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Eine erste sportliche Bilanz

Bei den von der Hobby Tennis Tour organisierten Wiener Outdoor-Tennis-Landesmeisterschaften 2023, ha...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 23.08.2023, 12:18 Uhr

Bei den von der Hobby Tennis Tour organisierten Wiener Outdoor-Tennis-Landesmeisterschaften 2023, haben sich die großen Favoriten auf den Titel nach der über zwei Tage anberaumten ersten Runde keine Blöße gegeben, und ohne Satzverlust das Achtelfinale erreicht. Vorne weg marschieren der topgesetzte Titelverteidiger Thomas Statzberger und der Wiener Rekordlandesmeister Christoph Lang vom TC Kalksburg in Richtung Traumfinale, das bei den Damen schon am ersten Spieltag wie eine Seifenblase geplatzt ist. Ein Bericht von C.L

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Unbekannte Norwegerin torpediert Traumfinale der Damen

Die im alltäglichen Sprachgebrauch als Hundstage bezeichnete Hochsommer-Periode mit Temperaturen jenseits der 35 Grad Marke, verlangt den Stars der Wiener Landesmeisterschaften heuer besonders viel ab. Man muss schon einiges mitbringen, um dieser Tage am Altmannsdorfer Ast in Wien bei subtropischen Bedingungen sportlich seriös abliefern zu können, und sich auch gesundheitlich schadlos zu halten. Ein Sonnenstich bei Jungstar Paul Schmid, zur Halbzeit der WTV-Champion-Ships hält sich das medizinische Fazit nach einer viertägigen Hitzeschlacht überraschend im Rahmen. Sportlich gab es vorallem bei den Ladies eine erste echte ganz große Überraschung. Die in der Szene noch relativ unbekannte junge Skandinavierin Lea Nurija Koljenovic torpetierte gleich bei ihrem Landesmeisterschafts-Debüt die Hoffnungen der Fans auf das weibliche Traumfinal zwischen der serbischen Titelverteidigerin Mila Masic und der Wiener Hallen-Landesmeisterin Jelena Ristic vom 1. TC Kaiserebersdorf, und nahm einem 7:5, 6:2 Erfolg über die an Nr. 2 gesetzte Wienerin, eine der beide Topfavoritinnen gleich im ersten Match aus dem Bewerb. Ristic, die sich im März noch souverän zur Wiener Landesmeisterin im Einzel & Doppel kürte, kämpfte am Montag Nachmittag wie immer verbissen und aufopfernd um jeden Meter auf dem Platz, um jeden Punkt gegen die Newcomerin aus Oslo, leider aber auch mit hartnäckigen Handgelenks-Beschwerden, die sich speziell im zweiten Satz als schmerzhaft erwiesen.

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Ladies “gönnen” sich mehr als dreistündiges “Sonnenbad”

Das soll den Erfolg von Koljenovic aber nicht schmälern. Die 17jährige Norwegerin aus der Bresnik-Akademie in der Südstadt triift nun auf Viktoria Kurz, die bereits am Sonntag mit einem Dreisatz-Erfolg über Nelly Ihlenfeld ihr Viertelfinal-Ticket buchte. Ansonsten gab es bei den Damen keine Überraschungen, dafür zwei echte Marathon-Partien, in denen die an Nr. 4 gesetzte Finalistin der heurigen Indoor-Landesmeisterschaften Johanna Corciova gegen Lena Ramharter nach 3:35 Stunden Spielzeit die Oberhand behielt, und sich Georgina Pustelnik in einer 3:20 Stunden dauernden Hitzeschlacht am kleinen Centercourt mit der tschechischen Lokalmatadorin Ema Harajda vom UTC La Ville eine streitbare und diskussionsreiche Erstrunden-Begegnung lieferte. Problemlos den Sprung ins Viertelfinale haben auch noch die Nummer 3 des Damenbewerbs Lea Sabadi und Ema Lina Picorusevic geschafft.

