakomben der Caja Magica begrüßt. Er entschuldigt sich für die leichte Verspätung, Ion Tiriac wollte noch schnell ein paar Fragen beantwortet wissen. Der Turnierinhaber des Turniers in Madrid ist es auch, der Do & Co im Jahr 2003 mit dem Catering der Veranstaltung beauftragte. „Das Turnier ist von Stuttgart nach Madrid gekommen. Es war schon ein Risiko, die verrückten Österreicher an Bord zu holen. Wir haben in einer alten Messehalle mit 250 Gästen angefangen“, erzählt Hohenwarter.

„Mittlerweile sind es an den Spitzentagen bis zu 5000.“ Doch nicht immer verlief alles so reibungslos wie heute. „Wir sind mit dem Selbstvertrauen aus Stuttgart gekommen, dass die Gäste zwischen 12:00 Uhr und 14:00 Uhr essen - wie der Deutsche und Österreicher das halt macht. Der Spanier war da nicht zu sehen. Der kam erst, als wir gerade zusperrten“, erinnert sich der Geschäftführer.

Mittlerweile läuft aber alles wie am Schnürchen. Die langjährige Erfahrung sowie die Fähigkeit, aus dem „Feedback der Gäste“ zu lernen, machen Do & Co zu einem festen Bestandteil des Events. In Madrid ist das österreichische Unternehmen für die Verpflegung der VIP-Gäste und Spieler verantwortlich. Welch organisatorischen Aufwand das bedeutet, wird mir bei einem Rundgang durch das VIP-Restaurant deutlich. Ununterbrochen klingelt bei Wilfried Hohenwarter das Handy: „Das Event kostet viel Kraft, gibt aber gleichzeitig extrem viele Emotionen zurück.“

CR7 & Co

Neben dem Tennisturnier in Madrid betreut Do & Co unter anderem auch die gesamte Formel-1-Saison, Skirennen in Österreich sowie Spiele des FC Bayern und von Juventus Turin. Der italienische Koch, der sich normalerweise um das Wohlbefinden von Cristiano Ronaldo und Co. kümmert, ist während der Veranstaltung in der spanischen Hauptstadt vor Ort. Das Konzept des Unternehmens ist klar: heimische Topprodukte mit internationalen Spitzenzutaten zu mischen und den Spielern und VIP-Gästen somit ein Gefühl von Heimat gepaart mit exzellenter Küche zu vermitteln.

Er ist ein Genussmensch.

Wilfried Hohenwarter über Dominic Thiem

Insbesondere bei Österreichs Superstar Dominic Thiem scheint das hervorragend zu gelingen. Der 25-Jährige strich die Catering-Firma bei seiner Pressekonferenz vor dem Turnier extra hervor – vielleicht ein Mitgrund, warum der Lichtenwörther in den vergangenen beiden Jahren in Madrid hervorragendes Tennis zeigte und jeweils in das Finale einzog. „Wenn er österreichische Gastlichkeit bekommt, wo er es nicht erwartet, dann ist das eine andere Art, wie man den Tag beginnt“, betont Hohenwarter. Thiems Essgewohnheiten seien indes völlig normal: „Er passt schon auf, ist aber – von dem, was ich mitbekomme – ein Genussmensch.“

Andere Essgewohnheiten

Novak Djokovic sei da zum Beispiel schon eine größere Herausforderung. „Er schickt uns zwei Wochen vor Turnierbeginn schon seine Listen. Wenn er dann doch etwas anderes will, wollen wir so schnell wie möglich reagieren. Seinem Team ist das manchmal schon etwas peinlich, aber wir sehen das eher als Challenge“, erzählt Hohenwarter. Ohnehin hätten sich die Essgewohnheiten der Tennisprofis in den vergangenen zehn Jahren grundlegend geändert: „Früher wurde jemand komisch angesehen, wenn er glutenfreies Brot bestellte.“

Für mich gibt es heute allerdings kein glutenfreies Brot. Ich greife lieber zu einem kräftigen Steak aus Uruguay und Gnocchi aus Italien. „Der Spanier ist ein riesiger Rindfleischfan. Das geht sehr gut“, erklärt Hohenwarter. Doch nicht nur das Steak schmeckt hervorragend, auch die Gnocchi aus Turin sind durchwegs empfehlenswert. Kein Wunder, dass Cristiano Ronaldo, Lewis Hamilton und Dominic Thiem bei diesem Essen stets zur Hochform auflaufen – eventuell ja auch so weit, dass Madrid am Ende der Woche nicht nur kulinarisch fest in rot-weiß-roter Hand ist.

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