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Familie Thiem ist sich einig: "Ohne Millionen geht es nicht!"

Im Interview mit dem “Mind Games Podcast” sprach Moritz Thiem ungeschönt über die Karriere seines Bruders Dominic Thiem. Neben Talent brauchte es vor allem eines: Arbeitsmoral und finanzielles Risiko.

von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet: 15.03.2026, 19:36 Uhr

Dominic Thiem beim US-Open-Triumph 2020
© Getty Images
Dominic Thiem beim US-Open-Triumph 2020

Ein zentrales Thema des Podcastinterviews, das Moritz Thiem als ehemaliger Manager seines Bruders Dominic gab, waren die finanziellen Hürden im Profisport. Laut Moritz Thiem verschlingen Ausbildung, Reisen, Trainer und Turniere schnell Summen, die sich über die Jugendjahre auf rund eine Million Euro belaufen können. Ohne starke familiäre Unterstützung sei dieser Weg kaum zu stemmen. Auch die Familie Thiem habe enorme Risiken auf sich genommen und etwa die Wohnung der Großeltern im ersten Wiener Bezirk verkauft, um die Karriere seines Bruders zu finanzieren.

Dominic Thiems außergewöhnliche Trainingsmentalität

Geld allein erklärt jedoch nicht, warum Dominic Thiem zu einem der besten Spieler seiner Generation wurde. Moritz betont im Podcast immer wieder die extreme Trainingsintensität seines Bruders. Schon in jungen Jahren habe Thiem ein Pensum abgespult, das selbst im Profisport außergewöhnlich gewesen sei. Während andere Spieler ihre Einheiten längst schon beendet hätten, habe Dominic häufig weitertrainiert. “Mit ihm zu trainieren, war oft nach fünf Ballwechseln schon hart”, gestand Moritz, der oft als Sparring-Partner diente.

Kritik an der medialen Behandlung

Ein weiterer Punkt im Gespräch: der Umgang der Öffentlichkeit mit Dominic Thiem in den letzten Jahren seiner Karriere. Moritz zeigt sich überzeugt, dass die Medien seinen Bruder ungerecht behandelt hätten, besonders während der schwierigen Phase nach der Handgelenksverletzung. “Die öffentliche Kritik hat oft ignoriert, welche körperlichen und mentalen Herausforderungen hinter einer solchen Verletzung stehen”, so Thiem. Für Außenstehende mag eine Karriere im Spitzensport glamourös wirken, tatsächlich sei sie jedoch von Druck und Erwartungen geprägt, denen man nicht immer gerecht werden könne.

Der Übergang in das Leben nach der Karriere

Bemerkenswert sei auch gewesen, wie schnell Dominic Thiem nach seinem Karriereende in den nächsten Lebensabschnitt gewechselt sei. Laut Moritz hatte der ehemalige Weltranglisten-Dritte bereits einen Tag nach seinem emotionalen Abschied bei den Erste Bank Open 2024 seinen ersten Geschäftstermin gebucht. Obwohl also für viele der Wechsel vom Profisport in die Geschäftswelt überraschend kam, war er es für Thiem selbst offenbar nicht. “Wer jahrelang unter maximalem Leistungsdruck gearbeitet hat, hat eben auch außerhalb des Tennis keine Probleme mit einem vollen Terminkalender”, lacht Moritz.

Beruflich steht bei Dominic Thiem aktuell “Thiem Energy” an erster Stelle, eine Initiative rund um nachhaltige Energielösungen und Energiegemeinschaften. Darüber hinaus ist er an verschiedenen Start-ups und Projekten rund um die Themen Nachhaltigkeit und Ernährung beteiligt.

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Montag
16.03.2026, 08:00 Uhr
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