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Statzberger mit Mission Titel-Hattrick und Lang hofft auf La Decima

Bei den Herren der Schöpfung läuft wie so oft in den letzten Jahren alles auf das programmierte Traumfinale zwischen den beiden ÖTV Top 20 Assen Thomas Statzberger und Christoph Lang hinaus. Der als Nr. 1 in die Mission Titelverteidigung und Wiener Landesmeisterschafts-Hattrick gestartete Thomas Statzberger, deklassierte zum Auftakt einen im ersten Satz “brav” spielenden Aleksandar Leitgeb mit 6:2, 6:1, feierte seinen 11. Einzelsieg bei den Wiener “Landes” in Serie, und holte in seinem 20. Match bei den WTV-Championships seinen bereits 19. Erfolg. Der 30jährige ist auch heuer wieder der ganz große Favorit, der Mann über den der Weg zum Titel führt, und jener Akteur, der mit seinem aktuellen ÖTV-Ranking, als Nr. 10 der beste jemals bei einer Wiener Landesmeisterschaft aufschlagende Spieler ist. In der unteren Tableau-Hälfte hofft derweil der amtierende Staatsmeister im Doppel Christoph Lang vom TC Kalksburg, nach dreijähriger Unterbrechung endlich “La Decima” klar machen zu können, und seine großartige Karriere mit seinem 10. Wiener Landesmeistertitel im Single krönen zu können. Zum Auftakt sparte Lang mit einem 7:5, 6:2 Erfolg über Patrick Malik vom Bundesbahner SV einmal vorweg ein paar Körner für die lange und heiße Turnierwoche am Altmannsdorfer Ast.

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Qualifikant Alexander Rieger setzt seine Traumreise bei den Landes auch im Hauptbewerb fort

Nachdem Hallen-Landesmeister Paul Werren noch vor der Auslosung sein Kommen absagte, ist die ÖTV Nr. 25 Dominik Wirlend vom USC Attergau in Oberösterreich in die Rolle des ersten Herausforderers des Spitzen-Duos gerückt. Der 32jährige deklassierte bei seiner Wiener Landesmeisterschafts-Premiere den tschechischen Doppel-Spezialisten Jakub Voldrab mit 6:1, 6:1, und steht zudem kampflos als erster Viertelfinalist fest, zumal sich bei Sonnen-Opfer Paul Schmid leider nicht die erhoffte Besserung bis zum heutigen Matchtag eingestellt hat. Härter arbeiten als vielleicht erwartet, musste Mario Stino am Montag Vormittag, um Italiens launische Diva Luca Vanella in drei Sätzen “klein” zu halten. Bei brütender Hitze am Centercourt, brauste die Nummer 4 des Turniers mit 6:1 erwartungsgemäß durch den ersten Satz. Italo-Youngster Vanella hatte aber am Eröffnungstag des Hauptbewerbs einen seiner spielfreudigen Tage, und erzwang mit 6:4 einen dritten Durchgang  gegen den Finalisten von 2020, der im Übrigen der einzige Spieler ist, der Thomas Statzberger bei den Wiener Landesmeisterschaften bislang schlagen und in die Schranken weisen konnte. Anders als bei den Damen, sind nach der ersten Runde noch alle Gesetzten an Bord, und dazu auch der ein oder andere HTT Spieler, wie beispielsweise Belarus-Youngster Alexander Miazhynski, der Serbiens amtierenden HTT Wimbledonsieger Vladimir Vukicevic glatt in zwei Sätzen aus dem Bewerb nahm. Seinen in der Qualifikation am Wochenende gestarteten Erfolgslauf hat indes auch Alexander Rieger am gestrigen Abend fortgesetzt. Der 22jährige rang in Runde 1 HTT Kitzbühel-Semifinalist Dominik Jaros in drei Sätzen nieder, und darf als Belohnung im Achtelfinale gegen den Vize-Landesmeister von 2021 Wenzel Graski ran.

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von Claus Lippert

Mittwoch
23.08.2023, 11:41 Uhr
zuletzt bearbeitet: 23.08.2023, 12:18 Uhr