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Federer und Nadal vorm 39. Duell - "Wir haben uns gegenseitig besser gemacht"

Am Freitag steht es an, das ewige Duell zwischen Roger Federer und Rafael Nadal. In Paris war Nadal bislang stets der Bessere - dennoch startet Federer selbstbewusst einen neuen Versuch.

von Jörg Allmeroth
zuletzt bearbeitet: 06.06.2019, 10:48 Uhr

Roger Federer, Rafael Nadal
© Getty Images
Roger Federer, Rafael Nadal

Es war bei einem langen Gespräch mit Roger Federer, direkt vor der Rückkehr in den roten Sand, als die Rede zwangsläufig auch auf Rafael Nadal kam. Ob Nadal nach einigen Schwierigkeiten in den ersten Wochen der Ascheplatzsaison in Schwierigkeiten stecke, vielleicht sogar in einer Krise, lautete die Frage an Federer. Der Meisterspieler schaute etwas verdutzt drein, schüttelte den Kopf, gab dann zu Protokoll: „Was auch immer passiert. Rafa wird in Paris in Topform sein. So wie immer“, sagte Federer, „er wird der Mann sein, den es zu schlagen gilt.“ Und er selbst, Federer, welche Rolle werde er spielen können: „Ein unberechenbarer Rückkehrer, einer, der sich hoffentlich in eine richtig gute Form reinspielen kann“, so Federer, „ich freue mich auf das Ungewisse, auf das Unerwartete.“

Und nun? Es ist weit gekommen mit Federer. Und für Federer. Am Freitag wird er tatsächlich dem Mann gegenüberstehen, der die French Open beinahe in seinen persönlichen Besitzstand genommen hat – zum sechsten Mal öffnet sich dann an diesem 7. Juni der Vorhang für den Klassiker Federer kontra Nadal im Stadion Roland Garros, für den Vergleich zwischen Maestro und Matador. Federer, daraus macht er keinen Hehl, hat auf diesen Moment gewartet, die Hoffnung auf dieses Gigantenduell war auch ein Impuls für die Rückkehr nach Paris. „Natürlich war das ein Grund, warum ich wieder angetreten bin“, sagt Federer, am Dienstag verdienter Gewinner in einem Vier-Satz-Thriller gegen Landsmann Stan Wawrinka.

Drei Jahre hatte er bei den Rutschübungen unterm Eiffelturm gefehlt, aber auf der Zielgeraden seiner Karriere sucht Federer auch noch einmal den besonderen Thrill, das Abenteuer. Und dieses Abenteuer kann eben auch die komplizierte Herausforderung sein, gegen Nadal auf den Centre Court zu marschieren. „Es ist sicher eine der ultimativen Prüfungen, sich hier gegen ihn durchzusetzen“, sagt Federer, „aber ich bin immer, an jedem Tag meiner Karriere, mit dem Gefühl rausgegangen: Du kannst gewinnen.“ Genau deswegen, so Federer, habe er auch „so einiges gewonnen.“

Federer hat sich Match gegen Nadal gewünscht

Federer gegen Nadal, es war lange Zeit das prägende Duell dieser Ära. Ein regelmäßiger Klassiker, ein ewiggrünes Duell auf Hartplätzen, Rasen oder auch im Sand. Wie aber betrachtet Federer (37) seinen vier Jahre jüngeren Gegner, nach all den Jahren der freundschaftlichen Rivalität? Er muss nicht lange überlegen, die Antwort kommt schnell: „Sicher mein größter Gegner“, sagt er, „wir haben uns gegenseitig immer besser gemacht, uns zu neuen Höchstleistungen angetrieben.“ Dann fügt er hinzu: „Jeder hat dem anderen irgendwie auch ein Stück der eigenen Karriere zu verdanken.“ Später sei Djokovic als großer Gegenspieler hinzugekommen, „der sich auch auf ein unglaubliches Niveau hochgeschraubt hat.“

Seit 2004 gab es kein Grand-Slam-Turnier, bei dem nicht wenigstens Federer, Nadal oder Djokovic im Halbfinale standen. Und nun tatsächlich, bei der Rückkehr des Maestro zu den French Open, noch einmal ein Rendezvous der alten, sehr rüstigen Titanen in der Vorschlussrunde, in der ganz heißen Turnierphase. Es sei „das Ziel, der Wunsch, der Traum“ gewesen, sich weit in den Wettbewerb reinzuspielen, sagt Federer, „und damit auch dieses Match gegen Rafa zu haben.“

Federer geht selbstbewusst ins Nadal-Match

Es ist jetzt der 39. Vergleich der beiden Granden, die sich lange Jahre die Tennis-Weltherrschaft teilten, Nadal hat 23 Mal gewonnen, Federer 15 Mal. In Paris hat Federer noch nie gegen Nadal gesiegt, fünf Mal hat er es vergeblich versucht, zum letzten Mal 2011. Als Federer 2009 seinen einzigen French Open-Titel holte, war Nadal schon im Achtelfinale gegen den Schweden Robin Söderling ausgeschieden. Für ihn sei nun das Wichtigste, im Halbfinale zu stehen, sagt Nadal, „nicht gegen wen.“ Dennoch sei das Match gegen Federer ein „Extra“: „Die entscheidenden Augenblicke in unserer Karriere, die haben wir gemeinsam erlebt.“

Niemand sei unschlagbar, nirgendwo, sagt sich Federer vor dem vielleicht letzten Spiel gegen Nadal bei den French Open. Vor der vielleicht auch letzten Chance, den Sandplatzkönig einmal auf seinem geliebten Grand-Slam-Terrain zu schlagen, den elfmaligen Roland-Garros-Champion. „Ich war mir immer bewusst, dass ich früher oder später auf ihn treffe, wenn ich hier gut spiele“, sagt Federer, „nun habe ich gut gespielt, das Match ist da. Und ich gehe mit einem selbstbewussten Gefühl rein.“

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