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Erste Bank Open: Dominic Thiem - "Der Titel mit dem höchsten Stellenwert"

Dominic Thiem hat zum ersten Mal in seiner Karriere die Erste Bank Open in Wien gewonnen. Nach dem Triumph in der österreichischen Hauptstadt zeigte sich der 26-Jährige naturgemäß überglücklich.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 27.10.2019, 18:33 Uhr

Dominic Thiem in Wien
© GEPA
Dominic Thiem

von Nikolaus Fink aus der Wiener Stadthalle

Wieder musste ein Sieg nach Satzrückstand her. Als Dominic Thiem im Finale des ATP-500-Turniers in Wien der ersten Satz verloren hatte, kamen Erinnerungen an die Zweitrundenpartie gegen Fernando Verdasco und das Halbfinale gegen Matteo Berrettini hoch - beide Matches hatte der Österreicher noch gewonnen, im Endspiel durfte man an einem neuerlichen Comeback durchaus zweifeln.

Denn Endspielgegner Diego Schwartzman hatte Thiem im ersten Satz klar beherrscht und sich vor allem von der Grundlinie Vorteile erarbeitet. Doch der Lichtenwörther kämpfte erneut verbissen und schaffte das schier Unmögliche: zum dritten Mal innerhalb eines Turniers nach Satzrückstand zu gewinnen.

"Ich brauche die Satzrückstände gar nicht. Natürlich macht es das Ganze noch besonderer", meinte Thiem im Anschluss an die Partie. "Die Woche war schon sehr anstrengend. Das habe ich am Anfang gemerkt", spielte der Lichtenwörther auf den schwachen Start gegen seinen guten Freund Schwartzman an.

"Völlig surreal"

Doch das allein sei nicht der Grund für den verhaltenen Beginn gewesen. "Mir taugt sein Spiel nicht. Ich tue mir schwer gegen ihn. Wenn ich antreibe, tut es ihm nicht weh und der hohe Spin greift in der Halle nicht so", führte Thiem aus. "Das Break im zweiten Satz zum 5:4 hat dann aber die Kehrtwende eingeleitet."

Im dritten Satz zeigte Thiem dann wie schon gegen Verdasco und Berrettini Weltklassetennis und ließ zu keinem Zeitpunkt mehr Zweifel über den Ausgang der Begegnung aufkommen. 

"Es ist völlig surreal. Ich habe nie gedacht, Kitzbühel und Wien in einem Jahr gewinnen zu können. Da hat das Publikum viel mitgeholfen. Es ist ein unglaublicher Vorteil, wenn man so eine Masse an Leuten hinter sich hat", bedankte sich Thiem bei den frenetischen 9600 Zuschauern in der Wiener Stadthalle.

Es ist ein unglaublicher Vorteil.

Dominic Thiem über die Unterstützung des Publikums

"Es sind so viele Dinge, die einen Heimtitel besonders machen: die Stimmung, dass viele enge Freunde und die Familie da sind. Ich bin froh, dass ich mich verbessert habe und wie ich meine Energie auf das Wichtige fokussiere. Von daher ist der Titel der, dem ich den höchsten Stellenwert gebe", sagte ein überglücklicher Thiem bei der Pressekonferenz.

Mit dem Triumph in Wien holte sich der Weltranglistenfünfte nicht nur den fünften Titel des Jahres und stieg damit zum alleinigen Rekordhalter in dieser Saison auf, sondern gewann auch als erster Österreicher die Events in Kitzbühel und in Wien. Darüber hinaus dürfte Thiem mit dem Erfolg in Wien endgültig die Bezeichnung als "Sandplatzspezialist" aus der Welt geräumt haben.

Kein Druck in Paris

"Eigentlich waren alle großen Titel auf Hardcourt", spielte der 26-Jährige auf seinen ersten Turniersieg beim ATP-500-Turnier in Acapulco sowie den Triumph beim ATP-Masters-1000-Event in Indian Wells an. "Wenn ich gut spiele, ist mein Spiel vielleicht sogar besser für Hardcourt."

Auf ebenjenem Belag wird es bereits in der kommenden Woche beim 1000er-Turnier in Paris-Bercy weitergehen. "Ich werde schauen, dass ich in Paris gut spiele - aber sicher nicht auf Leben und Tod, so wie in Kitz oder auch hier. Ich spiele ganz gut, also kann es aufgehen", will sich Thiem vor der Veranstaltung in der französischen Hauptstadt nicht allzu viel Druck machen.

Der Fokus scheint ohnedies bereits Richtung ATP Finals in London zu gehen. Bei bisher drei Teilnahmen kam Thiem nie über die Vorrunde hinaus. "Natürlich möchte ich dort ins Halbfinale, aber dafür gibt es keine Garantie", so Thiem. Bei ähnlichen Leistungen wie in Wien dürfte aber auch das kein Ding der Unmöglichkeit sein - Selbstertrauen sollte Dominic Thiem nach dem Premierentriumph in Wien nun jedenfalls genügend haben.

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von Nikolaus Fink

Sonntag
27.10.2019, 18:30 Uhr
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