Dopingsperren: Nicholas Jarry und Robert Farah mit positiven Tests

Ein schwarzer Tag für den Tennissport: Heute wurde bekannt, dass mit Nicolas Jarry und Robert Farah gleich zwei Athleten des Dopings überführt wurden und deshalb vorläufig gesperrt werden. Beide beteuern in ersten Statements ihre Unschuld und wollen alles daran setzen, diese auch zu beweisen.

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 14.01.2020, 20:42 Uhr

Nicolas Jarry und Robert Farah wurden wegen positiven Dopingtests von der ITF gesperrt
Nicolas Jarry und Robert Farah wurden wegen positiven Dopingtests von der ITF gesperrt

Der 14. Jänner wird wohl vielen Tennisfans in trauriger Erinnerung bleiben. Am heutigen Dienstag wurden gleich zwei Dopingfälle im Tennissport bekannt. Mit Nicolas Jarry und dem Doppelspezialisten Robert Farah sind diesmal zwei absolute Topspieler von den Vorwürfen betroffen.

Nicolas Jarry im Rahmen des Davis Cup getestet

Im Falle des 24-jährigen Nicolas Jarry liegt der Dopingtest schon einige Wochen zurück. Genauer gesagt war es am 19. November, als der Chilene während des Davis-Cup-Finalturniers zwei Urinproben abgeben musste. In einem ersten Statement erklärte die aktuelle Nummer 78 der Welt, was passiert war: „Es ist einer der schwersten Momente meines Lebens, ich möchte euch erzählen, was passiert ist: Ich habe mich während des Davis Cup zwei Urinproben unterziehen lassen, die erste war okay, in der zweiten haben sie zwei verbotene Substanzen entdeckt. Es war eine extrem niedrige Konzentration: Beide hätten mir zu keiner besseren Leistung verholfen.“

„Ich möchte aufklären, dass ich nie absichtlich oder bewusst in meiner Karriere als Tennisspieler irgendeine verbotene Substanz genommen habe. Ich lehne Doping kategorisch ab. Ich werde die kommende Zeit darin investieren, herauszufinden, woher diese Substanzen kommen, damit mein Team und ich diese Situation aufklären können“, führte Jarry weiter aus.

Als ersten Verdacht äußerte der Chilene, dass es sich um eine Kreuzkontaminierung durch Multi-Vitamin-Präparate aus Brasilien handeln könnte. Er nehme diese nur, da ihm versichert wurde, dass diese frei von verbotenen Substanzen seien. Die Sperre gilt ab sofort bis zu einer noch nicht terminierten Anhörung, in der Urinprobe sollen laut ITF Spuren der verbotenen Substanzen Ligandrol und Stanozolol gefunden worden sein.

Mit Robert Farah auch eine Nummer eins betroffen

In den frühen Morgenstunden am Dienstag wurde bekannt, dass der Doppelspezialist und Nummer eins der Welt, Robert Farah, aus persönlichen Gründen nicht bei den Australian Open an den Start gehen wird. Wenige Stunden später gab Farah bekannt, dass ihn die ITF informiert habe, dass er im Oktober positiv auf die unerlaubte Substanz Boldenona getestet wurde. „Ich werde bei den Australian Open nicht spielen können, ein Event auf das ich mich seit Dezember vorbereitet habe“, teilte der 32-Jährige auf Twitter mit.

Auch Farah glaubt, dass es sich um einen unglücklichen Zufall handle. „Wie das kolumbianische Olympische Komitee 2018 feststellte, kommt diese Substanz häufig in kolumbianischem Fleisch vor und kann die Testergebnisse der Athleten beeinflussen“, erklärte Farah. Er kündigt an, mit seinem Team die kommenden Schritte zu besprechen, um zu beweisen, dass er diese Substanz nicht freiwillig genommen habe.

An der Seite von Juan Sebastian Cabal konnte Robert Farah 2019 mit den US Open und Wimbledon gleich zwei Grand-Slam Turniere gewinnen. Bei den Australian Open werden damit zwei Mitfavoriten auf den Titel fehlen.

Beide Athleten haben nun bei einer Anhörung die Möglichkeit, ihre Sichtweise darzulegen und möglicherweise ihre Unschuld zu beweisen. Wann diese stattfinden werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar.

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von Michael Rothschädl

Dienstag
14.01.2020, 21:09 Uhr
zuletzt bearbeitet: 14.01.2020, 20:42 Uhr