Camila Giorgi – Schlammschlacht mit Landesverband spitzt sich zu

Der italienische Verband fordert Ersatzzahlungen und droht mit dem Olympia-Aus, da Giorgi ihren Verpflichtungen nicht nachkam.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 13.04.2016, 10:45 Uhr

KEY BISCAYNE, FL - MARCH 22: Camila Giorgi of Italy during her straight sets defeat in her first round match against Madison Brengle of the United States during the Miami Open Presented by Itau at Crandon Park Tennis Center at Crandon Park Tennis C...

Das Verhältnis zwischenCamila Giorgiund der Federazione Italiana Tennis (FIT) ist offenbar völlig zerrüttet.Vor einer Woche wurde bekannt, dass die 24-Jährige Italienerin nicht mehr für ihre Nation im Fed Cup antreten will(tennisnet.comberichtete).Die Finalistin der Katowice Openzieht es vor, die Qualifikation für den Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart zu bestreiten, anstelle für das italienische Damenteam im Weltgruppen-Play-off gegen Spanien (16./17. April) anzutreten. Jetzt geht die Schlammschlacht zwischen dem Verband und Giorgi in die nächste Runde.

Der Präsident der FIT, Angelo Binaghi, schickte am Montag einen pikanten Brief an Giorgis Vater und Trainer Sergio. Darin werden die Giorgis dazu aufgefordert, 160.000 Euro Strafgeld wegen Vertragsbruchs an den Verband zu zahlen. Zudem wurde die mögliche Aufnahme eines Disziplinarverfahrens angekündigt. „Wir warten darauf, dass sie zahlen, was sie aber wahrscheinlich nicht machen werden“, bestätigte Binaghi während der Vorstellung der kommenden Italian Open, welche in Rom ausgetragen werden. Der Vertrag besagt, dass Giorgi an allen Fed-Cup-Partien teilnehmen müsse, um im nationalen Tenniszentrum in Tirrenia trainieren zu dürfen und finanziell für ihren Einsatz entlohnt zu werden.

Sergio Giorgi: „Camila soll sich vom Hass fernhalten“

Sergio Giorgi reagierte bisher nicht auf die Forderung, erklärte sich aber gegenüber der „Associated Press“: „Wir fragten den Verband nach einer Pause, damit sich Camila auf wichtige Turniere konzentrieren kann – was viele andere Spielerinnen auch machen.“ Zudem sprach er davon, dass es seiner Tochter helfe, sich vorerst von „Hass“ und „negativen Einflüssen“ fernzuhalten. Ebenso wolle Giorgi nicht an den Italian Open teilnehmen, – welche ebenfalls von der FIT ausgetragen werden – da es sich dabei um keinen „freundlichen Ort“ handle. Auch im nationalen Tenniszentrum wolle Camila zukünftig nicht mehr trainieren, da der Verband die Giorgis aussperre, ergänzte Vater Sergio.

Die Posse könnte unangenehme Folgen für den Olympia-Start in Rio de Janeiro für die Siegerin des WTA-Turniers in ’s-Hertogenbosch 2015 haben. Laut Regeln der International Tennis Federation (ITF) müssen Spieler „guten Beziehungen“ zu ihrem nationalen Verband pflegen, um bei den Olympischen Spielen startberechtigt zu sein. „Für mich ist das bei Giorgi momentan nicht der Fall“, unterstrich Verbandspräsident Binaghi. Deshalb droht der ehemaligen Nummer 30 der WTA nun das Startrecht in Rio entzogen zu werden, obwohl sie derzeit unter den besten 56 Spielerinnen im Ranking steht – was Giorgi zur direkten Teilnahme berechtigt.

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