Erst eiskalt, dann "super stolz": Elena Rybakina in Melbourne

Elena Rybakina feiert ihren zweiten Grand-Slam-Erfolg. Aryna Sabalenka kann eine Führung im Entscheidungssatz nicht nutzen und verliert abermals im Finale.

von SID
zuletzt bearbeitet: 31.01.2026, 21:14 Uhr

Elena Rybakina mit ihrer zweiten Grand-Slam-Trophäe
© Getty Images
Elena Rybakina mit ihrer zweiten Grand-Slam-Trophäe

Elena Rybakina lächelte ein wenig schüchtern, dann schnappte sie sich ihren mächtigen Silberpokal und hielt ihn stolz den zahlreichen Kameras in der Rod Laver Arena entgegen. Die zurückhaltende Kasachin mit den eisernen Nerven hat sich mit einem Überraschungscoup erstmals zur Königin von Melbourne gekrönt. Und schien das Erreichte bei der Siegerehrung noch gar nicht so richtig greifen zu können.

"Es ist schwierig für mich, Worte zu finden", sagte Rybakina, die in einem packenden Finale der Australian Open die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka mit 6:4, 4:6, 6:4 bezwungen hatte. "Ich möchte euch für die unglaubliche Atmosphäre danken", führte die 26-Jährige aus - und meinte damit vor allem die begeisterten kasachischen Fans, die die größte Arena auf der Anlage im Melbourne Park in ein Tollhaus verwandelten.

Ein paar Minuten später, als der Druck endgültig abgefallen und Rybakina zum Fernsehinterview bei Channel 9 geladen war, wurde ihr Lächeln breiter und breiter. "Ich bin super glücklich. Und super stolz darauf, wie ich bis zum Ende durchgezogen habe", sagte sie nun sichtlich gelöst: "Ich liebe Australien, das hier ist der Happy Slam und ich spüre das."

Rybakina gelingt Revanche für 2023

Danach durfte Rybakina endlich in Ruhe ihren zweiten Grand-Slam-Titel nach dem Triumph in Wimbledon 2022 und die gelungene Revanche für das gegen Sabalenka verlorene Endspiel am Yarra River 2023 feiern. Die Belarussin muss hingegen weiter auf ihren fünften Major-Titel warten - weil sie wie schon im Vorjahresfinale nicht an ihre Topleistung herankam.

Als faire Verliererin hatte sich Sabalenka zuvor trotzdem gezeigt. "Ich bin sprachlos gerade", sagte sie bei der Siegerehrung, um dann doch ein paar warme Worte loszuwerden. "Ich möchte dir zu einem unglaublichen Lauf und zu unglaublichem Tennis gratulieren", gab sie ihrer Gegnerin mit und konnte dabei schon wieder lachen. "Hoffentlich läuft es nächstes Jahr wieder besser."

Die Niederlage wird Sabalenka sicher noch einige Zeit wurmen. Aber ihre eiskalte Gegnerin war an diesem Samstagabend in Melbourne einfach zu nervenstark. Rybakina, die wie so oft kaum Emotionen zeigte, belohnte sich vor den Augen von Angelique Kerber, der Turniersiegerin von 2016, für zwei großartige Wochen. Die 26-Jährige, die am Montag zur Nummer drei der Welt aufsteigen wird, zementierte ihren Status als Favoritinnenschreck - bereits zum neunten Mal gelang ihr ein Sieg gegen die Führende im WTA-Ranking.

Sabalenka kann Chancen nicht nutzen

Dabei hatte sich die Gewinnerin von 2023 und 2024, die vergangenes Jahr im Finale an Madison Keys (USA) gescheitert war, vor der Partie noch siegessicher gegeben. Den besseren Start aber erwischte Rybakina. Wie schon bei ihrer Niederlage im Endspiel der WTA Finals kam sie mit Rybakina nicht zurecht. Die Kasachin bewahrte auch bei zwei Breakchancen Sabalenkas die Ruhe und war kurz darauf nur noch einen Satzgewinn vom zweiten Grand-Slam-Titel entfernt.

Das Niveau war im Anschluss sehr hoch. Rybakina, die vor dem Match sechs von 14 Duellen zwischen den beiden gewonnen hatte, musste für ihre Punkte nun deutlich mehr ackern. Auch, weil ihre Quote beim ersten Aufschlag erheblich absackte.

Kurz vor dem Ende des zweiten Durchgangs wurde ihr das zum Verhängnis. Plötzlich hatte Sabalenka drei Satzbälle - und nutzte ihren ersten zum Ausgleich. Es blieb im Entscheidungssatz ein enges Duell. Rybakina kassierte ein frühes Break, doch sie hatte das letzte Wort.

Hier das Einzel-Tableau der Frauen


 

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Sonntag
01.02.2026, 07:54 Uhr
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