Draper am Boden, Neo-Coach Murray mit Kampfansage: "Sein Tennis ist verdammt gut!"
Jack Drapers Karriere steckt seit einem Jahr in einer schweren Krise. Doch sein neuer Coach Andy Murray glaubt, dass der verletzungsgeplagte Brite den schwierigsten Teil bereits hinter sich habe.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
17.06.2026, 18:39 Uhr

Noch vor wenigen Monaten galt Jack Draper als einer der spannendsten Spieler der Tour. Nach dem Einzug ins US-Open-Halbfinale 2024 und seinem Triumph beim Masters in Indian Wells 2025 war der Brite endgültig in der Weltspitze angekommen und wurde als möglicher Herausforderer der Topstars gehandelt. Doch dann folgte der Absturz. Eine Armverletzung warf ihn aus der Bahn, später kamen weitere körperliche Probleme hinzu. Nach seinem diesjährigen Comeback in Indian Wells, wo er unter anderem Novak Djokovic bezwingen konnte, stoppte ihn eine Knieverletzung erneut.
Murray schwärmt: „Er ist unglaublich gut“
Trotz der schwierigen Phase sieht Andy Murray, der Draper seit Kurzem als Coach begleitet, bei seinem Schützling keinerlei spielerischen Rückschritt. Im Gegenteil: Der ehemalige Weltranglistenerste ist nach den gemeinsamen Trainingseinheiten begeistert. „Sein Tennis ist verdammt gut“, erklärte Murray. Draper habe in den vergangenen Monaten zwar viele Probleme gehabt, beginne aber nun, diese Phase hinter sich zu lassen. Entscheidend sei jetzt, wieder Vertrauen in den eigenen Körper aufzubauen und regelmäßig Matches zu bestreiten.
Besonders beeindruckt zeigt sich Murray von Drapers kompletter Spielanlage. Er habe kaum Schwächen entdeckt und sei spielerisch sogar besser, als er erwartet habe. Draper sei zudem ein schneller Lerner und verfüge über deutlich mehr Variationen, als viele vermuten würden.
Comeback in Eastbourne – mit Murray als Rückhalt
Nach seiner Absage für das Turnier im Queen’s Club plant Draper nun seinen Neustart beim Rasenturnier in Eastbourne. Dort soll die Rückkehr auf den Matchcourt endlich gelingen. Murray wird ihn dabei unterstützen, allerdings nicht als klassischer Vollzeit-Coach auf der Tour. Der Schotte machte klar, dass seine Familie weiterhin Priorität habe und er nicht dauerhaft um die Welt reisen werde. Draper habe diese Bedingungen akzeptiert. Beide wollen die Zusammenarbeit zunächst Schritt für Schritt entwickeln.
Erfahrung bringt Murray reichlich mit: 2025 arbeitete er bereits zeitweise mit Djokovic zusammen und lernte dabei die Abläufe aus Sicht eines Trainers kennen. Nun gibt er dieses Wissen an Draper weiter. Seine Botschaft an seinen Schützling ist indes klar: Das Können ist definitiv noch da.
